"Nicht viele neue Inhalte, aber immer noch ein knallbunter Kracher mit hohem Spaßfaktor." - Leo Schmidt

Ich kann es nicht leugnen, dieses Spiel macht einen Heidenspaß. Wie schon im ersten Teil baue ich mir den perfekten Kill-Korridor zusammen und beobachte, wie zahllose Wellen grüner Fleischberge verhackstückt werden – pure Poesie. Der Plan geht auf, ich erlange mehr Kohle und wiederhole das Ganze. Es gibt Dutzende Spielzeuge, unter anderem einige neue Fallen und Items, mit denen man die eigene Spielweise merklich anpassen kann. Orcs Must Die! 2 fetzt und holt mich für immer nur noch eine Runde zurück ins Boot. Das liegt natürlich auch am Charmefaktor, der einmal mehr erwartungsgemäß hoch ist.

Es ist aber nicht alles eitel Sonnenschein, denn für eine echte Fortsetzung ist OMD!2 eigentlich zu spärlich bestückt. Weniger Karten als beim Vorgänger, die entfernten Skilltrees und zwei Charaktere, die sich nicht wirklich unterschiedlich spielen, trüben den Gesamteindruck. Viele Inhalte wurden wiederverwertet, die alten Schwächen sind immer noch da, glücklicherweise allerdings auch die Stärken. Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass ein paar Monate zusätzliche Arbeit einen gewaltigen und sehr positiven Unterschied gemacht hätten.

Man muss viel herumprobieren, kriegt nüscht erklärt und es ist nach wie vor nicht alles vernünftig balanciert. Hat man sich aber eingefuchst, zieht einen die Motivation durchs ganze Spiel und noch weiter. Der neue Koop-Modus ist dem natürlich nur zuträglich, wie auch das Gerangel auf den klassischen Karten, der Endlosmodus und die Jagd nach immer mehr Upgrades. Orcs Must Die! 2 lohnt sich, erst recht, wenn man den ersten Teil nicht gespielt hat, aber nächstes Mal darf es ein bisschen mehr neuer Inhalt sein.

Orcs Must Die! 2 ist für PC erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen oder direkt downloaden bei gamesrocket.

Pro

  • Endlos- und Klassikmodus erhöhen die Langlebigkeit
  • Kooperativmodus
  • Gut gestaltete neue Karten
  • Motivierend dank vieler freischaltbarer Items
  • Mehr Ausrüstung mit interessanten Möglichkeiten
  • Witziges Design

Contra

  • Deutsche Sprachausgabe immer noch nicht gut
  • Immer noch maulfaul und nicht wirklich ausbalanciert
  • Zahlreiche wiederverwendete Designs
  • Kürzere Kampagne als beim Vorgänger
  • Keine Weberinnen mehr
  • Spielerisch nahezu identische Charaktere
  • Nicht viele neue Inhalte

Grafik

Die bekannt knuffige Comicoptik kommt diesmal noch eine Spur detailverliebter daher. Ob spritzige Säurefontänen, rustikal-feudale Schlosshallen oder durch die Gegend fliegende Orkteile, der stilsichere Anarcho-Ulk sieht stimmig und gut aus. Leider wurden die meisten Gegnerdesigns und andere Animationen unverändert aus dem Vorgänger übernommen. Die Zwischensequenzen sind nach wie vor Diashows.

Sound

Es wird wieder gequasselt und gegrunzt, was das Zeug hält, und wie zuvor ist es oft ein bisschen zu viel, weil man genervt wird oder wichtige Hinweise nicht mehr hört. Die Stimme der Zauberin ist wohl gewählt, aber auch akustisch sucht man neue Inhalte weitgehend vergebens. Besonders schade, wenn es um die Sprüche des Kriegsmagiers geht. Wie schon zuvor ist die englische Sprachausgabe weitaus witziger als die deutsche.

Gameplay

Es gibt mehr Gegner, Waffen und Fallen, aber der spielerische Kern wurde nicht erweitert. Im Gegenteil wurden die Weberinnen-Talentbäume gestrichen. Leider unterscheiden sich die beiden Charaktere kaum und es gibt nicht viele Level. Dennoch ist die Motivation sehr gut und der Suchtfaktor hoch.

Multiplayer

Dank des neuen Koop-Modus darf man sich jetzt zu zweit an die Level machen, was darunter leidet, dass sich die Charaktere nicht merklich unterschiedlich spielen oder jeweils andere Fallen haben. Hier wäre mehr drin gewesen, gerade wenn man einen schielenden Blick zur Konkurrenz wirft.