Es war einmal vor langer Zeit als sich in einem fernen Lande ganz seltsame Geschehnisse zutrugen, über die hier heute Kunde verbreitet werden soll.
In diesem Land, weit jenseits dem unseren, lebte einst ein Frosch. Dieser Frosch war kein gewöhnlicher Frosch, so wie wir ihn von Tümpel und Fliegenreduktion her kennen. Nein, dieser Frosch war ein ganz geschickter Frosch, der sich handwerklich auf die Herstellung von Tassen spezialisiert hatte. Im ganzen Königreich kannte man seine Trinkgefäße und vom Hofnarren bis zum König rissen sich alle darum, den Tee aus des Frosches Waren zu schlürfen.
So hätten das ganze Königreich und der Frosch in glücklicher Harmonie leben können, wenn da nicht der Igel gewesen wäre. Denn auch der Igel war kein gewöhnlicher Igel, der sich bereitwillig von Pferdefuhrwerken überrollen ließ. Nein, der Igel war ein ganz frecher Igel, der seine Welt ganz genau betrachtete. Und immer wenn der Igel etwas sah oder erlebte, was ihm nicht gefiel, dann fuhr er seine Stacheln aus.
So kam es, wie es kommen musste und eines Tages traf der Igel auf den Frosch. Besser gesagt, traf nicht der Igel direkt auf den Frosch, sondern auf eine seiner Tassen. Als der Igel sich gerade einen Tasse Tee eingeschenkt hatte und diese zum Mund führen wollte, da ließ er sie mit einem lauten Aufschrei fallen. „Aua! Aua!“, fiepste er. „Ich habe mir an dieser blöden Tasse die Pfoten verbrannt. Die hat ja gar keinen Henkel, wo man sie anfassen kann!“ Um seiner Qual noch so richtig Nachdruck zu verleihen, setzte er ein drittes Aua und dann noch ein viertes hinterher. Und weil er sich schon lange nicht mehr so geärgert hatte, spendierte er sich noch ein fünftes und ein sechstes Aua.
Während der Igel so vor sich hinauasierte, begriff er, dass er damit überhaupt nichts erreichen würde. Außer vielleicht, dass er durch das heftige Schreien seinen Stimmbändern noch ein zusätzliches Aua bereitete. Da kam dem Igel eine Idee. Er verließ hurtig seinen Bau und begab sich zum Baum der Eule. „Hallo Eule“, rief der Igel von den Wurzeln hinauf in das Blattwerk. „Ich habe da eine Bitte an dich. Könntest du der Welt eine Nachricht von mir verkünden?“
„Was soll denn das für eine Nachricht sein?“, erfolgte umgehend die Antwort aus den Tiefen des Blattwerks. „Wenn ich mir schon die Arbeit mache, um von Baum zu Baum fliegend etwas in die Welt hinauszurufen, dann will ich das auch entschädigt haben. Es sei denn, es ist eine so interessante und hörenswerte Meldung, dass die Leute wie von selbst herbeieilen, denn dann wäre ich sogar bereit, ein paar Würmer mit dir zu teilen.“ Der Igel zögerte keine Sekunde mit seiner Erwiderung: „Es ist eine sensationelle Tatsache und ich kann mir nicht vorstellen, dass du deren Verbreitung bereuen wirst.“
Wenige Tage später vernahm man allerorten im Königreich die folgenden Worte: „Höret her, ihr Leut’, und lasst euch von dem Igel sagen: Dieser hände- und pfotenlose Lurch hat überhaupt keine Ahnung von Henkeln und weil er absolut kaltblütig ist, tut ihm der heiße Tee auch nicht weh! Wem also das Leben lieb ist, der halte ab sofort seine Hände von des Frosches Produkten fern!“
Um wie vom Blitz getroffen, hielt landauf und landab die Bevölkerung inne. In Hütte und Schloss starrten die Menschen auf ihre bandagierten und vernarbten Hände und sprachen in leiser Erkenntnis zu sich selbst: „Ach, deshalb!“ Plötzlich begann allseits ein großes Geschepper und die Straßen begannen sich mit Scherben zu füllen. Ringsherum flogen Tassen über Tassen aus den Fenstern und unter wütendem Geschrei wurde der Grundstein für zukünftig heilere Hände geschaffen.
Als der Frosch das erfuhr, da sann er auf Rache.
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Und Spielehersteller sollte dazu übergehen Testberichte als wichtige Feedbacks zu verstehen und nicht als Todesurteil. Sie sollten die Kritik erstmal bei sich selber ansetzen, schliesslich haben sie die Kritik durch ihre Mängel ja offenbar ausgelöst.
Vielleicht würde ein offenes Vorgehen von den Spielern ja sogar goutiert und wäre unbezahlbare Werbung? Man stelle sich ein Gamedesigner vor der Kritik ernst nimmt und ein Spiel so baut dass es gute Kritiken kriegt ;)
Zum Thema:
Wer zwischen Satire und echten Testberichten nicht unterscheiden kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Und wenn Frogster sich jetzt deshalb aufblasen, weil Olnigg "RoM" durch den Kakao zieht, dann ist diese Reaktion meiner Meinung nach einfach kleinkariert und dumm. Und da muss man auch nicht darüber diskutieren. Auf solche "Geldgeber" kann man auch verzichten. Zum Glück gibt es ja genug andere Hersteller, die entweder berechtigterweise Lob einsacken oder mit einer Kritik die in einer Satire verpackt wurde umgehen können.
wer sich hier allerdings aufregt zeit vergeudet zu haben der wird wahrscheinlich halb wahnsinnig wenn der bus mal zu spät kommt oder - gott behüte - der geliebte eierpott den geist aufgibt. add ftw¿!
hmmmm, siehe ersten Post von Olnigg.
Es ist ein Zusammentreffen von Freiheiten - um dies zu Umgehen, müsste man "Gerechtigkeitssteuer" einführen, und jedes Wochenende paar Hundert Machthabende an Schafott führen - würde aber nichts bringen.
Denn im Sumpf stinkt es nun mal -es ist die Natur des Sumpfes. Und lege man ihn Trocken - würden da ganz andere Tiere hausen.
allen Henkeltasen Usern deshalb ein frohes Ostern
es bringt nichts, wenn ihr die Eule bestraft, weil sie das Wort des Igels weitergeben. Das mag euch zwar Genugtuung verschaffen, aber deswegen wird die Eule erst recht nicht mehr positives über eure Tassen verbreiten.
Und die Kunden? Die laufen wegen des Geplärres eines alten Igels auch nicht weg. Die laufen höchstens weg, weil die Tassen tatsächlich so schlecht sind wie der Igel sagt. Diese Lektion hat auch der lustige Condor aus Norwegen lernen müssen.
Und wer weiss, auch wenn der Igel plärrt, wie schlecht eure Tassen doch seien - so manch ein potentieller Kunde wird vielleicht ausgerechnet dadurch überhaupt erst mal aufmerksam auf eure Tassen. Und denkt sich: "Na, das will ich doch erst mal sehen, ob die Tasse wirklich so schlecht ist, wie der Igel behauptet. Eigentlich gefallen mir Tassen ohne Henkel ja viel besser als mit..."
Die Glosse selbst finde ich irgend wie ... zu eindimensional und plump, besonders das ende.
Anspruchsvoll ist die Fabel vielleicht im Inhalt, aber sonst...
Ich will gar nicht bestreiten, dass es subtile Mechanismen gibt, mit denen man Leute in eine bestimmte Richtung treiben kann, von der sie letztendlich selbst überzeugt sind, obwohl sie sich des tatsächlichen Sachverhalts gar nicht so bewusst sind. Aber wir befinden uns hier nun mal im Bereich der Computerspiele und da kann man doch wohl davon ausgehen, dass ein Großteil der Spielerschaft ziemlich genau weiss, was sie mögen und was nicht. Dann klingeln auch schon mal die Alarmglocken, wenn man etwas über eine bestimmte eingesetzte Spieltechnik liest.
Wenn ich mir ein Spiel zulege, dann habe ich ausserdem meistens schon im Vorfeld ein größeres Interesse und verfolge hin und wieder mal die Entwicklung. Bei MMORPGs, die ja eigentlich Olniggs Spezialgebiet sind, kann man sogar meistens noch die Meinung eines Beta-Testers einholen (oder eine Person, die eine Person kennt, die...., die einen Beta-Tester kennt) oder man kommt selbst in die closed bzw. open beta.
Sollen die Zeitschriften schreiben, was sie wollen. Danach richte ich jedenfalls nicht mein Kaufverhalten aus. Das soll nicht heisst, dass ich damit nicht auf die Nase fliege. Allerdings bin ich, wenn es passiert, daran selbst schuld.
Was die Angelegenheit so brisant macht, ist vielleicht sogar eher, dass es eigentlich jeder besser weiss und sich gerade deshalb durch unwahrhaftige Berichterstattungen veräppelt vorkommt.
Aber wer möchte eigentlich überhaupt sein Geld für Werbung in ein Portal buttern, auf welchem ansonsten das eigene Produkt zerrissen wird?
Willkommen in der Marktwirtschaft!
Bei einem Magazin wie Gamona müssen sicher des öfteren Entscheidungen getroffen werden, wen aus der Spieleindustrie man wie oft mit wie viel exakt dosierter destruktiver Kritik vor den Kopf stoßen kann, ohne dabei gleichzeitig einen potenziellen Advertising-Geldgeber zu verlieren.
Es wird nach Zahlkraft und Finanzierfreudigkeit gewichtet; und dann kann/muss man auch schon mal über das eine oder andere Produkt ablästern, wenn eh andere für den Profit sorgen.
Auch Miminigg hat das schon einmal bei Buffed erfahren, wenn ich mich nicht täusche.
Nichsdestotrotz, unterhaltsam geschrieben ist es diesmal! :)
Danke für die Erläuterung! Damit wäre das dann wieder die von Olnigg schon oft geäußerte Kritik an Zeitschriften bzw. Internetseiten, die sich möglichst nicht zu negativ über "getestete" Spiele äußern wollen, um die Hersteller nicht zu verärgern, und die dadurch ihrem eigentlichen Zweck, nämlich der objektiven und unvoreingenommenen Berichterstattung, letztlich gar nicht gerecht werden können.
Diesen Punkt hat der gute Olnigg ja nun schon mehrmals angesprochen und ich kann auch durchaus nachvollziehen, dass man diese Kritik nicht oft genug äußern kann, aber aufgrund der "fabelhaften" Verpackung hatte ich mit einem konkreten Anlass gerechnet und wollte diesen gern verstehen. :-)
Ein Frosch, der Werbung machen läßt und der Zeitu... äh Eule, die das für ihn erledigt, den Auftrag entzieht, nachdem sie, wie es ihr Beruf ist, berechtigte Testbe... äh Nachrichten über sein Produkt veröffentlicht... Und das so lange, bis sie am besten ausschließlich berichtet, was er gerne hätte... Was könnte das wohl bedeuten? :-)
Rein objektiv betrachtet sieht der Sachverhalt so aus:
Der Igel schadet dem Frosch, woraufhin sich der Frosch rächt, indem er sich von der Eule distanziert, bis diese sich wieder loyal ihm gegenüber verhält.
Ich kann da jetzt ehrlich gesagt nichts Schlimmes dran entdecken. Wenn es die Leute vorher nicht gestört hat sich die Finger zu verbrennen (was ohnehin schon ein blödes, weil vollkommen realitätsfernes Beispiel ist), dann war die Welt doch in Ordnung. Nun kommt der Igel und verbreitet seine Meinung, die von allen aufgegriffen wird und der Frosch muss darunter leiden. Als Frosch wäre ich da auch reichlich sauer. Der Weg, den der Frosch wählt, ist vielleicht nicht sonderlich nett, aber die Eule hat ihn in der Tat ja auch verkauft. Die hätte ja wohl auch mit den Konsequenzen rechnen können.
Kurzum: die haben doch alle Dreck am Stecken... :x
Der Frosch setzt dann seine Möglichkeiten ein um die Sache für sich wieder günstig zu stellen, woraufhin ihn der Igel als Borstentier (Egoist?) bezeichnet, während er doch selbst kein Stück besser ist. Was soll das Ganze nun?
Das war's für's erste mit dieser Glosse hier für mich.
Die Reaktion von Dr. Maxx überrascht mich auch ...
Schöne Glosse finde ich
Wer aussteckt muss auch einstecken können, spätestens dieser Post ist aber der Grund Gamona aus meinen Feeds zu verbannen.
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal.. naja, du weist schon..
Bis dahin wünsche ich allseits Frohe Ostern und solche Sache!