Orks können keine Burgen bauen. Zumindest keine aus Steinquadern, mit geraden Linien, wohlproportionerten Gängen, Treppen und Fenstern. Aber anstatt zu lernen, wie sie von ihrem Ich-nehme-Müll-von-anderen-und-bastele-daraus-meine-Verteidigungslinie weggkommen, sind sie wütend und wollen die magischen Weltentore darin erreichen – und darüber die menschlichen Siedlungen.

Orcs Must Die! - Ankündigungs-TrailerEin weiteres Video

Die beiden Holztore wölben sich immer wieder nach innen. Die Zeit tickt. Drei Sekunden bis zur nächsten Welle. Der Riegel birst, Staub wirbelt auf, der freigewordene Durchgang ist vernebelt. Doch in null Komma nichts stürmen Orks auf mich zu, sie wollen mich überrennen, zertrampeln und zermatschen. Ich wehre mich mit meiner Armbrust, mit Schwertern gegen die Invasion der Grünhäute. Und mit Fallen.

Der geliebte Chefredakteur Matthias sagt: „Das ist wie Dungeon Keeper aus der dritten Person“. Lasst euch nicht von seinem Posten und all dem Grün verwirren, das stimmt nicht! Orcs Must Die mischt vielmehr die momentan so angesagten Tower-Defense-Spiele mit ein wenig Action-Rollenspiel und Hack'n'Slay. Robot Entertainment, die zuvor an Age of Empires Online gearbeitet haben, sagen: „Mit offenkundiger Respektlosigkeit für das Wohlergehen der Orks.“

Orcs Must Die! - Wie tötet man Orks? Entdecke die Möglichkeiten!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 6/91/9
Wie immer: Wer die Eindringlinge abwehren möchte, muss seine Festung gut rüsten und beschützen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Beim Anzocken auf der Gamescom bin ich sofort angefixt. Kaum ist der Controller in der Hand, rollt Welle um Welle auf mich zu. Mit Gold kann ich flugs ein paar Fallen aufstellen, die den Großteil der Meute für mich erledigen soll. Sie kommen durch die Eingänge und werden empfangen mit Klingen, die aus dem Boden schnellen. Wie bei Prince of Persia, nur dass ich nicht das Opfer bin. Endlich. Ich sehe mich aus der dritten Person und feuere unentwegt Pfeilbolzen in den Mob. Kopfschuss! Dafür gibt es einen Bonus, ebenso wie für coole Kombos im Nahkampf.

Doch bevor es dazu kommt, müssen die angreifenden Horden erst mal an den effektiven Pfeilfallen in den Wänden vorbei, die gezielt die (grünen?) Hirne und den zugehörigen Träger per Ohrdurchschuss außer Gefecht setzen. Klar, ich kann auch während der mehreren Sturmattacken pro Level meine Fallen kaufen und platzieren, aber da bleibt kaum Luft zum Selberkämpfen, da ist die Gefahr der Goldverschwendung groß.

Packshot zu Orcs Must Die!Orcs Must Die!Erschienen für Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Also warte ich ab, bis der vorerst letzte Grünling hoffentlich vor Erreichen des magischen Rifts gefallen ist, und nehme mir die wenigen Sekunden Pause bis zur nächsten Welle, um mit den gerade verdienten Münzen die Verteidigung des Ausgangs zu optimieren. Vielleicht ein paar Ölbecken, die das Vorrücken verzögern? Dann könnte ich die fanatischen Gorks und Morks mit Feuersäulen brutzeln. Moment, es gibt ja Fenster in der steinernen Burg. Ein paar Katapulte im Boden versteckt, und die grünen Fettwanste fliegen aus der romanisch anmutenden Öffnung hinaus. Manchmal helfen auch Säurebecken, so bleiben wenigstens keine stinkenden Reste übrig.

Orcs Must Die! - Wie tötet man Orks? Entdecke die Möglichkeiten!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 6/91/9
Fernkampfwaffen machen sich auch immer super beim Verteidigen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ich selbst darf zwar sterben, sollte es aber vermeiden, denn jedes Mal werden mir mehrere Rift-Punkte abgezogen. Sinken sie auf Null, ist das Level verloren. Das ist doppelt schlimm: die Zeit, die verlorengeht. Denn bei viel Schaden hetze ich zum magischen Tor und lade meine Lebensenergie wieder auf. Natürlich sind Orks und das andere Getier währenddessen ein Stück näher eben dorthin gelangt. Bei jedem entkommenen Angreifer wird ein weiterer Zähler abgezogen. Wenigstens kann ich mich beim Fallenstellen auf die transparenten Linien verlassen. Die verraten, wo die Furzbrut entlanglaufen will.

Die besteht allerdings nicht nur aus Orks, wie der Titel so vereinfachend verspricht – auch Hyänen auf zwei Beinen (»Gnolls«), große Oger und kleines, wieselflinkes Getier versucht, die Rifts zu erreichen. Diese Portale verbinden die Welten der Ordnung und des chaotischen Mobs. Logisch, dass sich der nicht mit der eigenen zufriedengibt. Deshalb stürmen sie in die Festungen, die die Menschen als Verteidigung der magischen Tore gebaut haben.

Tower-Defense-Spiele gibt es viele, Orcs Must Die nur ein mal.Ausblick lesen

Etwa acht Stunden soll es dauern, sämtliche Angriffe abzuwehren, in denen ich meinem Charakter neue Fähigkeiten, Zaubersprüche und neue Fallen verpassen kann. Orks einfrieren, Orks mit Feuer braten, Orks mit einem stachelbewehrten Holzstamm von der Treppe fegen – entdecke die Möglichkeiten! Habe ich ein Level erfolgreich verteidigt, taucht eine weitere orkfeindliche Konstruktion im Menü auf. Allerdings muss ich die entsprechenden Baupläne mit meinem Gold noch kaufen. Manchmal reicht aber auch ein platzierter Schuss auf die Kette des Kronleuchters, um eine komplette Gruppe der heranstürmenden Fleischklopse zu zermatschen. Death from above!

Das comichafte Aussehen erinnert ein wenig an Shrek oder Disney, und das steht Orcs Must Die genau richtig. Obwohl es meine Gegner sein sollten, haben es mir vor allem die Drachen angetan, die knubbelig-unbedarft und mit viel zu kleinen Flügelchen schaukelnd in Richtung Rift flattern. Erinnert sich noch jemand an Elliot, das Schmunzelmonster?

Ich bin verliebt. Auch noch, nachdem sie Feuer auf mich gespuckt haben. Gegen fliegendes Geviechs helfen nur Distanzwaffen. Also platziere ich ein paar Bogenschützen auf dem Sims. Dann brauche ich meine neuen Lieblinge wenigstens nicht selbst zu töten (schnief!) und konzentriere mich stattdessen lieber auf die Abwehrschlacht auf festem Boden.

Orcs Must Die! - Wie tötet man Orks? Entdecke die Möglichkeiten!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 6/91/9
Auf dass am Ende der strahlende Held triumphiert. Oder so ähnlich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Drei Schwierigkeitsgrade gibt es, beim härtesten sind die Unterbrechungen zwischen den Wellen gerade mal drei (!) Sekunden lang, beim mittleren zwölf. Zusätzlich gönnt mir Robot Entertainment im ersten und zweiten Grad immer nach drei aufeinanderfolgenden Attacken eine Pause, damit ich mein Gold auch sinnvoll ausgeben kann. Natürlich lassen die grünen Fettwanste Münzen fallen, ab und zu auch Gesundheitstränke.

Und wenn ich besonders gut bin, wenn ich optionale Ziele à la „Benötige für das gesamte Level nicht länger als X Minuten“, oder „Benutze nicht Waffe Y“ erreiche, gibt es am Ende mehr Schädel. Mit den Knochenköpfen kaufe ich Verbesserungen für meine Fallen, die bis zum Ende des Spiels, also levelübergreifend wirken.