Autor: Andreas Nolde

HD-ready, Full-HD, HDMI, AVCHD und so weiter: Blickt noch irgend jemand durch in der verwirrenden Welt der hochauflösenden Filme, Fernseher und Abspielgeräte? Keine Sorge, wir bringen das für euch in Ordnung und erklären die wichtigsten Begriffe und Technologien.

Ordnung im HD-Chaos - HD für Dummys

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Hochauflösung: Are you ready for HD?
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Wenn ihr euch heute einen neuen Fernseher, einen HD-DVD- oder Blu-ray-Player oder aber einen Camcorder mit HD-Auflösung anschaffen wollt, ist eigentlich ein Ingenieurstudium nötig. Es gibt so viele Dinge, Techniken und Begriffe zu beachten, dass man leicht den Überblick verlieren kann.

Wir befreien euch aus dem Hochauflösungs-Chaos und machen euch fit für die schöne neue HD-Welt.

Die richtigen Auflösungen und Schnittstellen

Zunächst erklären wir euch, was hochauflösende Filme ausmacht, welche Formate und Auflösungen es gibt und über welche Schnittstellen diese Signale übertragen werden können.

Bevor ihr in den Laden geht und ein Gerät kauft, das hochauflösendes Bild wiedergibt, darstellt oder aufzeichnet, solltet ihr ein paar Grundbegriffe und Techniken kennen, die euch der Verkäufer bestimmt um die Ohren hauen wird.

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720 vs. 1080 Zeilen: Schon ein Unterschied.
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Zwei Größen in Halb- und/oder Vollbildern

Das hochauflösende Fernsehen gibt es in drei Varianten: Zum einen mit 720 Zeilen (720p) und zum anderen zweimal mit 1.080 Zeilen(1.080i oder 1.080p). Das „i“ und das „p“ stehen für Interlaced und Progressive. Bei Bildern, die interlaced (engl. verschachtelt) dargestellt werden, erscheinen abwechselnd die geraden und ungeraden Zeilen. Dadurch kann ein sichtbares Zeilenflimmern entstehen. Progressive Bilder sind Vollbilder und daher viel ruhiger. Geräte mit 720p-Auflösung können auch 1.080er-Bildmaterial darstellen. Dann wird allerdings das Bild künstlich hochgerechnet und an die Bildgröße angepasst, genauso wie bei der Darstellung von PAL-Signal. Dies führt im Endeffekt aber zu einem Qualitätsverlust.

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24p: Ohne Umrechen von der Kamera zum Fernseher.
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Neuerdings auch wichtig: 24p

Nahezu alle in den USA produzierten Filme werden in 24 Vollbildern (24p) pro Sekunde produziert. Diese werden später in der Regel mit einer Auflösung von 1.920 mal 1.080 Bildpunkten abgetastet und dann auf eine HD-DVD oder Blu-ray übertragen. Wenn eine solche Disc aber von einem PAL-Fernseher dargestellt werden soll, der 25 Bilder (oder 50 Halbbilder) in der Sekunde zeigt, muss eine Umrechnung stattfinden, die das saubere Ablaufen des Filmes allerdings stört.

TV-Geräte, die 24p unterstützen, können das Signal eines entsprechenden Zuspielers (der ebenfalls 24p unterstützen muss) ganz ohne Umwandlungen darstellen. Somit kann das bisher technisch bedingte Ruckeln deutlich reduziert werden. Ihr könnt somit Bilder in nahezu Original-Filmqualität sehen. Einige Hersteller lösen das „Ruckelproblem“ auch anders: Sie lassen das TV-Gerät Bilder hinzurechnen. Der Film wird so ergänzt, dass ihr ihn ohne Störungen sehen könnt.

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HDMI-Schnittstelle: Ermöglicht digitale Bild- und Tonübertragung.
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Das „neue“ Scart: High Definition Multimedia Interface (HDMI)

HDMI ist eine Schnittstelle für die volldigitale Übertragung von Audio- und Video-Daten. Dadurch wird die bisher unvermeidlichen Digital-Analog- und Analog-Digital-Wandlungen des Bild und Tonsignals hinfällig. Es gibt diverse Abspielgeräte (HD-DVD-, Blu-ray- sowie DVD-Player und –Recorder), die ihr Bild und Tonsignal über eine HDMI-Schnittstelle übertragen können. Ebenfalls in die Schnittstelle integriert ist der Kopierschutz HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection), um die Inhalte, die auf diesem Weg transportiert werden, zu schützen. Es gibt die HDMI-Schnittstelle in den Ausführungen 1.1, 1.2, 1.3 und 1.3a, wobei diese chronologisch nacheinander entstanden sind. Die Hauptunterschiede sind höhere Datenübertragungsraten und Pixelfrequenzen, sowie die Unterstützung neuer Audioformate (Dolby Digital Plus und Dolby TrueHD) ab HDMI 1.3.

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DVI-Schnittstelle: Bei PC-Monitoren der Standard für digitales Bild.
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Die Alternative aus dem PC-Bereich: DVI mit HDCP

Die zweite digitale Anschlussbuchse ist die DVI-Schnittstelle (Digital Visual Interface). Diese dient im Gegensatz zur HDMI-Schnittstelle allerdings nur zur Übertragung von digitalen Video- und Grafikdaten. Im Computer-Bereich hat sich DVI zur Standardschnittstelle für hochwertige Grafikkarten und hochauflösende Bildschirme entwickelt. DVI ist aufwärtskompatibel zu HDMI und erlaubt die Übertragung von hochauflösendem Bildmaterial, zum Beispiel vom PC auf den Flachbildfernseher. Diese Schnittstelle muss allerdings den Kopierschutz HDCP unterstützen, um das unerlaubte Kopieren von Bildinhalten zu verhindern.

HD-DVD vs. Blu-ray

Immer wieder ist die Rede vom Formatkrieg der DVD-Nachfolger. Aber wo sind eigentlich die Unterschiede zwischen HD-DVD und Blu-ray und welcher Hersteller unterstützt welches Format?

Zunächst unterscheiden sich die beiden hochauflösenden DVD-Nachfolger vor allem durch das verwendete Medium. In beiden Fällen kommen allerdings zum Auslesen der Datenträger blaue Laserdioden zum Einsatz.

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Formatwahl: Viele Filme gibt es auf beiden Medien.
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Die Medien

Blu-ray-Medien, abgekürzt BD (Blu-ray Disc) gibt es momentan mit 25 und 50 GByte Kapazität, wobei die 50-GByte-Variante zweilagig ist. Bei der HD-DVD handelt es sich technisch, im Gegensatz zur Blu-ray, um eine Weiterentwicklung der DVD. Eine einlagige HD-DVD fasst 15 GByte, eine doppellagige 30 GByte an Daten. Für beide Medien gilt: Der Kopierschutz Advanced Access Content System (AACS) soll sie vor unrechtmäßigen Kopierereien schützen.

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Samsung-Hybrid-Player: Das „Sowohl-als-auch“-Gerät.
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Die Player

Auch hier sind die Unterschiede eher fein. So muss ein HD-DVD-Player eine Netzwerkschnittstelle besitzen, ein Blu-ray-Player nicht. Trotzdem hat Sony in der PlayStation3, die ja auch ein Blu-ray-Laufwerk besitzt, eine Netzwerkschnittstelle und einen WLAN-Client integriert. Ansonsten geben alle Player das Bild mit 1.080 Zeilen und in Vollbildern (1.080p) aus. Nur die ersten HD-DVD-Player von Toshiba beherrschten „nur“ 1.080i. Außerdem unterstützen nahezu alle Player 24p, so dass ihr Filme mit einem entsprechenden TV-Gerät in Original-Geschwindigkeit ansehen könnt.

Fernseher und Beamer: Das Logo-Chaos

Wenn ihr ein TV-Gerät oder einen Heimkino-Beamer kaufen wollt, werden ihr im Geschäft mit Logos und Bezeichnungen bombardiert. Wir sagen euch, was dahinter steckt.

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HD-Fernsehgeräte: Achtet auch auf Kleinigkeiten!
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Lasst euch nicht zu sehr von der Flut an Logos blenden! Wirklich wichtig ist natürlich, wie das Bild des Gerätes auf euch persönlich wirkt. Lasst euch ein Gerät immer mit unterschiedlichen Quellen vorführen! Und lasst euch die Einstellung und die Fernbedienung vorführen – nichts ist ärgerlicher als eine Fernbedienung mit zu kleinen Knöpfen oder unlogischer Anordnung.

Das Minimum: HD-ready

Damit ein Fernseher das von den Herstellern eingeführte Logo HD-ready erhält, muss er mindestens die Bildauflösung 720p unterstützen und über eine der beiden Schnittstellen HDMI oder DVI mit HDCP (digitaler Kopierschutz) verfügen. Als dritte Vorraussetzung muss das Gerät einen Komponenten-Eingang vorweisen können. Durch diese Vorraussetzungen soll sichergestellt werden, dass der Fernseher auch in Zukunft mit HD-Material zurechtkommt.

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HD-ready 1.080p: Viel Bild im Vollbildmodus.
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Die Königsklasse: HD-ready 1080p (Full-HD)

Das neue Logo für Full-HD: Fernsehgeräte, die ihr Bild mit 1.080 Zeilen im Vollbildmodus (1.080p) auflösen können und ansonsten auch alle Vorgaben von HD-ready erfüllen, erhalten dieses Label. Eine weitere Voraussetzung für die Erteilung des Logos soll die Möglichkeit sein, das vom Analog-TV übernommene Relikt "Overscan" abschalten zu können.

Camcorder und Digicams: HD ist nicht gleich HD

Auch die Hersteller von Camcordern und Digitalkameras haben das Thema hochauflösende Bilder für sich entdeckt. Doch es gibt unterschiedliche HD-Formate. Welche das sind, lest ihr hier.

Auch der Hobbyfilmer kann heute hochauflösende Filme mit seinem Camcorder produzieren. Dabei kommen alle gängigen Speichermedien zum Einsatz. Es gibt Geräte mit Festplatte, mit Speicherkarte (SD-Karte) genauso wie Camcorder, die auf Mini-DV-Bändern oder DVDs aufzeichnen.

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Panasonic-Camcorder: Filmt im AVCHD-Standard.
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HD-Camcorder ist nicht gleich HD-Camcorder

Panasonic, Canon und Sony haben den gleichen Standard für hochauflösende Camcorder: Advanced Video Codec High Definition oder kurz AVCHD. Dieses Format nimmt HD-Videos mit 1.080i oder 720p unter Verwendung des MPEG-4 AVC/H.264 Standards auf. Hitachi bietet einen Blu-ray-Camcorder an, der ebenfalls im AVCHD-Format aufzeichnet.

Die Firma JVC bietet bei ihren Camcordern ein anderes HD-Format an. Hier werden die Filme mit MPEG2-Codierung aufgezeichnet. Identisch ist allerdings die Auflösung mit 1.920 mal 1.080 Pixel und dass die Kamera Halbbilder (interlaced; 1.080i) aufnimmt.

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Sony DSC-H9: Gibt Fotos passen zu 1.080p aus.
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Digitale Fotografie: Fotos passend für euren Fernseher

Ihr kennt das Problem: Wenn ihr eure digitale Fotokamera an den Fernseher anschließt, um die aufgenommenen Bilder anzuschauen, sehen diese nicht wirklich gut aus. Sie sind zu breit oder zu hoch, es sind nur Ausschnitte oder ein zu kleines Bild zu sehen. Damit ist laut Sony und Panasonic jetzt Schluss. In fast allen neuen Digicams der beiden Hersteller gibt es einen für Full-HD optimierten Wiedergabemodus. Die Kamera spielt so das Bild in passenden 1.920 mal 1.080 Pixel aus. So soll die Diashow am TV-Gerät richtig Spaß machen.

Fazit: Seid wachsam!

Und, seht ihr jetzt etwas klarer? So schwer ist es bei genauerer Betrachtung ja gar nicht. Wenn ihr erkennt, dass viele Begriffe, die man von manchem Verkäufer an den Kopf geworfen bekommt, nur leere Worthülsen sind, könnt ihr euch beim Kauf auf das Wesentliche konzentrieren.

Ihr solltet darauf achten, dass die Geräte die richtigen Schnittstellen haben und sie so zukunftssicher mit anderen verbunden werden können. Bei TV-Geräten und Beamern solltet ihr auf die Logos HD-ready und HD-ready 1.080p achten.

Der Formatstreit zwischen HD-DVD und Blu-ray ist noch lange nicht entschieden. Kombigeräte scheinen zwar im ersten Moment die beste Lösung, sind aber in der Anschaffung zu teuer. Für das gleiche Geld bekommt ihr zwei Player, jeweils einen jeder Fraktion.

Bei den HD-Camcordern scheint sich das AVCHD-Format als Standard zu etablieren. Hier müsst ihr nur entscheiden, welches Medium ihr zum Aufzeichnen eurer hochauflösenden Heimvideos einsetzen wollt.