Personen, die planen im Rahmen ihrer späteren Berufsausübung in die Scheinwerfer der Öffentlichkeit zu treten, können nicht gut genug darauf vorbereitet werden. Denn es vermag einzig einem sehr gebildeten Bevölkerungsteil gelingen, es nicht nur einem einzigen Vorgesetzten, sondern einer kompletten Gesellschaft recht machen zu können. Um hierbei den Gelderwerb auf Dauer abzusichern, bedeutet es zwangsläufig die eigene Persönlichkeit und das Rückgrat der jeweiligen Sache unterzuordnen.
Wen mag es angesichts solch hoher Berufsanforderungen noch verwundern, dass die Zwischenprüfungen der Studiengänge Politologie und Demagogie als die schwierigsten des deutschen Hochschulwesens gelten. Wer beim Wellenreiten zwischen Volksmeinung und Versprecherklippen nicht untergehen und ein Meister des realen Mob-Managements werden will, der hat einen steinigen Ausbildungsweg vor sich. Hier wird entschieden, ob man später in führender Funktion im Bundeskanzleramt oder als Gemeinderat im abgetrennten Veranstaltungsraum der örtlichen Gaststätte landen wird.
Als Beispiel dieses fast unmenschlich zu nennenden Ausbildungsgangs seien vorab die Prüfungsfragen des Wintersemesters 2010/2011 der Fakultät Politikwissenschaften der Universität Bautzen veröffentlicht.
Existiert ein Recht auf das Gewaltmonopol des Staates nicht nur in seiner Anwendung, sondern darüber hinaus auch in seiner medialen Darstellung?
Fallbeispiel: Ein Staat befindet sich im Kriegszustand mit einer terroristischen Vereinigung. Daraufhin veröffentlicht eine Softwarefirma ein Computerspiel, in dem man die Rolle ebendieses Terrorgegners annehmen und virtuell die Personen der eigenen Rechtsorgane töten kann.
a) Entwickeln Sie geeignete Redewendungen, um offiziell Ihrem Abscheu Ausdruck zu verleihen, ohne irgendwelche weitere konkrete Gegenreaktion vornehmen zu müssen.
b) Wie kann man Familienangehörige der eigenen Kriegsstreitkräfte in die Argumentationsführung miteinbeziehen und welche Vermeidungsstrategien gibt es, um nicht auch auf die vielfache Anzahl von Zivilopfern auf der Gegenseite eingehen zu müssen?
c) Wieso müssen Sie konkrete Bezüge auf bereits existierende Spiele unbedingt vermeiden? Weshalb könnte Software, die eine Auseinandersetzung zwischen Polizei und organisierter Kriminalität zum Thema hat, Ihnen die Argumentation extrem erschweren? Wie würden Sie auf den Anwurf der Scheinheiligkeit reagieren, weil Sie sich all die Jahre zuvor bei der virtuellen Ermordung von Polizeibeamten nicht zu Wort gemeldet haben?
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Alleine schon die dummen Blicke bei "reales Leben" waren der Hammer.
Sieh es ein: Die Zukunft dieses Landes besteht aus Leih-/moderner Sklavenarbeit und Hartz XX. Weil alle Zocken wichtiger finden...
Oki das war böse nun aber seien wir mal Ernst und vorallem Ehrlich - so läuft es immer.
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"Daraufhin erklärt der Vatikan dem Islam den Krieg ..."
auch estmal Tränen lachen. Dann aber entsinnte ich mich eines Besseren. Wie war das denn nochmal, als die Amis 2003 im Irak einmarschiert sind? Hatten die nicht auch so einen "triftigen" Grund?
(keine Frage, Saddam musste weg. Aber das Warum war dermaßen unglaubwürdig, dass es schon nach Dummheit schrie.)
Auch wenn man Medienkritik momentan überall liest, finde ich diese Glosse trotzdem gut.
Halbwegs ontopic: Hab grad nebenbei diese Story gelesen: www.nytimes.com/.../05hacking-t.html
(Achtung, wahrscheinlich zu lang für 90% der Leser...)
*Bauklötzer staun* Gleich mal fürs Zitatebuch übernehm!
@alter Grantler:
Keine Lust mal wieder auf ein Brett? :-)
@alter Grantler:
Keine Lust mal wieder auf ein Brett? :-)
Google ist dein Freund und zwar bei den Zauberworten "Taliban Medal of Honor" ;)
BTW: Mir gefällt der sich weiterentwickelnde Olnigg :) Über schlechte Spiele lästern kann jeder, Politsatire ist da schon was anspruchsvoller.
Ich bin sicher, das hat Dir vorher noch keiner gesagt und ich finde, es ist allerhöchste Zeit, dass Du das endlich mal erfährst, wirklich.
Und jetzt muss ich dringend weg, ich habe das Gefühl, dass hier sonst gleich irgendwelche Dolche in meinem Rücken stecken.
Der reale Bezug zu Spielen springt einem aber ins Auge, wenn man die Nachrichten verfolgt.... wer das nicht tut, sollte es nachholen, dann versteht man den Zusammenhang auch.
Selbst die Diskussion um Spiele ist den Leuten scheiß egal. Auch die Spiele und deren Inhalt sind egal. Es geht nur ums PR^^
Das Thema passt sehr wohl zu gamona:
Medien + Militarisierung der Spiele usw.
Der Absatz von Voodjin war super!
Zur Qualität sag ich lieber nix, sonst komm ich rüber wie ein Perma-Meckerer...
Bei der Stelle hab ich Tränen gelacht. Sehr geil! :D
was mich nur wundert, ist , das ein medienmensch über die manipulierbarkeit der massen philosophiert.
wie naiv muss olnigg bisher durchs leben gegangen sein?
Aber natürlich hast Du auch Recht. Die Medien sind Instrumente, die man so stimmen kann, daß je nach Geschehnis der Eine oder Andere der Böse oder der Gute ist. Soweit, so klar. Allerdings; und hier machst Du leider einen Denkfehler, transportierst Du Deine Botschaft erstens mit dem falschem Medium; der Presse (haha, die sind ja so glaubwürdig), und zweitens ist der Hintergrundrahmen nur fiktiv.
Hättest Du ein tatsächliches Beispiel gewählt, wäre es wesentlich einfacher, einen Bezug zum Thema herzustellen. So liest sich das alles sicher richtig, aber wie soll man sich dazu eine Meinung bilden, wenn ein tatsächlicher Vorfall dazu fehlt?
Deshalb finde ich diese Glosse nicht so gelungen, obwohl der Kern und der Sinn dahinter absolut richtig ist.
Keith