Ein schelmisches Funkeln blitzt in den Augen von Kollege Roland, während er mir die neueste Download-Gaudi schmackhaft machen will, von der ich natürlich noch nie gehört habe. "Ist wirklich witzig, wie ein Tower-Defense-Spiel, aber mit Fallen statt Türmen und schrägem Humor".
Ork müssen sterben, ich muss grinsen – eine clevere Variation des ohnehin süchtigmachenden Tower-Defense-Genres, voller Humor und schöner Einfälle.FazitKlingt doch prinzipiell prima, ich brauche sowieso noch ein nettes Spiel, bis sich Microsoft und Double Fine juristisch auskäsen und endlich das lange verhinderte Trenched in Europa veröffentlichen – unter dem neuen Namen "Iron Brigade", wohlgemerkt.
Rolands Empfehlung kommt an, doch das ist nur die halbe Miete, denn dank Privatfernsehen und Shooter-Sucht habe ich ein Kurzzeitgedächtnis wie ein Regenwurm. Was den Deal letztendlich besiegelt und das Spiel in meine Synapsen brennt, ist der Titel: Orcs Must Die! So simpel, so vielsagend, pure Poesie. In mir wird eine leichtherzige Erwartungshaltung geweckt – offenbar nimmt man sich nicht zu ernst, sondern setzt stattdessen auf ordentlichen Ulk und Spielspaß satt.
Einer gegen alle. Ein riesiger Spaß.Der alte, langbärtige Kriegsmagier ist bedrückt. Jahrzehntelang hat er die Festungen seines Ordens vor heranrückenden Wellen übler Monstren verteidigt, mit Armbrust, Schwert, Magie und zahllosen Fallen. Doch nun geht er unfreiwillig in den Ruhestand, denn er rutscht auf einer steinernen Treppe aus und bricht sich den Schädel.
Seine letzten Gedanken gelten der Frage, wer seine Nachfolge antritt. Es graust ihm, sein Blick fällt auf seinen Schüler – ein Großmaul und Grünschnabel, übermütig und leider einer der letzten noch verbliebenen Magier, die nun in den Burgen und Kathedralen des Ordens diverse Dimensionsportale vor einfallenden Orks und anderem Gesindel verteidigen müssen. Die letzten Worte des Alten: "Diese Welt ist dem Untergang geweiht..."
In der Rolle des namenlosen Jungspunds erben wir also Armbrust, Klingenstab und die ersten paar Fallen unseres alten Meisters und finden uns auf einem schmalen Korridor wieder. An einem Ende steht eine große leuchtende Kugel, der Rift, ein Dimensionsportal und Objekt der Begierde für die Grünhäute. Auf der anderen Seite: eine halbwegs massive Holztür, verriegelt mit einem großen Balken, und von außen rammt jemand energisch gegen die Pforte und grunzt wie... nun, wie ein Ork eben. Wir haben offenbar keine Zeit zu verlieren.
Die Eindringlinge im Nahkampf zu bekämpfen, das ist die naheliegende Methode.Normalerweise würde an der Stelle ein Tutorial starten, nicht aber in Orcs Must Die! Man bekommt schnell übergebraten, dass man nur dann ein guter Verteidiger wird, wenn man kein Problem damit hat, oft und mit Karacho aufs Fressbrett zu fliegen. Was echte Tipps und Hinweise angeht, ist das Spiel erstaunlich maulfaul und lässt den geneigten Orkschlächter vor der Xbox bzw. dem Rechner lieber selbst herumprobieren. Fallen erhalten nur Minimalbeschreibungen, die von den eindringenden Orks bevorzugten Wege sind höchstens notdürftig gekennzeichnet und später, wenn es mehr Gegnervarianten, mehr Eingänge für die Feinde und sogar mehr Rifts, also zu verteidigende Ziele gibt, scheitert man quasi zwangsläufig ein paar Mal.
Aber noch ist alles einfach: ein gerader Flur, ein idealer Engpass. Aus der Third-Person-Perspektive sehen wir uns um, öffnen dann unser Buch mit den Zaubersprüchen und wählen aus unserem anfangs beschränkten Arsenal unsere Waffen. Stachelfallen verstecken wir im Boden, tödliche Pfeile schießen aus den Wänden und Teergruben verlangsamen die Meute. Alles wird taktisch und mit einfacher Steuerung platziert, das notwendige Kleingeld geht dabei von unserem Konto ab.
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Falls Du es noch net rausgefunden haben.. deinstalliere mal die Demo bzw das Game und lade neu runter. Dann funzt es. War bei mir auch so.
Bleibt ja bei den (im Test nicht erwähnten) günstigen Preis zu hoffen, das genug leute zuschlagen udn ein eventueller Nachfolger diesem MP dann bietet.
Zusätzlich sieht man vor jeder Mission, welche "schweren" Gegner auf einen zukommen. Wer hier clever agiert und bei Sichtung eines Feuergolems direkt das Eisamulett mit ins Inventar nimmt, hat leichtes Spiel.
Zur Standardausrüstung sollte außerdem der Windgürtel gehören, mit dem man alle normalen Gegner um viele Meter zurückstoßen kann, so dass diese nochmal durch Fallen laufen müssen. Außerdem ignorieren die meisten Feinde Barrikaden, mit denen man herrliche Engpässe an Wänden gestalten kann, wo dann von der Seite und unten direkt das Unheil lauert :)