Jetzt hat die größte US-Großhandelskette tatsächlich ernst gemacht und das binäre Kriegsbeil ausgegraben. Wie von den Publishern befürchtet, stieg unlängst Wal-Mart umfassend in den Gebrauchtspielemarkt ein. Wo bislang eBay und andere virtuelle Ramschläden den Erwerb von bereits geöffneten Games zur Qualitätslotterie verkommen ließen, beginnt nun endlich das Zeitalter des risikolosen, weil garantiebewehrten Billigkaufs.
Doch so neu ist der Handel mit der fettfingerabdruck- und popelbehafteten Ware auch nicht. Schon lange haben Gamestop, Amazon und viele kleinere Flohmarktprofis die Gewinnspannen des entertainenden Wohlstandsmülls entdeckt. Neu daran sind Umfang und Vehemenz mit der künftig die Bilanzen der Softwareproduzenten einem eindrucksvollen Belastungstests unterzogen werden. Konnten die Hersteller früher darauf hoffen, selbst am Ende des Produktzyklus noch ein paar Euronen in Form von Low-Budget-Versionen in die Kassen gespült zu bekommen, so dürfte fortan die Gewinnverteilung in zunehmenden Maße außerhalb ihres Firmengeländes geschehen.
Man stelle sich einfach einmal all die überteuerten Konsolenspiele vor, welche zudem im Shooter- oder Rollenspielbereich nach nur wenigen Tagen komplett durchgespielt werden können. Wie reizvoll wäre es, diese nach dem Spiellustverlust in demselben Laden, in dem man sie erworben hat, ganz unkompliziert wieder in Geldscheine zurückzutauschen? Daraufhin könnte ein anderer Käufer zugreifen und seinerseits überlegen, ob ihm das gebrauchte Preis-Leistungs-Verhältnis zusagt oder ob auch er sich einen Teil des üblichen Raffgieraufschlags wieder zurückholt. Und anders als beim Ausleihen von Spielen geschieht das alles ohne lange Wartezeiten und aufpreispflichtige Mietfristverlängerungen.
Tag des offenen Halses bei BiowareKein Wunder, dass bereits von den ersten Bissspuren in den Edelholzschreibtischen der Chefetagen berichtet wird. Doch der Gegenschlag hat schon lange begonnen. Waren es bislang plumpe Zwangsregistrierungen, die man uns Konsumenten noch unter dem Mäntelchen des Softwarepiratenschutzes andrehen wollte und die eigentlich dem Erschweren des Gebrauchtwarenhandels gedacht waren, so geht man im zweiten Versuch wesentlich subtiler vor. Gegenwärtig tauchen vermehrt die kostenlosen aber wie zufällig registrierungspflichtigen Zusatzdownloads auf. So darf zum Beispiel bei Dragon Age der treue Erstkäufer pünktlich zum Releasetag gleich zwei ergänzende Spielinhalte kostenlos in Empfang nehmen. Vorzüge, die der Zweitehandkäufer so wenig sehen wird wie der im Tiefbau Beschäftigte die Sonne.
Kingdoms of Amalur: ReckoningXBox 360, PS3, PC: 10.2.2012 Vorschau lesen
The Darkness 2XBox 360, PC, PS3: 10.2.2012 Vorschau lesen
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
Allerdings dementiere ich jegliche Gerüchte, die besagen, dass die Rechtsabteilung um mehr Zeit für Recherchen gebeten hat ;)
T.
Ich glaub momentan versuchen viele Firmen zu Testen ob Monatsgebühr plus Microtransaktion von den Spielern angenommen wird.
Ich kann nur hoffen das das floppt aber die CO Foren sind leider voll mit Leuten die es ganz toll finden das sie nicht mehr ingame Währung farmen müssen...
Wie von Olnigg schonn erwähnt sollte dieser Streit nicht auf kosten der käufer ausgetragen werden.
Sollte Blizzard oder andere Firmen mal für einen Contentpatch Geld wollen, oder stellen sie ein neues kostenpflichtiges Addon nur noch als Download zur Verfügung, lass ich den Account auslaufen, und gut ist.
Genauso wie ich kategorisch jedwede Spiele meide die als Kopierschutz den Secure Rom Dreck benutzen.
und sobald die publisher sich zu viel erlauben - werden die ebstraft.
das ist preis/leistungsspiel - wer bringt mehr service?(siehe spore^^)
Die Einzigen, die Bluten, sind imho die Entwickler. :(
Ich hoffe! 70€ für ein neuen PS3 Titel zu verlangen ist schon ne ziemliche Frechheit. Wenn ich auf die Insel schaue, wo für einen neuen Konsolen Titel um die 38Pfund (~42€) verlangt werden, kann man schon neidisch werden. Für Preise zwischen 30€ - 50€ würde ich sofort meine Spiele neu kaufen, aber 70€ ist krass! Daher, 2 Wochen warten und das neue Spiel kostet gebraucht nurnoch 40€ - 50€ und ich habe keinerlei Nachteile dadurch. Die Publisher sollen mal ruhig etwas bluten!
nun, ich schreibe Folgendes aus der Sicht eines langjährigen HDRO-Spielers. Genauer gesagt: 2,5 Jahre. Bisher waren wir es dort gewöhnt, daß alle 3 Monate ein Content-Update in Form eines neuen, spielbaren Buchkapitels stattfand. Diese waren alle kostenlos, bis auf das Moria-Addon, welches aber in einer Schachtel mit einigen Extras und Datenträger daher kam.
In den Gratis-Contentpatches waren tolle Dinge wie: Housing, neue Gebiete, Handwerksgegenstände enthalten, sogar mal ein Hobby: Angeln.
Nun will man uns für das, was sonst nichts kostete, Geld abknöpfen und das nicht zu knapp. Während der Amerikaner nämlich nur umgerechnet 13 Euro für den DL ohne Extrainhalte zahlt, müssen wir schon mal 20 Euro bezahlen. Zudem bekommt der Amerikaner Vergünstigungen, wenn er über ein Lifetime-Abo verfügt oder ein 3 Monats-Abo abschließt, da zahlt er nämlich gar nichts. Nur den Beutesack oder das Abenteuerbündel müsste er bezahlen. Das neue Gebiet wäre für den Amerikaner aber gratis.
Mal zurück gedacht. Im Winter letzten Jahres bekamen wir in Deutschland für etwa 35 Euro das Moria-Addon, was flächenmäßig bedeutend größer war als es jetzt der Düsterwald (nur der Süden) sein wird. Zudem gab es ein Handbuch, Datenträger. Jetzt soll man für weniger fast das Gleiche bezahlen, hat aber nicht mal einen Datenträger und muß am 3. Dezember mit 100000 Anderen die DL-Server bemühen.
Codemasters hat also kaum noch Kosten. Sie sparen an der Produktion, der Herstellung, der Werbung und den Vertriebskosten. Trotzdem soll man so viel dafür zahlen, als hätte man ein Spiel mit Verpackung. Das sehe ich einfach nicht ein.
Wenn, dann hätte ich gerne eine Wahl: DL oder Kauf-DVD.
Automatix
Neben den neuen Instanzen wird auch ein komplett neues Spielprinzip mit dem Skirmish-System eingebaut. Und das Level-Cap wird angehoben.
Alles in allem schon eine Menge, auch wenn der Preis wahrlich happig ist. Früher hätte es viel davon als Gratisupdate gegeben, aber sicher nicht alles. Wo gab es bisher neue Charslots und Levelcap für lau?
Generell sehe ich aber diese DLC-Politik mit sehr besorgtem Blick, warte aber noch ab wo es hinführt (auch wenn mir mein Bauchgefühl ne eindeutige Antwort prognostiziert).
Was gebrauchte Spiele angeht: Wenn ich mir ein Spiel kaufe, was 3-4 mal im Jahr vorkommt, dann will ich das auch frisch und sauber und neu haben. Lediglich um mal den ein oder anderen verpassten Wurf anzuschauen hol ich mir mal ein gebrauchtes.
Es ist letztlich das selbe Problem wie wir es auch bei GW schon hatten, es gibt neue Bonusgegenstände und die Leute, die das Kapitel, wo die nunmehr dabei sind schon haben schauen damit in die Röhre. Es wurde lange dagegen geschimpft, bis sich da endlich etwas getan hat und der Interessierte diese Dinge im Onlineshop kaufen kann. Das ist jedenfalls eine weitgehend salomonische Lösung.
Und ich muß sagen für 7 Euro 2 Charplätze und 20 Slots Bankfach? Das würde bei GW ziemlich genau 30 Euro kosten (dafür bezahlen wir aber auch keine Monatsgebühr). Dass man allerdings zahlen muß, um ÜBERHAUPT ein Bankfach zu haben, das ist und bleibt frech.
Ansonsten werden die Herrschaften auch bald das selbe Problem bekommen, das bei GW den letzten Sitzstreik ausgelöst hat: die Leute wollen den Content kaufen und es geht nicht, weil sie keine Kreditkarten haben. Das wird noch richtig krachen, ich habs ja in Hellgrün schon erlebt^^
Gruß Missy
Das ist Abzocke pur.
Gruß Missy
es stimmt leider, siehe: lotro-europe.com/.../preorder.php
Addon ohne Extras: 19.99 Euro
Abenteurerbündel (+2 Char.plätze, Bankfächer): 6.99 Euro
Beutesack (Zierwerk etc.): 6.99 Euro
/seufz
und wenn das stimmt,was Automatix über HdRO schreibt,dann wäre ich zumindest jetzt auch ausgestiegen,damals wurde man ja mit neuen Büchern regelmäßig und gut versorgt,bin aber vorm Kauf-Addon schon weg zu EQ2
gerade vor wenigen Tagen wurden die Preise für das DL-Addon zu Herr der Ringe Online bekannt gegeben. Es ist nur ein neues Gebiet zu erwarten, eine kleine Stufenerhöhung und neue Instanzen. Im Prinzip also daß, was früher alle 3 Monate gratis angeboten wurde.
Grundpreis des Ganzen: 20 Euro. Will man zwei Charakterplätze mehr und ein Accountbankfach für alle samt Twinks, kostet das nochmal 7 Euro. Will man ein paar Zierwerkgegenstände extra, kostet das nochmal 7 Euro.
Datenträger, Handbuch & Packung gibt es natürlich nicht.
Leider eine Entwicklung, die mir persönlich gar nicht gefällt oder eben in Deinen Worten interpretiert: Versuchsballon. Hier läßt CM einfach außer Acht, daß es Spieler gibt, die gerne eine Packung wollen und das auch bezahlen würden. Quasi hat man keine Wahl. Entweder DL oder gar nichts.
Bleibt nur zu hoffen, daß es genügend DL-Verweigerer gibt und man bei CM das Wort Kundenwunsch auch mal aus dem Fremdwörterlexikon streicht. Denn da gehört es bestimmt nicht hin...
Auomatix
CitiesXL anyone? Ist zwar sehr auf den Online-Modus ausgelegt, aber auch der SP-Teil wird erst zugänglich wenn man sein Spiel registriert hat & beim Programmstart seine Acc-Daten eingibt.
Ich bin der klassische Neuspielkäufer und wie von dir völlig richtig vermutet aus Gründen der Aktualität. Allerdings schreckt mich auch der reine Downloadkauf nicht. Zumindest bei MMOs. Bei Offllinern ist der Silberling hingegen Pflicht.
@Automatix
Bei Dragon Age ist es sogar so verrückt, dass EA zum Releasetag zwei kostenlose und einen kostenpflichtigen Content anbietet. Wobei man so fair sein sollte, EA/Bioware zuzugestehen, dass alleine die angekündigten 120 Stunden Durchspielzeit des Hauptspiels den Kaufpreis der Box vollkommen rechtfertigen.
Mit scheinen die Zusatzangebote im Fall Dragon Age eher im Sinne der Markforschung zu geschehen. Vielleicht will man einfach antesten, wie die Akzeptanz von derlei „Sonderausstattung“ ist, um daraus zukünftige Vertriebsstrategien ableiten zu können. Das riecht schon sehr nach Versuchsballon ;)
stimmt, das kann man nicht ganz von der Hand weisen, Deine Argumentation. Die neue Generation der Solospiele sind quasi auch billiger und dennoch lukrativer für das Unternehmen. Es braucht nicht so eine umfangreiche 24/7 Kundenbetreuung, weniger Server etc. wie ein MMOG.
Zumal neue Kleider, Möbelstücke usw. wie in Sims auch wesentlich einfacher zu realisieren sind als ein komplettes Addon wie für HDRO & Co. Kurz gesagt, ich stimme zu. ;)
A.
Sie sehen, wer für 50 Euro ein MMO kauft, ist bereit da jeden Monat noch 15 Euro draufzulegen, um überhaupt spielen zu können (und die Leute die ein F2P spielen geben oft auch nicht viel weniger aus), während bei einem SP-Spiel nach den ersten 50 Euro Schluss ist.
Zudem sorgen die MMOs dafür, dass viel weniger SP-Spiele gekauft werden, weil halt nach einer gewissen Zeit einfach das Ende erreicht ist.
Ich glaube eher solche Bestrebungen richten sich gegen den MMO-Markt und nicht so sehr gegen Gebrauchthandel.
Gruß Missy
2. Schön beschrieben. Ich bin mittlerweile (Gamestop sei Dank) auch zum gebraucht Spiele Käufer geworden. Und es lohnt sich, die Disks werden einem vorher gezeigt und sind in einwandfreiem Zustand. Die PS3 interessiert es nicht ob das Spiel schonmal vorher jemand hatte und ich spare durchschnittlich 20 - 30€. Aber wie Olnigg das schön beschrieben hat, die industrie weiss sich zu wehren, obwohl ich denke, dass viele Käufer nicht auf die schön glänzenden Scheiben verzichten mögen.
Kaufe ich mir ein Spiel bei Steam muss das schon verdammt günstig sein, dass ich keine Scheibe bzw. ein Mindestmaß an Verpackung dazu bekomme.
Wie hälst du es Olnigg, Gebrauchtspielekäufer oder Neuspielkäufer, weil aktueller ?
Zum Anderem sind Gebrauchtspiele keine Gebrauchtautos. Spiele befinden sich auf Datenträgern und bestehen aus Bits und Bytes. Es handelt sich also um nichts, was sich wirklich abnutzen kann, abgesehen mal von der Verpackung. Ein Gebrauchtwagen ist ein materieller Gegenstand, der Personen von A nach B befördern. Hier ist es natürlich nicht egal, in welchem Zustand sich der Wagen befindet.
Zu Zeiten der Wirtschaftskrise, der wegfallenden Arbeitsplätze und der Billigkaufmentalität in Deutschland ist es denkbar, daß Kunden Gebrauchtspielen durchaus zugeneigt sind. Schon jetzt werden auf Ebay & Co. jede Menge Gebrauchtspiele angeboten. Der Vorteil beim Direktkauf vom Händler wäre, daß man die Ware selbst in Augenschein nehmen darf und bei Problemen eine konkrete Anlaufstelle hat.
Ein zweiter interessanter Punkt in dieser Glosse befasst sich mit den DL-Inhalten. Hier sehe ich die momentanen Vorgänge bei EA, Bioware, Codemasters etc. genauso kritisch wie er. Besonders dann, wenn das Hauptspiel bewußt "abgespeckt" veröffentlicht wird, um den Kunden quasi zu zwingen, nachzukaufen. Beispiele gefällig?
Die Sims
Cities XL
Dragon Age
Man bekommt eine Art Grundgerüst, muß aber, um wirklich die spielerischen Möglichkeiten auszuschöpfen, nachkaufen. Gerade bei den Sims nimmt es Dimensionen an, die nicht mehr hinnehmbar sind. Mittlerweile kostet das bald erscheinende Addon mehr als das Grundspiel... (siehe Amazonangebot vom 20.10.)
Es bleibt die Frage, wird es dem Kunden gelingen, der Abzocke der Konzerne Einhalt zu gebieten? Jeder hat eine Stimme und wer nicht immer gleich alles kauft, ärgert somit auch den Konzern. Reine DL-Inhalt, bald auch nur noch komplett downloadbare Spiele gefallen mir auch nicht. Zu einem 50 Euro Spiel gehören immer noch eine Verpackung, ein gedrucktes Handbuch und ein Datenträger. Das ist nicht zu viel verlangt im Zeitalter der Onlinekriminalität und der gezwungenermassen Flüchtigkeit virtueller Datensätze.
Automatix
PS: Gutes Glosse, weil gutes Thema, danke.