Wer dieser Tage der Klatschpresse eine Chance auf Wahrnehmung gibt, der kann sich dem Namen Tiger Woods kaum entziehen. Der eine Teil der Bevölkerung reagiert auf derlei Voyeurismus mit Kopfschütteln und wendet sich stattdessen dem BH-Verschluss der Sekretärin zu, selbstverständlich nicht ohne vorher das auf dem Schreibtisch aufgestellte Foto der Ehefrau dezent in der Schublade verschwinden zu lassen.
Der andere Teil lässt sich gerne und genüsslich auf die pikanten Details der Berichterstattung ein, um sich anschließend die Frage zu stellen, warum eigentlich die eigene Bindung an den Fortpflanzungspartner nicht genauso offen wie bei der Spezies der Buntbarsche gehalten wird.
Doch durch all das morsche Holz, das hier produziert wird, bleibt einem weit wichtigeren Ereignis die ihm zustehende Aufmerksamkeit versagt. Denn der Name Tiger Woods steht nicht nur für eine bestimmte Person und dessen im Presslufthammertakt Nachschub fordernden Lendenbereich, sondern gleichermaßen für ein kürzlich veröffentlichtes Onlinespiel.
Tiger Woods PGA Tour Online nennt sich das neueste kostenlose MMO mit der, angesichts des Namensgebers überraschend niedrigen, Altersfreigabe ab 3 Jahren. Doch ist das Spiel wirklich so unbedenklich? Sind MMORPGs nicht ansonsten ein Synonym für serienweisen Monstermord und Sturzbäche an Pixelblut? Hat hier etwa die bewertende Behörde verschlafen, weil sich der Release hinter dem öffentlich zelebrierten Beischlafakkord geschickt zu verstecken wusste? Allerhöchste Zeit für Antworten.
Eine Charaktergenerierung, die selbst Einzeller unterfordert.Die Charaktergenerierung von Tiger Woods Online gereicht der Promiskuität des Namensgeber keinesfalls zur Ehre. Lediglich vier fest vordefinierte Charakterköpfe stehen zur Auswahl, welche ihrerseits über vorgegebene Lackierungen verfügen. Man hat die Wahl zwischen dem klassischen Elfenbeinweiß, dem amerikanischen Quotenschwarz, der gefälligen Asiamarktanbiederung und dem ganzjährigen Mallorcaurlauber.
Das Spielprinzip von Tiger Woods Online ist schnell erklärt. In derzeit 11 Szenarien mit je 18 Dungeons versucht der Spieler das dort lebende Bossmonster in sein Heimatloch zurückzutreiben. Dazu steht ihm eine Palette frei wählbarer Waffen zur Verfügung. Trotzdem es sich hierbei ausschließlich um stumpfe Schlagwaffen handelt, ist der Schadensaustoß durch eine Vielfalt an Materialien wie Holz oder Metall sehr variabel gehalten. Auch ist die Idee sehr originell, den Bossmob nicht an Ort und Stelle zu erschlagen, sondern kindgerecht durch eine Vielzahl von mehr oder minder starken Treffern vor sich herzujagen.
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Ganz schlecht...
Aber sobald dann der Angstschweiß einsetzt und mir in die Augen rinnt, schaff ich es glücklicherweise diese Horrormäßigen Gedanken wieder zu verdrängen.
Und btw ist Golf schon lang kein Altherrensport mehr. Schätzungen zufolge werden mittlerweile ca. 1/3 aller Firmengeschäfte auf dem Golfplatz vorbereitet. Aus diesem Grunde habe ih in weiser vorrausicht just meine Platzreife gemacht.
Im Rückblick auf die letzten Glossen war diese hier die Amüsanteste. Dankeschön! Obwohl Golf eher ein Altherrensport ist, sind jüngste Boulevardpresseberichte derart erheiternd, daß ich mir nun gut vorstellen, auch mal Golf zu spielen! Natürlich nur aus sportlichen Ambitionen. Natürlich!
N.O.W.I.N.N.E.R.