Wer mich kennt, der weiß, dass ich hart im Nehmen bin. Dies betrifft nicht nur das Aushalten von Untergürtellinienkritik sondern insbesonders auch meinen Mut zum Testen von Spielsoftware jeglicher Art, selbst wenn diese Software eigentlich den Zusatz Körperverletzung verdient. Ich bin eben der Meinung, wer das Gute erkennen und schätzen lernen will, der muss zumindest auch schon das ein oder andere Mal vor dem Schlechten davongerannt sein.
Und jetzt vergesse man alles, was im oberen Absatz steht. Ab heute gilt das nicht mehr. Man nenne mich ab sofort ganz offiziell Feigling oder Memme. Was genug ist, ist genug. Ich mag ja verrückt sein und so manche Folter-MMOs über mich ergehen lassen, zumal nichts nur schwarz oder weiß sondern meistens dunkel- und hellgrau ist, aber so verrückt bin ich dann doch nicht. Sie wollen wissen, was für ein abartiges Tun ich nie von mir selbst abverlangen werde? Ich werde niemals das Spiel Farmville antesten.
Wer redet hier noch über Altersfreigaben? Altershöchstgrenzen sind gefordert.Farmville ist eines der Phänomene, die ganze Naturwissenschaftsbereiche zum Erstaunen bringen. Dessen Ausbreitungsgeschwindigkeit lässt selbst die aggressivsten Grippepandemien zum Pausenbild verblassen. Das Gameplay hat wesentlich mehr Menschen das Gehirn verdampft als alle bisher gezündeten Atombomben zusammen. Und würde man das damit weltweit verdiente Geld nehmen und es auf einmal in ein Schwarzes Loch stopfen, dann könnte man zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte Zeuge davon werden, wie ein astronomisches Objekt den Abflussnotdienst zu Hilfe ruft.
In Farmville wird nicht nur gefarmt sondern Farmville farmt auch selber. Nämlich seine Nutzer. Diese werden vorzugsweise aus dem Stamm der Info-Exhibitionisten um Facebook herum rekrutiert. Selbstverständlich ist Farmville vollkommen kostenlos zu spielen, es sei denn man will damit Spaß haben. Dann kostet es echtes Geld und das unechte Beackern der Felder stellt plötzlich keine mühsame Handarbeit mehr dar. Wie bei jedem volksverdummenden Tamagotchi bestimmt nicht der Spieler, wann er spielen will, sondern das Spiel, wann es gespielt werden soll. Da Äcker und Vieh mehrmals täglich versorgt sein wollen, ist in der Zielgruppenausrichtung eine starke Tendenz weg vom vollzeittätigen Akademiker hin zum allzeitverbringenden Wohnzimmernutzer nicht zu leugnen.
Kingdoms of Amalur: ReckoningXBox 360, PS3, PC: 10.2.2012 Vorschau lesen
The Darkness 2XBox 360, PC, PS3: 10.2.2012 Vorschau lesen
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
ansonsten können sich leute, die solche spiele spielen auch farmsimulationen für ihre konsolen oder handhelds holen
hat mehr tiefe und sinn
ich bleib bei meinen "killerspielen"
wer dafür auch noch geld ausgibt, dem ist nicht mehr zu helfen...
but beware... Sid Meyers Civilization Network is coming, und spätestens haben sie mich auch *weint*
Du kannst Farmville-Anfragen ja eigentlich nur von deinen 'Freunden' bekommen und wenn es wirklich welche sind, schreib sie doch einfach mal an, dass sie das lassen sollen. ;)
Wenn ich farmen will, kloppe ich Items aus Mobs raus^^
Gruß Missy
Erst einmal vielen Dank für das wahrscheinlich ungewollte aber immerhin indirekte Kompliment mit der „guten Glosse“ ;)
Um es klarzustellen:
Selbstverständlich hatte ich außer den erwähnten Hilfsmitteln auch noch die oder andere Kontaktperson (ihres Zeichens alle weiblich (was ich an dieser Stelle aber nicht weiter kommentieren will)), die mir ein wenig über das Gameplay erzählten.
So habe ich zum Beispiel in meiner Kolumne auch nicht erwähnt, dass andere Spieler einem Arbeiten abnehmen können und ein paar Dinge mehr, die einem das ländliche Gülledasein erleichtern können. Zwei Eigenschaften allerdings hatten alle meine „Informanten“ gemein:
1. Sie sind alle mehrmals täglich im Spiel und die Annahme irgendjemand würde nur alle sechs Tage nach seine Farm sehen ist so herrlich naiv, wie an die Nächstenliebe eines Politikers zu glauben.
2. Die zweite Gemeinsamkeit war, dass sie alle schon für die vereinfachte Ernte in den realen Geldbeutel gegriffen haben. Warum eigentlich, wo es doch nicht zwingend notwendig ist und es so viel Benzin wie grob gepixeltes Heu geben soll?
Ich fasse zusammen:
Du sagst wie es theoretisch gehen kann und ich sage, wie es bei ein paar Person tagtägliche Praxis ist. So gesehen hat jeder von uns in seiner eigenen Traumwelt recht. Wobei die meine eher eine albtraumhafte zu sein schein :)
Ich behaupte nicht, dass Farmville "Spaß" im herkömmlichen Sinne macht. Es ist eine Ablenkung, ein Zeitvertreib für Zwischendurch, wenn man Langeweile und sonst nichts anderes zu tun hat. Man steht im Wettbewerb mit seinen Freunden, freut sich über Geschenke von ihnen und macht ihnen selbst eine Freude - mit nur wenigen Mausklicks ;) Seit Farmville habe ich soviel Kontakt mit ehemaligen Klassenkameraden, die die letzten 6 Jahre nicht.
Und wer wirklich so dämlich ist, sein Leben von so einem Spiel lenken zu lassen und echtes Geld einzahlt, nur um sich abgedrehte neue Pferdearten, niiiiedlicheKaninchen mit Schlappohren oder sonst etwas zu kaufen... Der hat es dann vielleicht auch nicht anders verdient, von Farmville verarscht zu werden.
Deine tatkräfitgen Quellenangaben in allen Ehren, aber wer es selbst nicht mal ausprobiert hat, kann meine Meinung nach nicht mitreden. Wer kritisieren will, sollte auch den Mut haben, vorher zu testen ;)
Und egal, wieviel jetzt nun von der Kolumne nicht ganz exakt stimmt (oder vielleicht auch nur von einzelnen gerne schöngeredet werden soll), das Prinzip gibt es auf jeden Fall. Gut, dass meine Browsergames-Zeit praktisch vorbei ist und es solche Geschäftsmodelle "zu meiner Zeit" noch praktisch nicht gab.
Aber wenn jemand eine Glosse über ein Killerspiel schreiben würde und soviel Falsches behaupten würde wie Olnigg, gäbe es bestimmt auch Proteste, oder? EIne gute Glosse sollte auch richtig recherchiert werden, sonst macht dies Gamona unglaubwürdig.
Fazit: Sinn der Glosse nicht verstanden.
"Heinrich Lenhardt, COO der Playata GmbH, ergänzt:
„Hinter ihrer niedlichen Fassade bieten erfolgreiche Facebook-Spiele wie FarmVille erstaunlich viel Komplexität und Inhalte. Unsere Datenbanken sind stets aktuelle Informationsquellen, die Usern dabei helfen, die besten Spielinhalte zu finden und ihre Strategie zu optimieren.“ "
So schleichen sich Unwahrheiten ein. Das Vieh muss nicht jeden Tag versorgt werden, es ist egal, ob man die Kühe einmal am Tag oder seltener melkt.
Und bei den Äckern entscheidet man selber, ob man was pflanzt was man nach 6 Stunden ernten muss oder nach 6 Tagen ... Da man immer wieder Benzin findet, braucht man für das einfachere beackern der Felder kein Geld. Und man erhält regelmäßig Geld geschenkt.
Fazit: Thema verfehlt.
*thumbsup*