OutRun 2006: Coast 2 Coast (PS 2 Review)
von Oliver Dombrowski

Viele Ferraris, Sommer, Palmen, Sonnenschein und eine Blondine auf dem Beifahrer-Sitz. An was anderes könnte man dabei denken, als an den Arcade-Klassiker OutRun?

Die Meisten von uns kennen das aus ihrer Kindheit, als man noch unbeschwert den ganzen Tag in den Spielhallen verbrachte und Virtua Fighter, OutRun oder StarTrek Flipper zockte. Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass der Spielhallen-Gott Outrun auf der XBox zurückkehrte, um einer Heerschar von begeisterten Fans etliche Stunden voll verrückter Rennen zu bescheren.

OutRun 2006: Coast 2 Coast - Trailer

Jetzt steht erneut ein Nachfolger in den Startlöchern und wartet darauf, heißes Gummi auch auf den Fahrbahnen anderer Plattformen zu verbrennen.

Pyramiden und die Qual der Wahl
Das OutRun-Spielprinzip war schon immer denkbar simpel: Wählt aus einem riesigen Ferrari-Fuhrpark euer Geschoss aus und düst durch die Straßen. Entweder ihr setzt euch eine schicke Blondine auf den Beifahrersitz und versucht sie mit euren Fahrkünsten zu beeindrucken oder ihr fahrt einfach gegen andere Ferrari-Verrückte ein Rennen. Dabei durchquert ihr 15 Level, die pyramidenförmig aufgebaut sind.

Mit anderen Worten: Ihr startet an einem Punkt und könnt nach einem Abschnitt wählen, links oder rechts abzubiegen - und das fünf mal. Um einen neuen Abschnitt zu erreichen müsst ihr den entsprechenden Checkpoint durchqueren, bevor die Zeit abgelaufen ist. Ihr müsst ein Level also mehrmals spielen, um alle möglichen Strecken zu absolvieren.

OutRun 2006: Coast 2 Coast - Der Spielhallen-Gott ist zurück! Schafft es OutRun auch auf der PS2 in die Königsklasse?

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Trickreich dabei: wer links abbiegt, auf den wartet ein geringerer Schwierigkeitsgrad als auf notorische Rechtsfahrer.

Begeisterte Blondinen würgen nicht
Entscheidet ihr euch für den Herzinfarkt-Modus, wird ein süßes Blondinchen euch mehrmals pro Levelabschnitt Zielvorgaben wie "Ramme so viele Autos wie möglich" oder "Slide die komplette Strecke lang" geben. Je nach eurem Geschick bewertet sie euch dann zwischen AAA (sehr gut) und F (verdammt schlecht). Am Ende des Rennens werden dann alle Bewertungen addiert und ein Durchschnitt errechnet. Stellt ihr euch gut an, könnt ihr eine Menge Strecken und Wagen frei schalten.

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Im späteren Verlauf werden auch die an euch gestellten Aufgaben immer schwieriger und verrückter. So erwartet die süße Mitfahrerin von euch Dinge wie "Weiche den UFOs aus" oder "Schieb den Strandball vor dem Auto her". An Kreativität fehlt es hier jedenfalls nicht. Wer Angst davor hat, die kleine Beifahrerin nicht befriedigen zu können, kann sein Rivalitäts-Bedürfnis an der KI ausleben. Wie auch immer, das fiese Zeitlimit wird sitzt einem dabei stets im Nacken. Lässig-einfaches und verdammt cooles Sliden durch die Kurven spart euch viel Zeit, da ihr nicht bremsen müsst. Anfangs ungewohnt zu bedienen, aber nach einer Stunde Spielzeit will man schon gar nichts anderes mehr tun.

Entenschwärme auch in Las Vegas
Die Grafik in OutRun 2006 ist gleichbleibend schön anzusehen. Ihr jagt und driftet durch verschiedenste Ortschaften. Ob tropisches Palmenparadies, verschneite Berglandschaft oder ein Raketenstartgelände, eingehüllt in funkelndem Sternenhimmel. Auch eine Nachtfahrt im stets gut beleuchteten Las Vegas ist möglich. Jeder der Levelabschnitte ist kurz und geht nahtlos in den nächsten über. Als kleines Gimmick fliegt am Ende jedes Abschnitts eine Belohnung vorbei. Je schneller ihr wart, desto cooler wird die Belohnung sein. Bleifuß-Fetischisten wird, ganz nostalgisch, eine Panzer Dragoon Orta-Reminiszenz erwarten, Sonntagsfahrer werden hingegen nur einen Entenschwarm zu sehen bekommen.

Der King lebt!!
Was die Steuerung betrifft, hätte C2C gar nicht besser ausfallen können. Im Prinzip gebt ihr die ganze Zeit Gas und steuert die handlichen Karren durch die Kurven.Wenn es mal zu eng wird, reicht ein kurzer Tippser auf die Brems-Taste um den Ferrari in Schräglage zu bringen und zu driften. Dies sorgt für ein gewohnt nostalgisches Handling, an dem sich sowohl Profis als auch Einsteiger erfreuen können. Ebenso kurz und knackig sind die Ladezeiten in OutRun 2006, wenn überhaupt mal welche auftreten. Erfreulich, denn das sorgt noch mal für die Extra-Portion Geschwindigkeitsgefühl, welche wir von dem Arcade-Klassiker ohnehin schon gewohnt sind.

An manchen Stellen fragt man sich jedoch, ob an dem Spiel nicht doch zu nostalgisch gearbeitet wurde. Neuerungen zum Vorgänger auf der XBox sind kaum vorhanden. Hat man den XBox-Vorgänger bereits gespielt, dürfte man sich stellenweise doch wundern: "hab ich jetzt das neue Spiel drin?". Die atemberaubende Grafik ist nach wie vor die Gleiche, am Geschwindigkeitsgefühl hat sich nichts geändert, die Strecken sehen den alten sehr ähnlich und am Spielprinzip hat sich auch nicht sehr viel getan. Gut, dass C2C dieses Mal auch auf anderen Plattformen erhältlich ist.

SP? SinglePlayer? Spielhalle?
Neu an Bord in OutRun ist der SP-Modus. Entgegen der Erwartung, SP bedeute SinglePlayer, soll es Spielhalle heißen. SP klingt eben viel cooler als SH. Und wo Spielhalle drauf steht, ist auch Spielhalle drin.

Getreu dem Namen also bekommt ihr eine Adaption des Arcade-OutRun 2-Spielhallen-Automaten geliefert. In ihr könnt ihr von Anfang an alle Ferraris auswählen, 15 zusätzliche Strecken bewundern und bekommt zu den gewohnten Spielmodi neue Experten-Varianten geboten. Dort findet ihr auch die Multiplayer-Modi, welche zwar Online und lokal angeboten werden, leider fehlt nur der Split-Screen-Modus - Schade!

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Rhythmische Schlafstörungen
Wir kennen und lieben sie, die alten Musik-Tracks aus OutRun. Vor jedem Rennen habt ihr die Wahl aus alten und teils neuen Titeln einen auszuwählen. Ob "Splash Wave" oder "Life was a Bore", alle Stücke sorgen für ein astreines Arcade-Oldschool-Erlebnis. Sehr cool ist auch die Möglichkeit Remix- und Instrumental-Versionen frei zu spielen. Betrachtet man allerdings die Sprachausgabe in C2C, so verwandelt sich die durch die coolen Songs entfachte Euphorie schnell in ätzende Schläfrigkeit. Entkommen könnt ihr dem nicht einmal, wenn ihr euer System auf eine andere Sprache stellt.

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Wir kennen und lieben sie, die alten Musik-Tracks aus OutRun. Vor jedem Rennen habt ihr die Wahl aus alten und teils neuen Titeln einen auszuwählen. Ob "Splash Wave" oder "Life was a Bore", alle Stücke sorgen für ein astreines Arcade-Oldschool-Erlebnis. Sehr cool ist auch die Möglichkeit Remix- und Instrumental-Versionen frei zu spielen. Betrachtet man allerdings die Sprachausgabe in C2C, so verwandelt sich die durch die coolen Songs entfachte Euphorie schnell in ätzende Schläfrigkeit. Entkommen könnt ihr dem nicht einmal, wenn ihr euer System auf eine andere Sprache stellt.