Aus ist’s mit der Weihnachtszeit. Die Geschenke sind umgetauscht, dem Bauchspeck wurden überreichlich Opfer dargebracht und selbst ein realitätsfremder Besinnlichkeitsfanboi kommt nicht umhin, seinen nadelnden Fetisch namens Weihnachtsbaum in leicht gebrauchtem Zustand der Natur zurückzuführen.
Wie mag wohl die Feiertagsbilanz eines jeden Einzelnen aussehen? Hat man die Tage genossen oder ist man froh, der verwandten Tanten Parfümausdünstungen nicht länger allergiedämpfende Medikamenten- bataillone entgegensetzen zu müssen? Rechtfertigte die hauseigene Lichterkettenflut endlich den Kauf einer Sonnenbrille oder hat ein überaltertes Plätzchen für einen überraschend vorverlegten Zahnarztbesuch gesorgt?
Aber was interessieren mich eigentlich die anderen? Die viel wichtigere Frage ist doch, wie ist es mir ergangen? Getreu dem Motto „damit du weißt, was ich letzten Winter getan habe“ will ich heute eine extrovertierte Skillung anlegen und dieses eminent wichtige Geheimnis lüften:
Ich habe Risen gespielt.
Jetzt ist es raus und es geht mir schon viel besser. Allerdings gibt es da noch einiges, was ich mir vom Herzen reden muss. Zuvor sei allen Risen-Unkundigen in die Wahrnehmung gedrückt, dass im folgenden Text ein Spoiler erster Güte zu erwarten ist. Wer sich also seine Vorfreude oder Frustrationsquelle weiterhin erhalten will, der möge sich vor dem Weiterlesen die Augen verbinden.
Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, dann ist es höchste Zeit den Helm aufzusetzen, damit nicht noch mehr Flüssigkeit in die Rüstung läuft.Risen ist als durchweg gelungenes Spiel zu bezeichnen. Wer Gothic 1 und 2 geliebt hat, wird hier einen nostalgischen Klon mit weiterentwickelter Grafik und perfektionierter Benutzeroberfläche finden. Es hält zwar Schlagworte wie Innovation und Itemvielfalt auf großer Distanz, jedoch verbreitet es gerade deswegen den angenehmen Charme von Vertrautheit und Verlässlichkeit. Zu guter Letzt ist eine Bugbegegnung ebenso unwahrscheinlich wie der berühmte Blitzeinschlag. Risen 1 ist Gothic 4.
Indes genug der Lobhudelei. Lasst uns nun einen Blick auf den Abgrund menschlichen Denkens werfen. Auf den Zustand völliger Planlosigkeit gepaart mit der Unfähigkeit kreativen Schaffens. Es sei das Augenmerk auf den Endkampf von Risen gerichtet.
Ohne sich hier in Details zu verlieren, sei kurz das Konzept des risenschen Finales geschildert. Zum Abschluss seiner Inselrundfahrt begegnet dem Dreitagefrisur-Held inmitten einer arenaartigen Plattform das Böse in Form eines Feuertitanen. Mal abgesehen davon, dass ein brennender Bossmob seit Erfindung der Diablo- und Imitationsreihen so fantasiefrei alltäglich wie der Gebrauch einer Türklinke ist, beginnt mit dessen Bekämpfung eine Flut von geradezu kindischen Herausforderungen. Wobei Herausforderungen das falsche Wort sein dürfte. Bedeutet doch das Durchspielen der restlichen 99,9% des Spiels selbst in der höchsten Schwierigkeitsstufe auch kein Mehr an strategischer Denkkraft, sondern lediglich eine Steigerung der Mausklickanzahl. Mit dem vorliegenden Endkampfkonzept wird hingegen dem wunderschönen Spiel kein Sahnehäubchen, sondern ein Gullideckel aufgesetzt.
Kingdoms of Amalur: ReckoningXBox 360, PS3, PC: 10.2.2012 Vorschau lesen
The Darkness 2XBox 360, PC, PS3: 10.2.2012 Vorschau lesen
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
das zeitfenster das man hat um den boss zu treffen (er kniet sich hin wenn er von seinem eigenen feuerball getroffen wurde) fand ich allerdings relativ großzügig, ich habs nie verpasst.
das zeitfenster das man hat um den boss zu treffen (er kniet sich hin wenn er von seinem eigenen feuerball getroffen wurde) fand ich allerdings relativ großzügig, ich habs nie verpasst.
...aber der Drache WAR doch auch schließlich ein Zombie. Also ich fand das nur logisch und konsequent :)
Es zwingt Dich ja keiner, die Schriftrolle zu benutzen.
Dann spiele mal Borderlands durch (Der Name muss eindeutig vom grenzwertigen Ende kommen..).
Da sucht man das ganze Spiel durch 'the vault', sucht die 4 Schlüsselteile, kommt am Portal an und dann SOWAS:
*Spoiler*
www.youtube.com/watch
*Spoiler*
Ich meine..der Endboss ist...eine Riesenmumu!..
So, das musste mal gesagt werden.
nette Glosse btw..
tschau..
Ich muss sagen, das Spiel war stimmig, besonders die Atmosphäre, gut zu spielen und bugfrei. Ich hatte meinen Spaß mit Risen und werde auch den Nachfolger spielen. Aber wie beschrieben, der Endkampf war lächerlich...
Danke für die Glosse und welcome back!
Kommt der namenlose Held in G5 dann gleich mit Schnauzer und in blauer Klempner-Latzhosen-Rüstung?
ein nachträgliches Neujahr
wünscht Dir und allen Leser
der Daddeloppa
Aber der Entwickler dachte vermutlich, das diverse Fehlerchen einfach in ein deutsches Spiel gehören, und hat deswegen ganz auf einen Patch verzichtet.
Ansonsten, gute Ausgabe, wenn auch wie immer für meinen Geschmack zu kurz.
@exaria
Risen ist Gothic2, haargenau so, dasselbe ähh subberdubbertolle Kampfsystem, nur mit ner brauchbaren Grafik. Und für ein Rollenspiel viel zu kurz. Wie Olnigg meinte, wer sich selbstständig die Schnürsenkel zubinden kann, hat Risen nach einem Wochenende durch.
@EA ich kenn das Spiel jetzt zwar nicht aber ich nehme an dass das Spielprinzip schon 100mal da war und nur ne neue Grafik bekommen hat?
Wie auch immer, mir hat's gefallen, auch wenn das Thema selbst nicht gaaanz sooo aktuell war.
Denkt man aber an den neuesten Streich von EA, das man in Bioshock online sein muss zum Abspeichern oder an die komische Umsetzung des Star-Trek Themas in STO, bin ich mir sicher, da kommt noch mehr.
Auf ein wundervolles, herrlich amüsantes Jahr!
Dr. Roflinger ;)