Online-Rollenspiele finden immer mehr Beachtung in den öffentlichen Medien. Letzte Woche haben sich auch die Jungs von Spiegel Online mit einem ganz besonderen Phänomen auseinandergesetzt: Der Faszination vieler MMORPG-Spieler, in den Online-Welten böse Charaktere zu spielen oder sogar richtig böse Dinge zu tun.

Als Beispiel dafür berichtet Spiegel Online von einem Fall aus dem Weltraum-MMORPG EVE-Online, wo sich eine Gruppe Spieler mit hoher krimineller Energie über einen längeren Zeitraum in eine große, bekannte und reiche Corporation (Spielergemeinschaft) eingeschlichen hat und diese dann bei passender Gelegenheit überfallen und bis aufs letzte ausgeraubt hat. Dazu noch wurde der Charakter der Chefin bei einem Hinterhalt getötet. Die geraubten virtuellen Geldbeträge und Gegenstände hätten dabei nach Angaben von Spiegel Online einen realen Ebay-Marktwert von über 16.000$ gehabt.

Spiegel Online bringt noch ein zweites Beispiel: Das Phänomen der Seuche in World of Warcraft. Charaktere, die sich diese Seuche eingefangen haben, bei der sie Blut und Lebensengerie verlieren bis hin zum virtuellen Tod, können diese auf andere Spielcharaktere übertragen. Auf einigen Servern von WoW sei dies z.T etwas außer Kontrolle geraten, so dass viel größere Flächen von diesem Phänomen betroffen waren als von den Programmierern ursprünglich vorgesehen.

Dass in Spielen negative Rollen gespielt werden, steht hier eher außer Zweifel. Verwundert ist der Autor des Artikels aber darüber, dass kriminelles Verhalten anderen Spielern gegenüber und die "Seuche" bei WoW von den meisten befragten Spielern überwiegend positiv aufgenommen wurde!