Olniggs Glosse – Kolumne

Ausgabe 114: Scheunentore

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09. Juni 2011 12:00 Uhr

Wenn sich in Bayern ein Almbauer unter den Odelwagen legt, ohne dass er diesen vorher mit Keilen vor dem Anrollen absichert, dann schallt man ihn einen Deppen. Wenn ein Formel-1-Rennfahrer mit seinem PS-starken Boliden das Rennen beginnt, ohne dabei einen Helm zu tragen, dann würde man diesen auch ohne Crash umgehend in die nächste Klinik einweisen. Und wie weiß Sony das alles zu toppen?

Zuerst wird das Playstation Network gehackt und Abermillionen Kundendaten beginnen ihre Odyssee in die Welt hinaus. Nach einem Monat Zwangspause werden die Server endlich wieder hochgefahren, nur um dann festzustellen, dass die Webseite für die Neuvergabe der Passwörter eine schwere Sicherheitslücke aufweist und umgehend heruntergefahren werden muss. Die Krönung menschlichen Primatentums ist der unlängst eingetretene Super-GAU bei Sony Pictures. Erneut verselbstständigen sich sensible Kundendaten aufgrund vorsintflutlicher Sicherheitskonzepte.

Doch selbst die verantwortlichen Hacker können ihrem Tun keinen wirklichen Triumph abgewinnen, weil der Einbruch so simpel war, als hätte man ein offenes Scheunentor einzurennen gehabt. Doch wie reagiert Sony auf den letzten Fall? Wie immer. Das Schema F antiquierter Firmenführung wird abgerufen. Bei Bekanntwerden der ersten Gerüchte und Meldungen aus der Hackerszene erfolgt zuerst das Dementi. Sobald das eigene Unvermögen nicht mehr kaschierbar ist, weil immer mehr Bytes auf Freigang entdeckt werden, erfolgt verschämt und verspätet die Bestätigung…

Parallel zum Eingeständnis beginnt der medienwirksame Ruf nach dem FBI. Wieso eigentlich? Wieso ruft die Firmenleitung im Schadensfall stets umgehend nach dem FBI und nicht nach dem Psychiater? Die Sicherheitslücken liegen doch längst offen. Vor weiterem Datenmissbrauch schützt also einzig das Abschalten der Server und keine flächendeckenden Straßensperren von Interpol, geschweige denn ein erdumfassendes Einmarschieren von Blauhelmkontingenten.

Oder geht es Sony in Wahrheit um Täterjagd und Racheausübung anstatt um zukünftige Schadensvorbeugung? In das gleiche Horn scheint ja auch die amerikanische Regierung zu blasen, indem sie neuerdings im Falle von Cyberangriffen für sich das Recht auf militärische Gegenschläge in Anspruch nimmt. So ist’s recht, Herr Friedensnobelpreisträger. Wenn sich der kleine Lukas aus dem Wedding widerrechtlich im Pentagon einloggt, dann werden die Sicherheitslücken am wirkungsvollsten geschlossen, indem man Berlin einebnet.

Obwohl? Wenn der Bahnchef Grube mit getarnten IP-Adressen richtig umzugehen wüsste und in dessen Folge ein Einsatzkommando der Navy Seals dem Stuttgarter Altbahnhof den finalen Kopfschuss geben würde, dann wäre eine völlig neue Ausgangslage geschaffen und das Bauvorhaben hätte wieder „Nomen est omen“ freie Fahrt.

Kommentare 5
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L3viathanL3viathan12.06.2011 16:46
Typo im verletzten Satz: Sollte "von mir" heißen ... der Kommentar kann dann auch gelöscht werden :)
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Hubsi10.06.2011 15:24
Wie tief kann man eigentlich noch sinken. Echt sony einfach nur epic fail.........

Wenns jetzt noch leute gibt die produkte dieser firma kaufen, müssen die gehirn ambutiert sein.

Hoffe dieses degenerierte Relikt eines mutierten Konzernmonsters wird jetzt für immer eingeschläfert.

Die Play Station selbst wär ja zu retten. Wenn jemand so klug wäre und die so wieder produzieren würde, wie es von prototyp vorgesehen war, könnte die leicht die x box toppen.
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oben09.06.2011 18:57
Ich glaube Sony geht pleite...
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ChaosMoleChaosMole09.06.2011 12:48
HAHAHA sehr schön das sind in etwa meine Gedanken zu dem Thema seit Wochen, bloß öhh ohne Concierge
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Kousaka Kirino09.06.2011 12:31
Great :) Und dank dir weiß ich schon was ich zum einschlafen gucke. "Ein Concierge zum verlieben" , ein schööner Film :)

Sony kann meinen Schatten lecken.
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