Schon seit einer Weile ist die Idee des Streamings von Spielen und die damit verbundene Befreiung von Hardware ein interessantes Geschäftsmodell. Seit gestern ist OnLive in den USA und in Großbritannien online gegangen und liefert dort plattformunabhängig Spiele über das Internet aus.

OnLive - Games-Streaming-Dienst in den USA gestartet

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Die Idee, die hinter OnLive steht, ist so einfach wie revolutionär: Computerspiele sollen auf einem Server laufen und von dort aus über das Internet an quasi jedes beliebige System geliefert werden, dass an einer schnellen Internetleitung hängt.
Dabei kommt es nicht darauf an, wie aufwändig die Spiele sind oder welche Grafikleistung sie erfordern.

Die gesamte Rechenleistung übernimmt bei OnLive die Serverfarm, die aus einer Reihe von Dell-Servern mit Grafikprozessoren (da diese eine höhere Rechenleistung erzielen) besteht. Vom Spiel selbst wird lediglich ein Videostream in Echtzeit an den Spieler geschickt, sodass auf der Spielerseite keine große Grafik- oder Speicherleistung mehr nötig ist, sondern nur noch eine schnelle Internetverbindung, damit der Videostream verlustfrei angezeigt werden kann. Um das Spiel dann auch zu kontrollieren, werden die Eingaben, die der Spieler macht, wieder zurück an den Server geschickt. Wenn man so will, dann kann man sich also die Internetleitung zwischen Server und Spieler als eine Art "verlängertes Controllerkabel" vorstellen.

Über diese Technik verspricht sich OnLive, Spiele plattformunabhängig streamen zu können. Auf der E3 wurde bereits eine Demo gezeigt, die deutlich macht, dass der Dienst prinzipiell sogar mit Apples iPad funktioniert. Zielgruppe sollen zunächst aber hauptsächlich PC und Mac sein. Durch eine Partnerschaft mit AT&T dürfen amerikanische Kunden der ersten Stunde sogar ein Jahr lang kostenlos Spielen - dabei werden Titel wie Assassin's Creed 2 oder Dragon Age: Origins angeboten.

Die Konkurrenz schläft allerdings auch nicht. So versucht das israelische Unternehmen Playcast eine ähnliche Idee auf den Markt zu bringen: Über IPTV und das Kabelnetz sollen Spiele an Set-Top-Boxen gestreamt werden. Damit wäre es dann möglich, quasi mit jeder derartigen Box zu zocken - ohne eine Konsole anschaffen zu müssen. In Israel funktioniert das System bisweilen einwandfrei, auch wenn erst einige hundert Haushalte angeschlossen sind.