Eine jede Messe steht unter der Vorgabe, aktuell erscheinende Produkte im besten Licht zu präsentieren und das Interessenfeuer von in weiter Ferne stehenden Projekten am Lodern zu halten. Der diesjährigen gamescom gelang es gerade durch die Fülle höchst überraschender Individualitäten für sehr viel Kurzweil zu sorgen.
Square Enix vermochte mit den ersten Details aus Final Fantasy XIV gezielte Hinweise darauf zu geben, dass sie den fast schon traditionell zu nennenden Verzicht auf Umsatzrekorde beibehalten werden. Wie in der Vergangenheit werde man die Avatare vor so gefährlichen Sportarten wie Schwimmen und Free Climbing bewahren und zudem durch das konsequente Weglassen jeglichen Springens die Einwanderungswellen aus Azeroth-Staaten in überschaubaren Grenzen halten können.
Für weiteres Aufatmen bei der Konkurrenz sorgte die Ankündigung, die Klassenwahl nicht mehr im Umfeld der Charaktergenerierung, sondern durch die Auswahl der jeweils in der Hand gehaltenen Waffe durchzuführen. Wer also ein Schwert trägt, wird zum Krieger und wer ein Stäbchen umklammert, muss Funken sprühen. Bei Bekanntwerden dieser Neuerung meldete sich überraschenderweise die Industrie- und Handelskammer zu Wort. Sie bestreitet vehement, Gleiches für die bundesdeutschen Handwerksberufe zu planen. Es wird also hierzulande weder der Erwerb eines goldenen Kochlöffels zur Führung eines Luxusrestaurants befähigen noch der Besitz eines größeren Sonderpostens Schaufeln zur Teilnahme am Bau des Brennertunnels legitimieren.
Als erstaunlich lernfähig erwies sich die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Firma JoWood. Hatten im letzten „Gothic 3“-Add-on „Götterdämmerung“ die NPCs noch für reichlich Verstimmung unter der Kundschaft gesorgt, wurden jene in ArcaniA kurzerhand abgeschafft. So waren zumindest in der Messevorführung leere und von touristischer Erschließung gänzlich verschont gebliebene Landschaften zu betrachten. Diese Idee eines Google Earth 2.0 dürfte die Rollenspielbranche revolutionieren.
NPC-StreikSehr willkommen ist hierbei der Begleitumstand, dass JoWood die Eroberung zusätzlicher Investorengelder verkünden konnte. Gerade in Zeiten schwerfälliger Kreditgebung ist das Vorhandensein psychisch robuster Geldgeber ein nicht zu unterschätzendes Hoffnungssignal für contrakompetentes Unternehmertum.
Kingdoms of Amalur: ReckoningXBox 360, PS3, PC: 10.2.2012 Vorschau lesen
The Darkness 2XBox 360, PC, PS3: 10.2.2012 Vorschau lesen
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
Das MMO Rad wird sicherlich nicht neu erfunden werden auch nicht dadurch das man jeden Dialog vertont auch wenn das sicherlich Lobenswert ist, aber warten wir ab was die Lokalisierung bringt, wenn es denn eine gibt.
Was mir an der Messe wirklich gegen den Strich ging war die nicht enden wollende Präsentation von Musikinstrumenten Heroes aller Hersteller von Microsoft über Nintendo bis hin zu LEGO.
Nicht zu reden von Präsentationen in kleinen dunklen Kämmerchen für die man gefühlte 3 Lebensjahre anstehen musste nur damit auch kein Minderjähriger auch nur einen Blick von den nicht vorhanden Blutfontänen und Gewaltdarstellungen erhaschen konnte. Man kommt sich ja verboten vor nur weil man als erwachsen gilt und ein Interesse für die entsprechenden Spiele hegt.
Ich persönlich plädiere ja dafür das man den Spiess umdreht und die lieben "kleinen" in eine Halle stopft wo sie sich dann bei Kinderliedern um bunte T-Shirts hauen können und der Rest der wohl zahlungsfähigen volljährigen Klientel kann dann in Ruhe ohne lange Wartezeiten sich der Präsentation der einzelnen Games auf der Messe widmen.
Auf Deine Ausführungen hin möchte ich ganz provozierend fragen: Sind MMOs wie WoW einfach zu billig?
Im Prinzip kann jeder für ein Taschengeld in "sein" MMO abtauchen, Kontrollen etc. gibt es nicht. Wer bezahlt, kommt auch rein. Besonders bei Rollenspiel-Servern ist es für mich immer ein Ärgernis, wenn Leute dort bewußt die anderen stören. Für die Atmosphäre in einem Spiel wäre es meiner Ansicht nach manchmal ganz gut, wenn die Publisher nicht jeden zahlenden Kunden ohne Nachzufragen akzeptieren würden.
Die Aussage: "Ich zahle ja dafür."... ist ja nicht gleichbedeutend mit dem, daß man auch alles darf. Aber so lange selbst Branchenriesen wie Blizzard es nicht schaffen, ihre eigenen Regeln durchzusetzen und permanent präsent zu sein, so lange muß man leider auch mit den Idioten leben.
Selbst ein einzelner Störenfried kann die Laune von vielen anderen vermiesen.
Ich freu' mich schon auf Olniggs nächste Glosse, Themen gibt es ja zum Glück genug. Nur das Bild mit den Killerblattläusen ist eigentlich nicht mehr zu toppen. An zweiter Stelle folgt schon der Photo mit dem betrunkenem Supermann. ;)
Und alle 4 hatten eines gemeinsam, die Spielerschaft war Großteils super. Idioten gibts überall, richtig. Aber bei WoW musst mit Millionen Idioten spielen, bei nische-spielen ist die menge an Idioten einfach niedriger.
Das zeigt mal wieder: Qualität > Quantität
Zitat: "In den Himmel gelobt wird die einfallslose WoW-Kopie aber trozdem."
...mangels massentauglicher Alternativen. Natürlich gibt es bereits Spiele, die auf ihre ganz eigene Art und Weise versuchen, innovativ zu wirken, z. B. wie Mortal Online oder Champions Online, die nur auf eine bestimmte Kundenklientel aus sind und sich deshalb besser in bezug auf spielerische Inhalte spezialisieren können.
Aber Trends werden nur dann wahrgenommen, wenn große Namen dahinter stehen. Firmen mit besonders viel Geld für Werbung, die dann auch noch die Medien mit Bild- & Videomaterial versorgen können. In dieser Hinsicht ist Aion kein Nischenspiel und wird deshalb auch beachtet, obwohl es so stark linear verläuft und questtechnisch bestenfalls Mittelmaß bietet. Aber scheinbar gibt es genug Leute, die genau sowas wollen.
Allerdings; und das entschärft das ganze auch wieder, sehe ich in Aion keinen wirklichen Platzhirsch, der nun auf Jahre hinweg die MMO-Welt beeinflussen oder gar verändern wird. Da kommen ganz andere Titel Star Wars und Star Trek, die eine riesige Fangemeinschaft mitbringen und eine Hintergrundgeschichte, die beinahe jedes Kind kennt. Gegen solche Titel wird es Aion sehr schwer haben und letzlich zurück zu den Wurzeln kehren, nämlich nach Asien. Aion ist in Europa meiner Meinung nach eher auf Kurzurlaub, wenn es ihnen nicht gelingt, mit echten Innovationen die Kunden auch zu halten.
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Kann ich nur 100% zustimmen. Ein Spie, dessen Mechanik dem 5 Jahre alten WoW wie ein Ei dem anderen gleicht, mit einem Gamescom Award zu belohnen ist einfach nur noch peinlich. Wer die Beta bereits ausgiebig gespielt hat, weiß, wie einseitig und langweilig die Qeusts in diesem Spiel sind. Selbst diese dämmliche Dropchance, die einem pro Quest schon mal 30-40 Minuten reines Mob-Grinding beschert ist 1 zu 1 übernommen worden. Innovationen? Fehlanzeige. Alles was das Spiel bietet ist schon zig mal wo anders besser umgesetzt worden. In den Himmel gelobt wird die einfallslose WoW-Kopie aber trozdem.
Es ist klar, daß sich die Millionen WoW-Spieler mit der Zeit auf andere MMOs verteilen werden, das geschieht ja schon jetzt und geschah auch früher, als Beispiel nenne ich da mal WAR & AoC.
Das WoW-Zeitalter begann eben gleichzeitig mit dem Flatrate-Zeitalter der Telefonanbieter, somit hat man es auch in Zukunft mit einer Unmenge an Spielern zu tun, die aus allen sozialen Schichten kommen und aus allen erdenklichen Altersstufen. Es wird daher meiner Ansicht nach unmöglich sein, sich jemals ganz der WoW-Spielerschaft zu entziehen.
Ebenso möchte ich jedoch behaupten, daß WoW-Spieler nicht automatisch gehirnbefreit sind. Besonders auf Servern wie der "Aldor" trifft man durchaus noch vernünftige "Artgenossen".
Die Flucht in Richtung Nischenspiele; verzeih :), ist zwar legitim, aber ich glaube nicht, daß man dort unbedingt die "besseren" Spieler trifft. Es gibt auch doofe Engländer, doofe Japaner etc, wie es halt doofe Deutsche gibt. Man muß sich eben ein dickes Fell anlegen und zur Not mal die Channels ausschalten.
Das praktiziere ich schon seit langem bei AoC, um mir nicht das "Feeling" zu nehmen. Man muss ja nicht jeden Sch... lesen und will auch nicht jeden Sch... wissen. :)
Ansonsten nette Kolumne, aber leider immernoch nicht das alte Niveau wieder erreicht.
Apropos Gamescom, eines meiner Lieblingsimpressionen betraf unlängst Blizzard selbst, als man einige der "Blauen" am Aion-Stand daddeln sah. Wenn das mal kein Omen ist...
@Kunz,
Da Deine erste Aussage völlig Argumetslos daherkam stellt sich die Frage warum irgendwer ein Argument dagegenhalten sollte.
Du hast Deine persönliche Meinung, vermutlich in dem Glauben das es wen interessiert, kundgetan. Zumindest bei mir hast Du Dich geirrt, aber das muss ja nichts heißen.
Wenn Dir noch einfallen sollte WARUM Dir diese Kolumne nicht gefallen hat kannst Du das hier gerne Kundetun und hoffen das entsprechend darauf reagiert wird.
Wobei ich für meinen Teil da eher passen muss.
Zum Thema: Gute Kolumne, hat mir sehr gut gefallen.
Japp, das ist eines der wenigen Argumente, die euch einfallen. Wo bleibt der Kiddy-Hieb?
Zu Kunzens Kommentar sagt man am Besten auch einfach gar nichts! Ich gehe fast davon aus, dass im der Horizont gefehlt hat um den Text zu verstehen ;)!
sinnfrei! Wenn Du Dich in der Öffentlichkeit bewegst, gehst Du dann auch in jeden Laden und zeigst auf die Waren: "Der Joghurt schmeckt mir nicht. Die Butter ist mir zu teuer, Die Flasche sieht doof aus."?
Das interessiert niemanden und ohne Begründung ist so eine Aussage bedeutungslos. Das ist, als würde Olnigg seine Glosse so beginnen: Gamescom! /discuss
Siehst Du? Damit kann man halt nichts anfangen...
Ebenso finde ich es eher traurig, daß man einem Onlinespiel den symbolischen Lobeerkranz überreicht, was im Grunde so traditionell altbacken wirkt wie die meisten MMOs. Denn wenn man mal ehrlich ist, viel Neues in Sachen Questdesign wird einem nicht geboten. Einzig die Grafik ist recht hübsch, alles andere gibt es anderswo auch.
Deshalb glaube ich, daß Aion auch nur für 4-6 Monate von Interesse sein wird, dann wird ein größerer Teil der Onlinespieler auch schon wieder weiterziehen. Spiele, die wie früher über Jahre eine stabile Community hatten; wie z. B. DAoC oder WoW, wird es mittelfristig nicht mehr geben. Der Markt ist zu groß und wird noch größer.
Immer mehr Neuankündigungen von diversen MMOs, da muß man als Hersteller schon was Besonderes bieten, um die Kundschaft auch zu halten. Es geht ja nicht darum, nur für 1-2 Monate mal oben zu sein, ein MMO ist meist ein Projekt, was auf Jahre hinweg Gewinne einspielen soll. Und da darf man bei einigen MMOs doch arg daran zweifeln.
Automatix
PS: Über den Screenshot zu Gothic 4 mußte ich wirklich schmunzeln... Olnigg wäre die ideale Verstärkung für die Jowood-Promotionabteilung, weil er zeigt, wie man selbst aus Nichts noch Meldung macht und die Vorfreude anheizt! ;)