OnLive ist tot, es lebe Onlive. So oder so ähnlich könnte man die aktuellen Geschehnisse rund um den Streaming-Dienst beschreiben, die sich in den letzten Stunden zugetragen haben.

OnLive - Unternehmen aufgelöst, Mitarbeiter entlassen und mit unbekanntem Investor neu gegründet

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Den OnLive-Service wird es auch weiterhin geben
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In der bisher einzigen offiziellen Stellungnahme wird erklärt, dass alle Teile von OnLive in ein neu gegründetes Unternehmen verlagert werden, dass aus einer nicht näher erwähnten Quelle mit bedeutenden Geldmitteln unterstützt wird. Ein großer Teil der Mitarbeiter soll in die neue Firma übernommen werden, alle OnLive-Dienste werden auch weiterhin zur Verfügung stehen.

Was sich hinter den Kulissen zugetragen hat, kommt nun immer mehr zum Vorschein. Während eines Meetings am gestrigen Tag gab der OnLive-Geschäftsführer Steve Perlman bekannt, dass mehr als 50 Prozent der 180 bis 200 Mitarbeiter entlassen werden. Unbestätigten Berichten zufolge, sollen nur etwa 20 Prozent eine Einladung erhalten haben, um ihre Arbeit im neuen Unternehmen fortzusetzen. Dabei soll es sich neben dem Management um einige Techniker handeln, damit der Service weiter fortgesetzt werden kann.

Zusätzlich wurde offenbar eine Form der Insolvenz angemeldet, bei der das Eigentum von OnLive vor Gläubigern geschützt wird und es auf das neue Unternehmen transferiert werden kann. Die Aktien, welche die Mitarbeiter erhalten haben, sind damit jedoch wertlos.

In den letzten Monaten soll es mehrere Angebote für eine Übernahme gegeben haben, darunter von Hewlett-Packard. Angeblich wartete man jedoch auf ein Angebot von etwa 1 Milliarde US-Dollar. Bei dem jetzt gefundenen Investor soll es sich nicht um ein großes Unternehmen handeln, sondern eine Einzelperson, die von der OnLive-Idee beeindruckt sei.

Aus Unternehmenskreisen heißt es zudem, dass Steve Perlman nach der Akquisition von Gaikai durch Sony gedroht habe, selbige zu verklagen. Man warte auf den richtigen Zeitpunkt und werde dann das eigene Patent zum Streamen von Videospielen hervorholen.

Bei den angeblich zwei Millionen OnLive-Usern handle es sich zudem nur um die Anzahl der Registrierungen. Die gleichzeitige Nutzerzahl soll durchschnittlich bei nur etwa 1.800 liegen.