In diesen schweren Zeiten, in denen jeder Grieche den deutschen Euro zweimal umdrehen muss und in denen die Politiker weltweit den Beweis antreten, dass selbst bei alten Säcken genügend Zeit für Kindergartengezänk bleibt, da liegt die Notwendigkeit zur Selbsthilfe nahe. Wie aber das eigene Geld retten? Wie das Ersparte, Kundenabgeschwätzte oder Hinterzogene sicher verwahren? Höchste Zeit für den Superbankman Olnigg.
Bevor wir uns Gedanken über eine sichere Geldanlage machen, sei zuerst ein Blick auf die Geschichte geworfen. Wer die Zukunft erahnen will, der muss die Vorzeichen der Vergangenheit erkennen lernen. Als zum Beispiel in grauer Vorzeit Ultima Online die kommerzielle Geburtsstunde des MMO einleitete, wusste jeder Mensch augenblicklich zu erkennen - zumindest diejenigen unter ihnen, die für die Nahrungsbeschaffung zum Geldbeutel und nicht zum Speer greifen - dass die Geburtsstunde umwälzender Ereignisse geschlagen hatte. Doch UO war nicht nur ein Spiel. UO war weit mehr. UO war bereits weit vor dem Einsetzen des ersten Account-Schwundes ein toter Fisch, aus dessen Innereien ein geübter Seher die Zukunft herauszulesen vermochte.
Waren vor UO wahre Geldberge vonnöten, um den Nachbarn mit einem neuen Luxusauto zu beeindrucken, so gereichten plötzlich ein paar seltene Rüstungstücke und imaginäre Hausgegenstände, um das Umfeld vor Neid erblassen zu lassen. Ebenso war auf einmal vergessen, wie grausam es einst gewesen war, sich allabendlich der verdummenden Fernsehunterhaltung aussetzen zu müssen. Konnte man doch neuerdings durch chattende Eigeninitiative aktiv zur Verblödung der Welt beitragen. Und mussten wir uns bis zu diesem Zeitpunkt noch mühsam zur nächsten Kneipe schleppen und dort eine Schlägerei anzetteln, um den eigenen Aggressionsabbau anzukurbeln, so war mit der PvP-Erfindung urplötzlich eine Pflaster meidende Alternative geboren.
Aber was hätte ein professioneller Zukunftsforscher seinerzeit aus UO folgern können? Ganz einfach. Gegenstände mit geringem Materialwert nach denen trotzdem gesabbert wird, als wären sie die letzten Sauerstoffflaschen an Bord eines Raumschiffs mit Marsmission, haben den Apple-Erfolg lange vor seiner Zeit angekündigt. Das Heraustreten aus der heimischen Lethargie hinein in eine große Online-Gemeinschaft unter der Gefahr sich durch Preisgabe der eigenen Fertigkeit mit größtmöglicher Effizienz lächerlich zu machen, ist ein eindeutiges Omen für Facebook. Und nicht zuletzt ist der virtuelle Kampf, bei dem das eigene Geschick und Denken zwischen erfolgreicher Durchführung und schmachvoller Niederlage entscheidet, der perfekte Vorbote von ElsterOnline.
Kehren wir in die Gegenwart zurück. Damit Sie heute Ihre Scheinchen zukunftssicher vor der europäischen Verwesung retten können, seien Ihnen drei Signale der Neuzeit präsentiert.
Der erste Fisch aus dem Sie lesen müssen ist ein bereits etwas stinkender aus dem Sommer 2009. Damals stellte die Firma Turbine das vor sich hindümpelnde Spiel Dungeons & Dragons Online auf F2P um. Zum ersten Mal wagte es eine Firma, gleichzeitig sowohl das bisherige Abo-Modell als auch das kostenlose Spiel zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde der Kauf von spielbeeinflussenden Items erlaubt. Doch trotz eines warnenden und klagenden Aufschreis der Community, die Abwanderung und Briefbomben prophezeiten, geschah das Unfassbare. In der direkten Folge verdreifachten sich die Umsätze. Was lernen wir daraus? Für jeden jammernden und kündigenden Unterklassespieler stehen drei gebefreudige Neukunden bereit, die nicht nur beim Golfschlägerkauf erwarten, dass durch die Gabe von reichlich Zahlungsmitteln das eigene Leistungsdefizit kompensiert werden kann.
Den zweiten Hinweis gibt die Statistik. Unlängst wurde die MMO-Welt durch eine Sensationsmeldung erschüttert, die erstaunlicherweise bei der Presse nur zu einer sehr eingeschränkten Veröffentlichungswürdigung geführt hat. Seit Beginn der Aufzeichnungen über das Gesamtaufkommen von monatlichen MMO-Abogebühren wurde erstmals ein Rückgang der Account-Einnahmen verzeichnet. Im Jahr 2010 wurden 5 Prozent weniger Einnahmen erzielt als im Vorjahr. Beim Umsatz durch den Verkauf von virtuellen Items hingegen konnte ein Zuwachs von 24% verzeichnet werden. Der Mensch verweigert sich also zunehmend der pauschalen Obulusentrichtung und will seine Geldgaben lieber zielgerichteter und somit effizienter vornehmen. Wozu eine überteuerte Monatskarte kaufen, wenn man vom Fahrkartenkontrolleur lediglich zweimal im Jahr erwischt wird?
Als Drittes sei eine einzige Zahl genannt: 4,5 Milliarden. Das ist der Umsatz, den die Firma Activison Blizzard im Jahr 2010 gemacht hat.
Und jetzt versuchen Sie, mit dem Fischschmökern zu beginnen. Was müsste passieren, damit man eine 3 mit einer 4,5 multiplizieren darf? Und wird dieses Ereignis nie, vielleicht oder garantiert eintreten? Könnte es sein, dass Sie soeben den ersten Kurs- und Dividendenteich für Ihre Kröten gefunden haben?
Doch seien Sie nicht lesefaul und blättern Sie im Fisch eine Seite weiter. Welche Branchen gibt es noch, die ebenfalls von einem F2P-Modell profitieren würden? Könnten etwa die örtlichen Verkehrsbetriebe hellhörig werden und zur Milderung der Schwarzfahrerei auf Zusatzeinnahmen durch Mikrotransaktionen zurückgreifen? Für Premium-Mitglieder ändert sich nichts, aber im Item-Shop gibt es zukünftig den Sitzplatz zu kaufen und auf dem Dach darf man ganz offiziell umsonst mitfahren. Wie wäre es also mit einer Beteiligung an einem Fuhrunternehmen?
Außerdem wäre eine Senkung der monatlichen Abgabelast möglich. Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen wird durch die Einführung von Pay2Survive nachhaltig bekämpft. Welcher Kranke würde nicht ein paar Euro aus eigener Tasche dafür bezahlen, dass sich die Erfolgsaussichten der anstehenden Operation drastisch erhöhen? Doch nicht die Chefarztbehandlung an sich kostet Aufpreis, sondern die Shop-Bestellung eines Chirurgen, der garantiert keine Doppelschicht hinter sich hat. Für die Fans von Social Items steht der mietbare Anblick einer Krankenschwester in den Stufen Bronze, Silber und Gold zur Verfügung, die über maximale Taillenweiten von jeweils 100, 80 und 60 cm verfügen.
Und schon mal darüber nachgedacht, Ihr eigenes Leben mit dem F2P-Modell in Einklang zu bringen? Verzichten Sie künftig auf feste Gehaltszahlungen und bieten Sie Ihrem Chef die Qualitäten Ihres Arbeitslebens, wie Pünktlichkeit und fristgerechte Sachbearbeitung, gesondert an. Selbstverständlich haben Sie für gehobenere Ansprüche auch ein Platinum-Paket im Angebot, welches mit den beiden Extras „Internetenthaltsamkeit am Arbeitsplatz“ und „vierwöchigem Mobbingverzicht“ zu glänzen weiß.
Sie sehen, es ist so leicht zu erkennen, wo in der Zukunft das Geld liegt. Nur sollte man dann nicht gleich jeden Fisch essen, der auf den Tisch kommt.
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
SyndicatePC, XBox 360, PS3: 23.2.2012 Test lesen
The Witcher 2: Assassins of KingsXBox 360: 17.4.2012
ich als 65jähriger und alt -sozi teile deine meinung 100%
doch bei f2p erwisch ich mich selber auch manchmal,das,statt sie zu löschen,ich den dämlichen shopbutton drücke und das,obwohl ich VIP bei Hdro bin
Vielleicht brauchen wir einfach mehr Verweigerer. Menschen die erkennen das man vieles ändern könnte wenn man beginnt sehr hart durchzugreifen und die Individuen zu entfernen die auf Gier basierend Mengen an wirtschaftsleistung Horten. Denn wenn Blizzard die Millarden Zahl umgesetzt hat und danach dann vielleicht noch so 1 - 2 Millarden als Reingewinn eingestreicht hat, frage ich mich warum diese Firma ihrerseitz nicht mal beginnt ein wenig was davon wieder zurück zu geben. Nicht als Flugtiert im Spiel oder sowas. Sondern vielleicht einfach mal einen Park eröffnent oder vielleicht einmal eine Stelle finanziert die der Suchtberatung gilt.
Soziale Verwantwortung sollte man dabei nie vergessen. Aber ich denke das hat unser Olnigg schon lange verstanden.
Denn wenn einer 400 Tonnen Äpfel hortet solltet er beginnen Sie zu teilen. Naja vielleicht bin ICH auch einfach so erzogen worden das man einander hilft und nicht den Neid zu tage trägt.
Mit dem Ergebnis das ein jeder gerne seine Behandlung in das nächste Quartal verschiebt und somit die Kosten am Ende höher sind , aber sie es drum gut gemacht Herr Rösler. Die Gesundheitsreform wirkt sich ja in den Blianzen so richtig nach der nächsten Wahl aus und das wird ein böses Erwachen. Nicht wegen dem Verlieren sondern weil man sich dann Gedanken machen darf um eine Methode wie jeder hinkann ohne eben wieder den Pay2GetHealed zu entrichten.
Zielgerichtet Bezahlen? In Spielen wer so dumme ist soll es tun :) Im Endeffekt schwächelt und kränkelt unsere Welt schon lange. Spiele und die Ausnutzung des menschlichen Faktors mit dem "I want the WIN" sind dort nur Kennzeichen einer Gesellschaft für die Gier, Raubtierhaftes verhalten und vorallem Wertlosigkeit inzwischen seltsamerweise mehr Stellenwert hat als "gute" Werte.
Hochkulturen definieren sich auch darüber wie man mit der Gemeinschaft, den Nachbarn aber auch inbesondere mit den "Feinden" umgeht.
So wie es zur Zeit aussieht bauen wir ab. Wir bauen schwer ab ! "Im Jahre 1883 führte Bismarck die Krankenversicherung ein, 1884 die Unfallversicherung und ab 1889 konnten die Arbeitnehmer sich erstmals gesetzlich gegen die Folgen von Alter und Invalidität absichern. In den folgenden Jahren baute man das Sozialsystem kontinuierlich aus: 1912 gab es eine Sozialversicherung für Angestellte, 1927 trat die Arbeitslosenversicherung in Kraft. Als jüngster Zweig der deutschen Sozialversicherung wurde die soziale Pflegeversicherung ab 1994 stufenweise eingeführt. "
Doch inzwischen soll sich jeder wieder zusätzlich Versichern, bietet der staatlich geforderte UND vorgeschriebe Schutz keinen Schutz mehr oder eben nur noch eine marginale Zulage zum Schutz.
Damit wäre nicht mehr jeder Arbeiter abgesichert.
Toll.
Sind wir also wieder bei dem 18jh. angekommen? Sind wir alle solche egoistischen Schweine geworden das "Neid" unser tun bestimmt?
"Gegenstände mit geringem Materialwert nach denen trotzdem gesabbert wird, als wären sie die letzten Sauerstoffflaschen an Bord eines Raumschiffs mit Marsmission..."
Zeigt sich da nicht die verblendung der Menschen? Der Faktor das man sowas erwartet und "ersabbert" was eigentlich völlig egal ist? Die Masse ist befriedigt einer hat was bezahlt und alle anderen wollen es auch haben.
einfach nach indien ziehen ;) da ist das schon längst realität, mit dem sitzplatz auf dm dach ;)
werbung? seit wann gibts hier werbung?^^ seh hier keine werbung^^
Für eine werbeifreie Version von
Für eine werbeifreie Version von Gamona würde ich sogar einen Premiumzugang zahlen, sofern der Preis nicht übertrieben ist und man mit einem Opera einwandfrei surfen kann...^^
Was soll der Spruch denn? Hast du keine Lust mehr auf die suggestiven Layervideos von gamona? Magst du die hypnotisch blickenden Banner nicht mehr? Wovon soll sich Garry seine alljährliche Yacht kaufen? Und seine Nut... ähm Matrosinnen brauchen auch ihr Geld. Und erst die Redaktion... Bentleys wachsen ja nicht auf Bäumen!
Für eine werbeifreie Version von Gamona würde ich sogar einen Premiumzugang zahlen, sofern der Preis nicht übertrieben ist und man mit einem Opera einwandfrei surfen kann...^^
Es gibt Seiten (vor allem Browsergames) wo man sich genau das kaufen kann...
Wer sich in den Kommentaren verewigen möchte hat jetzt die Möglichkeit sich Kommentarcredits zu kaufen. Für nur ein paar Euro darf man sich Screenshots der getesten Spiele ansehen, und wer richtig tief in die Tasche greift darf manchmal sogar ein Video ansehen.
Sowas wird bei mir NIE im Angebot enthalten sein xD dann müsst ich ja 8 1/2 h am Tag Desktop starren...neeee böse Idee
aber wieder wunderbar geschrieben, fast wie früher :D