Olniggs Glosse – Kolumne

Ausgabe 38: Vorschlau

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11. August 2009 12:00 Uhr

Vorsch(l)auest

08.10.2009 – Cities XL: Der Polierorgasmus

Spiele ich heute eine Bauhütte oder lieber einen Wolkenkratzer? Muss ich mir bei der Charaktergenerierung die Fenster und die Anzahl der Stockwerke aussuchen oder gleich, ob ich ein Strandviertel oder die Slums verwalten will? Ist der Max Level Gelsenkirchen und wird der dann beim ersten Add-On auf Tokio angehoben?

Sie sehen, der Schreiberling dieser Zeilen hat überhaupt keine Ahnung, was er sich bei Cities XL unter den (Zitat Homepage) „sozialen Mehrspieler-Aspekten eines MMOs“ vorzustellen hat. Wie ein Solo Sim City zum World of CityCraft mutieren soll, bleibt ihm ein Rätsel, welches zumindest noch bis zum Releasetag für viel Vorfreude sorgen könnte.

Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass es bis heute keiner Firma gelungen ist, ein MMO ohne Ingame-Kampf langfristig in die Gewinnzone zu bringen - mal abgesehen von der Dauerwerbesendung Second Life. Den Weltrekord für die schnellste Einstampfung hält derzeit Seed mit 149 Tagen. Das verspricht einen spannenden Wettkampf.

22.10.2009 – Dragon Age: Mass Effect schwängert Baldur’s Gate

Floskeln abnutzend möchte man sagen: „Last, not least“. Für das potenzielle Highlight des Jahres vorab Widerworte zu finden, scheint unmöglich. Stand doch Bioware in der Vergangenheit als Garant für gute bis sehr gute Rollenspiele. Auch Mutti EA erstickt im Vorfeld jegliche Kritik im Keim, indem sie den Sondermüll Onlineregistrierung geläutert entsorgt hat. Ja selbst die Zensurbehörden bieten keine Angriffsfläche, da Dragon Age in ungeschnittener Form auf deutsche Ladentische kommt.

Wirklich kein einziges böses Omen?

Screenshot zu: Ausgabe 38: VorschlauDragon Autsch

Bis man darauf stößt, dass Dragon Age die nächsten zwei Jahre kontinuierlich weiterentwickelt werden soll. Hatte nicht Bethesda bei Fallout 3 dieselbe Idee? Wer einmal in den Genuss von deren PC-Add-Ons gekommen ist, der wird nun wissend lächeln: geldgeile Dauerbaustelle, die mittelfristig Gefahr läuft, so instabil wie eine auf dem Kopf stehende Cheops-Pyramide zu werden.

Fazit

Am Ende werden die Verantwortlichen erneut jede Menge Munition suchen, um ihre Absatzmisserfolge zu rechtfertigen. Die üblichen Schuldigen sind selbstverständlich wieder offline unter den Raubkopierern und online bei Blizzard zu finden. Ob nur einer von den Bossen daran denken wird, dass wir Kaufvieh für den Erwerb dieser Spieleschwemme eigentlich einen Nebenjob annehmen und zum zeitaufwendigen Konsum derselben wieder kündigen müssten?