Olniggs Glosse – Kolumne

Ausgabe 52: Duty Free Shot

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19. November 2009 12:00 Uhr

Dieser Tage erscheint mit „Call of Duty: Modern Warfare 2“ eine weitere Fortsetzung aus Activisions erfolgreicher Serie der Geldscheinernte. Im sechsten Pflichtruf darf der Kugelfetischist erneut multiple Persönlichkeiten mit und ohne Lizenz zum Töten annehmen. Leider kam es im Rahmen dieser gesteuert ablaufenden dissoziativen Identitätsstörung zu einer geringfügigen Irritation.

An allem ist der Flughafen schuld. Genauer gesagt sind es ein paar Terroristen in deren Begleitung man dafür sorgt, ein umfassendes Nachtflugverbot auch am Tage durchzusetzen. Dass dieses Ziel, wie in Egoshootern allgemein üblich, einzig unter Zuhilfenahme langläufiger Lebensabwinker geschieht, dürfte heutzutage allerhöchstens noch weltfremde Abteivorsteher verwundern. Was hingegen erstaunt, ist die Vehemenz mit der sich selbst ernannte Betroffene über die Opfer des Vorgehens echauffieren.

Zentraler Streitpunkt ist die reihenweise Hinrichtung harmloser Fluggäste. So ist ein Drittel der Menschheit erzürnt über das in ihren Augen sinnlose Hinmetzeln wehrloser Passagiere. Das zweite Drittel entsetzt sich über die Entsetzten und verweist nicht ganz unberechtigt auf die Tatsache einer dem alles Rechnung tragenden Altersfreigabe ab 18 Jahre hin. Das letzte Drittel der Erdbewohner flucht über die Firma Activision, die den beanstandeten Bereich in vorauseilendem Gehorsam zwar entschärft, aber dies dann der Fanschaft nicht mitgeteilt hatte, weil der Publisher zwischenzeitlich selbst nicht mehr glauben konnte, dass er ein solcher Waschlappen gewesen ist. Allseitige Beißwut also, wie sie ein in einen Zwinger voller Bullterrier geworfener Knochen nicht besser anrichten könnte.

Screenshot zu: Ausgabe 52: Duty Free ShotHuman Domino Day

Damit sich der Leser selbst ein Bild über den Grausamkeitsgrad machen kann, seien an dieser Stelle YouTube und die Suchbegriffe „Duty Flughafen“ genannt. Wer befürchtet, nach deren Eingabe von einer Flut von Werbefilmen über den zollfreien Warenverkauf überschüttet zu werden, der sei beruhigt. Das Suchergebnis klärt in zahlenmäßiger Lawinendosierung selbst die Jüngsten unter den Minderjährigen darüber auf, was wir Erwachsene zur Bewahrung unseres Seelenheils niemals machen dürfen: das virtuelle Erschießen von Unschuldigen.

Kommentare 43
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Reiner15.01.2010 16:05
Ich denke, das ist eine recht sinnlose Diskussion, die hier geführt wird. Call of Duty 6 hat bis heute bereits 3 Milliarden US$ an Umsatz genereriert. Das Spiel scheint den Zeitgeist absolut getroffen zu haben, und es ist eher davon auszugehen, das sie Bei COD 7 noch ne Schippe drauflegen.

Ich hab die Flughafenszene in der Uncutversion auch gespielt, und ja, ich bin durchaus in der Lage zwischen Realität und Pixelbrei zu unterscheiden. Und ich kann auch das Gedöns um diese Szene keinesfalls verstehen.

Das Spiel ist ab 18, genauso wie zb der Film Cabin Fever. In diesem Film wird einer jungen Frau mit einem Gewehrkolben das Gesicht zu Brei geschlagen, hat aber eine Freigabe bekommen. Und COD6 musste zensiert werden, weil Pixelbrei auf Pixelbrei schiesst? Lachhaft.

Genauso wie die ganze Zensurpolitik. Dieser hirnlose Schwachsinn kostet in Deutschland Arbeitsplätze und bringt absolut null. In Zeiten des Schengener Abkommens kann jeder 12 Jährige jeden Horrofilm und jedes Uncutspiel ohne Altersnachweis über Össiland oder tomiland beziehen, während die deutschen Versionen wie Blei in den Regalen liegen bleiben.

Es müsste bei unserer politischen Klasse mal die Erkenntnis reifen, das sie nicht den Auftrag haben und auch nicht haben können, Erwachsene vor bestimmter Erwachsenenunterhaltung zu schützen.
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Tsimmi10.01.2010 08:35
Hmm ja, die Diskussion ist zwar schon lange vorbei wie es ausschaut; Dennoch werfe ich mal meine "Two-Cents" in die Runde.

Wie auch immer man diese fünf Minuten Spielegeschichte (in die das Level schon lange eingegangen ist) auch bewerten mag, ich bin mir absolut sicher, dass sie nicht für den (weiteren) Verfall der westlichen Wertegemeinschaft verantwortlich zeichnen. Gibt es jemanden der ernsthaft glaubt dass ein Spieler nach dieser Szene hingeht und sich denkt "Hey, ich glaub ich mach das auch mal."? Wenn ja hat besagter Gläubiger mehr Angst als Verstand.

Nebebei bemerkt hat das Level auch eine recht gesellschaftskritische Komponente. Es spielt mit dem Prinzip der "False Flag"-Operationen, welche hier doppelt und dreifach ineinander verwoben scheinen und die anfängliche Intention des Undercover Agenten wird durch sein Handeln während der Mission und sein tragisches Ableben an deren Ende pervertiert, was man auch als Hinweis auf die negativen Aspekte von - Moral und Gesetz missachtende - Geheimdienstpraktiken verstehen kann.

Verwunderlich erscheint mir an der Diskussion nur, dass nicht das System kritisiert wird, welchem Unmoral von vorneherein immanent ist (Kapitalismus), sondern nur ein Symptom desselben in der Form eines Stück Softwares, das dabei sogar noch die negativsten Auswüchse unserer Gesellschaft in schockierender Weise vor Augen führt.

Grüße und solche Sachen
Tsimmi
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Olli10.12.2009 04:27
Jesco schrieb:
mich stört daran eigentlich am meisten, dass die killerspiele-verbieter jetzt ein super einfaches
mich stört daran eigentlich am meisten, dass die killerspiele-verbieter jetzt ein super einfaches beispiel haben. man kann einfach nicht mehr


James Bon hatte das noch nicht aber wie wäre es mit Sleeper Cell? AM Ende der 2. Staffel ermordet der Agent sogar die Frau eines Terroristen um sich zu rächen.
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Selbstgestrickte Moral02.12.2009 23:43
Merkwürdig wie jeder sich gleich die Moral zulegt, die ihm am meisten zusagt:

"Man kann ja doch zwischen virtuellem und realem unterscheiden." -> Warum dann nicht gleich virtuelle Kinderpornographie oder den Lagerkommandant spielen, oder ist das dann doch etwa zu viel des Guten? Gibt es vielleicht doch das virtuelle Böse?

Oder: "Wir liefern nur was die Leute wollen, sonst macht das eh ein anderer." -> Natürlich zählen hier nur die Käufer und Negativstimmen aus der Gesellschaft sind ja nur Störenfriede, die sich nicht einmischen sollen. Negativstimmen sind also kein echtes "was die Leute wollen", da wundert es kaum, dass das Produkt nur gewünschtes enthält. So bastelt sich man schnell seine eigene Statistik zur Moral die man gerne begründen möchte.

Oder: "Wir sind verwantwortungsvoll und halten uns ans Gesetz." -> Aber interessieren uns nur für die Kohle. Und die fliesst maximal bei maximaler Gewalt, Sex und bei jugendlichen Käufern. Bei Sex wird im engl. Hauptmarkt zu hart durchgegriffen (komisch, da gibt es gar keine Killersexdebatte) und ein echtes Erwachsenenspiel bedeutet Werbeverbot und damit das Ende. Also Fokus auf Jugend, rein mit der Gewalt und Erwachsenenthemen, dann soviel wieder raus, dass man vermarkten darf. Die zu jungen Jugendlichen besorgen sich nach der Werbemaschinerie und der Mundpropaganda der älteren Jugendlichen sich das Produkt eh über diverse Kanäle. Das geht wie beim Alkohol und im Forum zu FSK18 Spielen redet man dan mit 12jährigen, solange man sich an die Forenregeln hält und keine Erwachsenenwörter in den Mund nimmt.

Traurig nur das es keine echte Erwachsenenzielgruppe für die Spieleindustrie zu geben scheint bei all den Uncuts für die pseudo-FSK18-Produkte. Aber wie soll das auch bei einem Werbeverbot funktionieren?
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Kommentar zum Fall 228:27.11.2009 18:02
Auch, wenn ich das Anliegen von Olnigg verstehen kann; EA ist böse - arme Arbeitnehmer, fällt es mir schwer, Mitleid für EA zu empfinden. Ich bin sogar ganz ehrlich, ich schadensfroh. Wenn ein solcher Firmenriese wie EA Probleme bekommt, weil er zu groß geworden ist, dann bin ich eigentlich nicht mal verwundert. Es sollte im Gegenzug die kleinen Studios sogar ermutigen, weiter zu machen und sich nicht von EAs sicher lukrativen, finanz. Versprechungen locken zu lassen.

In einer der vergangenen Glossen forderte ein Leser dazu auf, mehr deutsche Spiele zu kaufen. Und indirekt hat er damit sogar recht. Weshalb sollte man EA noch in irgendeiner Weise unterstützen und deren Spiele kaufen, wenn man die perverse Firmenpolitik dieses Unternehmens kennt? Klar hat EA gute Titel im Programm, aber kann man in einem solchen Fall die Moral gänzlich ausblenden? Geht es immer nur ums Sparen und Habenwollen, sofort und gleich? Egal, welche Firma dahinter steht?

EA wird nicht untergehen. Der Fall EA ist eher eine Warnung an alle kleineren Entwickler, auf ihre Finanzen zu achten und sich nicht von EA schlucken zu lassen. Denn am Ende ist man mit einer Pleite sogar besser dran, als am Mitleidstropf von EA zu hängen.

Kauft mehr deutsche Spiele von deutschen Entwicklern! EA go home! ;)

L.G.

Qjelt Johansson
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OlniggOlnigg27.11.2009 15:23
Es tut mir leid, aber Glosse Nr. 53 wird voraussichtlich erst am 03.12.2009 erscheinen.
Als Pausenfüller empfehle ich die 228 meiner Homepage.
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Drok27.11.2009 08:02
Ja haben will 53 :)
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AlegisAlegis26.11.2009 21:13
wo bleibt die 53? Wir haben Donnerstag und es ist schon 21:13uhr ;)
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Meh26.11.2009 19:15
Mein Gott, das sind Pixel die da sterben. Polygone. Keine Menschen. Jeder, der da irgendwas empfindet oder empört aufschreit, sollte sich mal Sorgen machen, ob er "Spiel und Realität noch auseinander halten kann", um mal sämtliche Anti-Killerspieler zu zitieren. Ich persönlich habe mich noch bei keinem Spiel geekelt oder in irgendeiner Form moralisch herausgefordert gefühlt, eben weil ich noch klar zwischen Spiel und Wirklichkeit trennen kann. Im Spiel kann man der Bastard sein, der man manchmal wirklich wäre, aber (aufgepasst) aufgrund seiner Moral nicht ist. Jeder, für den da die Grenzen verschwimmen, und der meint, ein Spiel sei "unmoralisch", ist mit dem Konzept "Spiel" scheinbar schon völlig überfordert.

Ihr dürft mich ab jetzt hassen.
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Hmm24.11.2009 07:18
auch wenn es übertriebens Hollywood ist, japps - stimmt schon, ein Hollywoodstreifen zum Spielen dem muss man beipflichten!
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R0bs0N23.11.2009 13:59
Ich denke hier wurde schon alles ausreichend gesagt, ich möchte nur ein Zitat anhängen, das widerspiegelt wie ich denke:

"Wenn ich durch dieses Level gehe und mit ansehen muss, wie wehrlose Zivilsten getötet werden und ich fühle mich dabei /danach so richtig schlecht, muss ich sagen, wow, klasse, alles richtig gemacht"

GameOne Radaktion

...und abschließend zu CoD6. Wahnsinn, wer den Singleplayer durchhat wird mir warhscheinlich beipflichten wenn ich sage, absolut Genial! Das bis dato beste Singleplayer Erlebniss ever und ja ich habe Half Life gespielt, aber so unglaub packend und gut inszeniert war kein HL (meine sichtweise) Ich habe Blockbuster im Kino gesehen die an den SP von COD6 nicht mal annähernd rangekommen sind. Ein Film zum spielen.
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Hmm22.11.2009 09:24
nunja ich habe mir die Szene nun angesehen. Einmal zum Kumpel, ein Bierle und das Teil gespielt. Ein paar Missionen davor und dann kam halt "Vergesst nicht, kein Russisch".

Well - CIA Undercover Mission - unterwandern, der Terrorist erkennt dies und nutzt dies um seinen Krieg ins Rollen zu bringen. Akzeptabel es so darzustellen und ich denke auch deswegen hat es diese Altersfreigabe erhalten und konnte so bestehen.

Wie schon gesagt - Legitim - in diesem Storygefüge.
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Bla21.11.2009 14:31
Moral, das ist, wenn man moralisch ist.
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hmm20.11.2009 15:13
Es ist halt so wie es ist - der Anfang eines Krieges. So geht es manchesmal und um ein anderes Spiel zu zitieren "War - War never changes" -- und es stimmt.

Lasst es euch einfach von einem gesagt sein, der Krieg hinter sich hat und damit ist nicht der virutelle gemeint.
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Jesco20.11.2009 11:51
mich stört daran eigentlich am meisten, dass die killerspiele-verbieter jetzt ein super einfaches beispiel haben. man kann einfach nicht mehr rational erklären, dass man einen terroristen spielen können sollte (ok, einen undercover-agent der als terrorist agiert). wäre interessant zu wissen, wie die medien reagieren würden, wenn in einem james-bond-film sowas eingebaut werden würde. james bond als eingeschleustes mitglied der al-quaida, der dann bei einem zünftigen terroranschlag mitmachen muss.

ich habe die szene selbst auch gespielt und fand sie ziemlich gruselig. vor allen die langsame, fast beiläufige gangart der terroristen. allerdings fand ich bei MW 1 die szene am anfang, in der man erst durch die stadt kutschiert und dann exekutiert, auch recht krass. oder den atombombenabwurf.

als spieler finde ich es recht spannend, wenn ich mit szenen konfrontiert werde, die mich zum nachdenken bringen. ob die szene jetzt gut ist oder nicht, geschmacklos, eine grenze überschreitet, möchte ich nicht beurteilen. fakt ist, sie ist im spiel drin und wir müssen uns damit auseinandersetzen.

ich liebe es, mich in ein spiel reinzuversenken. überrascht zu werden. in die story hineingezogen. ich kann mit so ziemlich allem umgehen, was ich in spielen sehe. die szene am flughafen ist sicherlich kein highlight, an das man gerne zurückdenkt. wer so empfindet sollte evt. mal zum arzt gehen. dennoch: die übertriebene aufregung um 5 minuten virtuelles geballer nervt mich mittlerweile.
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Drok20.11.2009 10:05
@ Gladius

Ich bin nicht der Ansicht, dass wir moralische Verantwortung allein in Kundenhände legen sollten. Wenn das funktionieren würde, bräuchten wir ja gar keine Gesetze mehr. Leider sind wir Menschen in der Masse ein verwahrlostes, unzivilisiertes, furchtbares Geschöpf und nach unserer eigenen Einschätzung völlig unmenschlich, lustig wie sich "Menschlichkeit" dann definiert - nach allem was der Mensch naturgemäß nicht ist... Brecht sagt: "erst kommt das Fressen, dann die Moral" etc.

Ich würde mich freuen wenn in der Spieleentwicklung etwas mehr Gehirnschmalz investiert werden würde um zu unterhalten, als nur über Extrema und Schockeffekte zu verkaufen. Klar bei Shootern ist das schon etwas kniffliger und differenzierter zu sehen... es geht halt ums Ballern... allerdings war da Half-Life "geballer" schon einiges innovativer als einfach nur unglaubliche Grausamkeiten darzustellen oder aus dem aktuellen Zeitgeschehen heraus (Terrorismus etc.) auszulooten wo die moralische Grenze einer Gesellschaft ist und diese ggf. etwas zu versetzen.

Talk-shows, Dschungle-Camp etc. wunderbar aber wenn man die Unterhaltungsmedien machen lassen würde, dann hätten wir bald wieder Arenakämpfe auf Leben und Tod... Da muss man sich schon fragen, wo wollen wir hin und was können wir auch als profitorientiertes Unternehmen dazu beitragen - was ist unser Leitbild. Ich bin ebenfalls in der Softwarebranche und wir haben in unseren Unternehmensgrundsätzen jegliche Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie ausgeschloßen obgleich es da (leider) jede Menge Kohle für uns und unsere Dienstleisungen gäbe. Ob das jetzt mit meinen persönlichen Ansichten übereinstimmt oder nicht sei mal dahingestellt... ich wollte nur ein Beispiel dafür geben, dass man nicht immer alles tun muß um wirtschaften zu können, sondern sich tatsächlich auch ethische und moralische Überlegungen aus unternehmerischer Sicht leisten kann.

Drok
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Gast20.11.2009 09:51
@R0bs0n
Mein Fehler das nächstemal werd ich mich besser informieren.

@Topic
Was mir zwischenzeitig eingefallen ist. In Modern Warfare 1 hat man gleich in der ersten Mission Seeleute im schlaf erschossen. Warum gab es da keinen so riesen Aufschrei? Achja man war ja einer dieser edlen SAS-Agenten die dürfen natürlich unbewaffnete im Schlaf hinrichten. Aber wenn man als Terrorist unbewaffnete erschiesst ist das natürlich moralisch verwerflich.

@Alegis
Warum ergibt das keinen Sinn wenn ein Undercovermann mitmacht? Vielleicht will er ja an die Hintermänner. Ein Drogenpolizist wird auch nicht beim ersten Anzeichen von Verbrechen seine Maske fallen lassen. Sondern erst wenn er möglichst viele des kompletten Drogenrings erwischt.
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Hmmm20.11.2009 08:20
Es ist ein Terroristen Überfall? K. a. ich werde das Spiel aus anderen Gründen nicht kaufen.

Nun gehen wir diese Situation mal durch. Es ist eine intial Mission um einen Krieg herauf zu beschwören. Jemand der einen Krieg möchte, nimmt zivile Verluste in Kauf.

Dieses Massaker in Kombination mit der Story ist ein Start in die Storyline und wäre, aller wahrscheinlichkeit nach, wirklich ein Grund für einen Krieg und könnte dann in Folge dessen den Kriegsakt rechtfertigen.

Das dafür polygonmodelle ohne Bewaffnung fallen müssen ist für mich kein Problem. Es ist ein Spiel, ist es ist eine Fiktion.

Im Prinzip ist es sogar egal ob diese Figuren nun nakt dargestellt werden, als Kindfigur oder Schwangere.

Das Problem ist der Faktor Mensch der das dann bewertet und sagt "OH NOOO" .... aber wenn wir dann in einem Hollywoodstreifen ein Massaker mit ansehen ist es in Ordnung? Hmmm nunja ... Inglorius Bastards und Co.? Mean Guns? ... Hmmm nunja ....

Der Shooter ist gelungen soweit ich das in den Bewertungen ersehen kann, es kann vernüftigt Tatktiert werden und mit einem grossem Waffenarsenal in den darauf folgenden Krieg gezogen werden.

Somit erfüllt er, was er erfüllen sollte. Diese Diskussion hier wird, wie viele andere ebenso, irgendwann Vergangenheit sein und man regt sich dann wieder über eine Lesbenalienszene in Mass Effect 2 auf.

Das ist eben das Problem der Menschen - Masken ! - anstatt ehrlich zu sagen und zu zeigen das man ein Raubtier ist.
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@Drok19.11.2009 21:26
Es gibt immer moralische Grundsätze, an die wir uns auch als Entwickler halten müssen. Wir würden niemals Kinder in eine Schieß-Sequenz einbauen oder ein Krankhaus als Level anbieten. Auch die deutschen Gesetze geben uns natürlich einen Rahmen vor, an den wir uns zu halten versuchen.

Andererseits sind wir auch ein Unternehmen mit Mitarbeitern und vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Banken. Obwohl wir immer sorgsam abwägen, was im Interesse der Spielerschaft sein könnte, wird es immer eine Gruppe geben, die genau das Gegenteil von dem empfinden, was der Masse gefällt.

Auch für uns gibt es keine uneingeschränkten Freiheiten, denn allein die vielen unterschiedlichen Gesetze in den europäischen Nachbarländern können eine Veröffentlichung zum bürokratischen Hürdenlauf machen. Wie die meisten Entwickler haben wir natürlich einen Rechtsexperten in beratender Funktion. Außerdem verfügen wir über einen Diplompsychologen.

Wir glauben, das ein Spiel ein Erlebnis für den Kunden sein muß und wenn wir nicht solch ein Spiel anbieten, wird es ein anderer tun. Gleichwohl wir versuchen, uns immer unserer Verantwortung gegenüber jüngeren Spielern bewußt zu sein, sind wir auch eine Firma mit Verantwortung für ihre Mitarbeiter und deren Arbeitsplatz.

Es ist ein wahrlich schmaler Grat, auf dem wir manchmal wandern. Doch Moral fängt nicht bei uns an, sondern beim Kunden zu Hause, der selbst für sein Tun und Handeln verantwortlich ist.

Gladius
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Drok19.11.2009 20:58
@ Gladius

Sicher wird nur produziert was Abnehmer findet und verkauft wird. Aber darf darum gleich alles produziert/verkauft werden was auch Abnehmer findet? Mir fallen da ganz gruselige Dinge ein die absolute Kassenschlager wären...

Drok
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Zeigefingermoral19.11.2009 19:02
Ich kann mit diesen ganzen Schuldzuweisungen eigentlich gar nichts anfangen. Denn seien wir doch mal ehrlich, so schuldlos sind die Kunden dann auch wieder nicht. Der Entwickler liefert nur das, was der Kunde verlangt. Ich bin aus der Branche, ich muss es wissen.

Es wird nichts programmiert, was keinen Erfolg verspricht. Heutzutage kosten Neuentwicklungen Millionen, verbunden mit einem sehr hohem wirtschaftlichen Risiko. Die Banken gewähren auf Jahre hinweg Kredite im voraus, doch das Geld wollen die irgendwann auch wieder haben.

Dazu das Marketing, die Mitarbeiter, die Miete für Büroräume und Co, glaubt Ihr, da würde es Sinn machen, noch einen bedeutendes Risiko einzugehen, in dem man Nischenprodukte ins Händlerregal stellt? Allein unsere Marktforschungsstudie (meines Arbeitgebers) hat uns 70000 Euro gekostet, die Anwerbephase für geeignetes Personal noch mal fast das Gleiche, ohne das überhaupt eine Zeile programmiert wurde.

In diesen Dimensionen kann man sich keine Fehlentwicklungen leisten, sonst steht man schneller beim Arbeitsamt, als man denkt. Titel wie GTA sind Kassenschlager geworden, weil sie kompromisslos das verkörpern, was die Leute wollen. Keine Zwänge, keine Regeln. Ein Spiel, in dem es nur um Blümchenpflücken geht, kauft keiner. Macht keinen Sinn, sowas zu programmieren, auch wenn es noch so schöne aussehe. Blut und Spiele, das wollen die Leute.

Früher hatten wir mal einen Shooter im Programmn, für den wir extra das Blut gegen Maschinenöl austauschen mussten und die Gegner gegen Roboter ersetzen, damit wir es überhaupt verkaufen durften. Das blieb natürlich liegen, weil die amerikanische Version Uncut war mit allen Details.

Wenn Ihr als Kunde sowas nicht wollt, dann lasst die Spiele im Regal liegen. Aber die Verkaufszahlen in bezug auf COD 2 sprechen eine deutliche Sprache. Da können die Medien noch so sehr mit dem moralischen Zeigefinger wettern, ohne diese Art Spiele würde doch niemand diese Zeitschriften kaufen! Oder glaubt Ihr, Gamestar lebt allein von Abogebühren? Die Zeit ist vorbei. Ohne unsere Großanzeigen würden die auch schon alle beim Arbeitsamt vorstellig werden.

Das ist die Wahrheit. Nur die wollt Ihr ja nicht hören.

Gladius
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Waldfee-Waldfee-19.11.2009 18:28
@Lucky Luca
Das passiert wenn du die Seite im zuvor schon offenen Fenster neu lädst, irgendwie postet dann ein Cookie deinen Text nochmal. Schliessen und wieder neu öffnen schafft Abhilfe.
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Falsche Botschaft...19.11.2009 18:18
Besonders bedauerlich ist es für mich, daß mit diesem Schund vermittelt werden soll, daß man nur mit Waffengewalt zum Sieger wird. Egal, wie schlecht jemand in der Schule ist, wie sch.. er aussieht oder wie dumm er auch ist, gebt ihm eine Waffe und er ist der King.

Traurig, sowas. Intelligente Problemlösung sieht anders aus. Man könnte ja auch einfach mal miteinander reden... aber das ist sicher nicht so cool, wie sich als Einmannarmee durch einen Menschenhaufen zu ballern.

Man kann sowas nicht beschönigen oder rechtfertigen. Denn wo ist der Unterschied zur Realität? Der "Vorgang" ist immer der Gleiche, das Ergebnis auch. Ist eine gedachte Tat weniger verwerflich, als eine tatsächlich ausgeführte?

Im Krieg werden keine Fragen gestellt, sondern die Antworten im TV von dümmlichen Moderatoren zuschauergerecht vergoldet, besonders Amerika ist in dieser Hinsicht Spitzenreiter.

Wir können noch so lange weiter diskutieren, in der Zwischenzeit steht mit absoluter Gewißheit schon der nächste Shooter im Regal. Arme, dumme Medienwelt...

Automatix
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Lucky LucaLucky Luca19.11.2009 18:17
Was zum Teufel ist das denn? Ich entschuldige mich vielmals für den Dreifachpost. Ich werde mal meine Maus untersuchen.
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Lucky LucaLucky Luca19.11.2009 18:16
@R0bs0N: Der Vergleich mit Emmerichs aktuellem Katastrophenwerk hinkt aber. Ich habe den Film nicht gesehen, gehe aber davon aus, dass die Zivilisten nicht durch einen Undercover-Agenten getötet werden, sondern durch irgendeine Naturkatastrophe.
Einerseits geht man allgemein davon aus, dass die Natur nicht nach irgendwelchen moralischen Prinzipien handelt, andererseits sind in dem Film wahrscheinlich eh wieder genau diese Menschen daran Schuld, dass es diese Katastrophe gibt. Durch Umweltverschmutzung usw. .
Einen Vergleich würde ich eher mit Saw ziehen.

Eine Frage hätte ich an die, die MW2 gespielt haben: Welchen Sinn/Zweck hat dieser Undercover-Einsatz? Ich weiß, dass dadurch laut Plot ein Krieg beginnt, aber welchen Zweck hatte dieser Einsatz. Sicher nicht den, den Krieg anzufangen.
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