Nicht mit mir! Wenn jemand allen Ernstes glaubt, ich verbrenne mir hier mit einer TOR-Bewertung die Finger, dann hat derjenige sich nicht nur geschnitten, sondern gleich selbst amputiert. So verrückt kann kein Tester sein, dass er sich eindeutig auf die Seite der Fanbois oder Hater schlägt und damit Briefkasten, Auto oder Körperteile der Gefahr des ungehemmten Schwarzpulverausbruchs aussetzt.

Weil ich also ein feiges rosa Nutztier bin, habe ich beschlossen, in der heutigen TOR-Bewertung ausschließlich Drittpersonen zu Wort kommen zu lassen. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Bewertungen der folgenden Autoren keinesfalls die Meinung des Glossenschreibers widerspiegelt, und sollte eine der folgenden Bewertungen mit der Meinung des Lesers nicht übereinstimmen, so geschieht dies rein zufälliger Natur und ist in keinster Weise beabsichtigt.

Hennes Bleichfels aus Aschenaffenburg klagt: „Ich finde SWTOR doof, weil die bei EA mich für doof halten. Da verliert man ja noch eher beim Popeln in der Nase die Orientierung, als dass man bei diesen Kinderquests nachdenken muss. Das ist alles viel zu geradlinig und stocksimpel, und zu allem Überfluss mutiert die Map zur Lösungshilfe. Wer hier das Wort schwierig in den Mund nimmt, der muss bestimmt fünfmal täglich gewickelt werden.“

Herlinde Gorbinger aus Breitschmaltal stellt fest: „Die Datacrons sind ein fantastisches Minigame und bieten gleich mehrere Herausforderungen. Weil ich eine ehrgeizige und ehrliche Spielerin bin, verwende ich keine Spoilerseiten und durfte deswegen schon einen Monat meines Lebens mit der Suche nach ihnen verbringen. Nach deren Entdeckung beginnt meistens ein Geschicklichkeitsspiel mit knackigen Sprungorgien. Da die Avatarsteuerung so schwammig wie eine Kajaklenkung ist, muss ich mir seit Release die Fingernägel nicht mehr schneiden, weil diese regelmäßig von der Leertaste abgeschliffen werden.“

Olniggs Glosse - The Olnigg Republic

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Trooper kann nur werden, wer sowohl über einen Waffen- als auch Gabelstaplerschein verfügt.
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Detlef Gorsike aus 86452 Kloberstadt in der Mühlgasse 412 will anonym bleiben und flucht: „Da habe ich mir zu Weihnachten die teuerste Grafikkarte der Welt schenken lassen und sobald ich Antialiasing einschalte, kann mein Ventilator Haare föhnen und Drachen steigen lassen. Wenn kein AA an ist, ist zwar Ruhe im Gehäuse, aber dann habe ich ein Minecraft im Weltall. Nur die Personen- und Objektschatten haben eine gleichbleibend abführende Wirkung und sehen immer aus wie mit Kopfsteinpflaster gesteinigt. Offensichtlich wurde der Quellcode nicht erstellt, sondern erbrochen.“

Peter Pahn aus Immerland lobt: „Dieses Spiel hat für jeden etwas. PvP, Weltraumkampf und Crafting. Nicht auszudenken, was in ein paar Jahren alles dazukommen wird. Dieses MMO hat zum Release schon Dinge, die andere bei ihrem Ende noch nicht hatten.“

Jimmy Haken aus Tottenkopfingen würgt: „Dieses Spiel hat von allem etwas, aber nichts richtig. PvP steckt in den Kinderschuhen, der Weltraumkampf wartet auf seine Sklavenbefreiung von den Schienen und Crafting könnte sich eines Tages auszahlen, wenn man sich endlich auf Orange oder Lila einigen könnte. Wenn ich eine Baustelle finanzieren wollte, dann könnte ich mein Geld gleich in den nächsten Betonmischer werfen.“

Berta Bremsig aus Freihausen schwärmt: „Ich finde die Forenmoderatoren süß. Selten habe ich Mitarbeiter gesehen, die so fleißig, ehrlich und geradeheraus agieren durften. Bei so viel Fingerspitzengefühl wird meine Haut ganz neugierig. Könnte mir vielleicht jemand ihre Telefonnummer geben?“

Trial me

Egon Protzballner aus Auxburg ketzt: „So einen miesen Support habe ich zum letzten Mal bei einer Kreuzfahrt erlebt, wo ich von dem Kapitän aus dem Rettungsboot gekickt worden bin. Jetzt habe ich schon zehn verschiedene Tickets zu ein- und demselben Bug erstellt und immer noch keine Antwort erhalten. Meinen Freunden geht es ebenso. Wenn ich hochrechne bedeutet das bei 1,7 Millionen Spielern, dass ihr Schlafmützen keine 17 Millionen Kundenanfragen beantwortet könnt. Für meine 13 Euro im Monat kann ich doch zumindest einen persönlichen Fachberater erwarten. Wenn mir jetzt nicht bald irgendjemand verrät, wie man das dieses Spiel kündigen kann, dann kündige ich!“

Max Knute aus Gelbenkirchen stört: „Die Vertonung mag ja schön und gut sein, aber hätte man denn nicht wenigstens bei den Quests darauf verzichten können? In meiner Firma schnauzt mich schon der Chef den ganzen Tag an. Komm ich heim, kreischen mir die Kids entgegen und wenig später übernimmt dann meine Alte die Nachtschicht und textet mich mit ihren Hühneraugenstorys zu. Und zu allem Überfluss beginnt jetzt auch noch mein Hobby mit dem Dauerlabern. Ich will endlich wieder eine neues Stummfilm-MMO.“

Chris Wulf aus Bärlin gibt zu bedenken: „Die Grafik leidet unter totalem Realitätsverlust. Ein Spiel im Stil eines Zeichentrickfilms zu halten, mag zwar eine Menge jugendlicher Abonnenten bringen. Aber für Menschen wie mich, die auf Sex and Crime stehen und sich ein Dragon Age mit Neonwaffen gewünscht haben, ist das nichts. Zumal die sehr professionelle Vollvertonung geradezu nach Realismus schreit. Man stelle sich vor, die akzent-erotische Stimme von Penelope Cruz würde einem Schweinereien ins Ohr flüstern, und sobald man freudig erregt den Kopf dreht, erblickt man das Gesicht von Homer Simpson.“

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Wussten Sie, dass das Wort „Tresen“ seinen Ursprung in dem Verb „verwesen“ hat?
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Ulla Weild aus Lügnitz am Inn fragt: „Ich verstehe nicht, warum es solche Dinge wie ein freies User Interface und ein Auktionshaus in fertig nicht gibt? Das müsste doch ein Blinder mit Augenbinde um Mitternacht noch erkennen, dass dies heutzutage MMO-Selbstverständlichkeiten sind. Ob die Entwickler als Belohnung für schnelle Arbeit davon befreit waren, ihr Spiel selber spielen zu müssen?“

Bob Billing aus Redwood City forscht: „Hat jemand meinen Chef gesehen? Ich müsste ihn dringend sprechen, weil ich zu meinem Entsetzen heute in unserer Buchführung einen Fehlbetrag von 50 Millionen Dollar entdeckt habe. Augenscheinlich ist lediglich die Hälfte der ursprünglich für die Entwicklung einer Software vorgesehenen Gelder zur Auszahlung gekommen. Sollten Sie etwas über den Verbleib meines Chefs wissen, so nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf. Zuletzt wurde er an Bord seiner neuen Motorjacht vor Antritt einer Probefahrt nach Südamerika gesehen.“

Olli Nick aus dem Irgendwo resümiert: „Auch wenn sich der Publisher den Gesamtmarkt gewünscht haben dürfte, ist TOR das erste Adventure-Online-Rollenspiel und somit ein sehr gutes Nischenprodukt mit einer Menge frischer Ideen geworden. Wer umfassend erzähltes, aber leider nicht auslebbares Rollenspiel in einem stimmungsvollen Ambiente alleine oder in Kleingruppen erleben will, für den ist seit Weihnachten täglich Weihnachten. Wer allerdings ein anderes Onlinespiel für TOR verlassen will und hier ein simples Addon seines bisherigen Favoriten erwartet, der sollte den Rückzug schneller antreten als ein Römer beim Anblick eines heranfliegenden Hinkelsteins. TOR ist Oberklasse, aber bestimmt nicht für alle.“

Fred vom Jupiterplatz will woanders spielen: „In England kann man doch auf alles wetten. Ich würde ganz gerne 12 Euro 99 darauf setzen, dass SWTOR im März 2013 F2P wird.“