Olniggs Glosse – Kolumne

Ausgabe 7: Wo ist Gargelbrock?

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14. Oktober 2008 12:00 Uhr

OOC: Wo ist Gargelbrock?

Tell: Sehr geehrter Kampfkollege. Hätten Sie einen Blick in den Begleittext ihrer Quest geworfen, dann wäre Ihrer Aufmerksamkeit der genaue Aufenthaltsort des Gesuchten sicherlich nicht entgangen.
OOC: Was? Wo ist Gargelbrock?
Tell: Kannst du nicht lesen? Ich habe doch eben geschrieben, wo du die Lösung findest.
OOC: Wo denn? Wo ist Gargelbrock?
Tell: Na gut. Er steht gleich rechts neben Gabbelgimpf.
OOC: Und wo ist Gabbelgimpf?
Tell: Links von Gargelbrock.
Die nun folgende Beleidigung darf nach eigenem Ermessen eingesetzt werden.

Wussten Sie, dass der Intelligenzquotient kein absolut gemessener Wert ist, sondern lediglich die Abweichung zum Mittelwert der Gesamtbevölkerung angibt? Die komplette Geschichte der Menschheit betrachtend, ist also der durchschnittliche Intelligenzquotient seit jeher genau 100. In der Steinzeit wie heute. Mit dem kleinen Unterschied, dass Menschen mit einem IQ von 140 früher das Feuer und später das Auto erfunden haben. Wer also über dem Durchschnitt liegt, der darf sich einer kurzfristigen Bedeutung erfreuen, und wer darunter liegt, der muss sich mit dem übermäßigen Gebrauch von Steinbeilen oder Spielkonsolen zufriedengeben.

Gerade aufgrund der Relativität des Intelligenzquotienten sollte man sich vor der Annahme hüten, jede nachfolgende Generation wäre schlauer als die vorhergehende. Diese Theorie mag zwar in evolutionsbewertender Gesamtbetrachtungsweise über die Jahrtausende hinweg gelten, jedoch ergeben sich in der Detailbetrachtung erste Widersprüche. Ist die Erfindergeneration von Elektrizität und Penicillin wirklich dümmer als die von Atombombe und Spammails? Könnte es also nicht vielleicht auch so sein, dass der absolute Wert der Intelligenz wie bei Aktienkursen gewissen Schwankungen unterworfen ist? Im Gesamttrend mag die Klugheit anwachsen. Allerdings vermag bisweilen eine naturbedingte Gewinnmitnahme den Cleverkurs nach unten zu drücken?

Genau daran musste ich denken, als ich dieser Tage einen Testbericht zu einem Computerspiel gelesen habe. Doch nicht der ganze Artikel an sich, sondern nur ein einzelnes Bewertungskriterium ließ mich erschaudern wie den Tank ein Sprung in seinem Schild. So beschwerte sich der Onlinekritiker über „die doof programmierten Richtungspfeile zur nächsten Quest“. Einmal ganz abgesehen davon, dass ich die Redewendung „doof programmiert“ eher bei einem vorpubertären Tamagotchimagazin erwarten würde, sollten Sie den unbekannten Schreiberling auf keinen Fall missverstehen. Den vermutlich Enkel des Homepagebesitzers störte nicht die Existenz der Richtungspfeile an sich, sondern viel mehr der Umstand, dass diese nur vage die Himmelsrichtung und nicht den genauen Pfad anzeigten!

Warum ist das so? Wieso sind neuzeitliche Questlöser so unfähig und beginnen mit dem Tränenfluss, wenn sie unmittelbar nach der Questannahme nicht auf ihrem Radarschirm den genauen Lösungsanflugwinkel serviert bekommen? In früheren Computerspielen waren die Rätsellösungen entscheidende Bestandteile des Spielspaßes und das eigene Erfolgserlebnis bedurfte weder Leitsystemen noch cheatender Addons, und mit Nachdenken oder Suche verbrachte Zeit empfand man als unterhaltsam.

Heutzutage verfallen die Kalkhirne schon in Panik, wenn des Questgebers Fragezeichen nur über dem Kopf und nicht auf der Map schwebt. Könnten sich diese wehleidigen Gehirndienstverweigerer gefälligst die Mühe machen und bitte im Wörterbuch die genaue Bedeutung des Wortes „Quest“ nachschlagen. Zudem würden es die Erfinder der Questtexte durchaus als Anerkennung empfinden, wenn die in ihren Buchstabenkonstrukten gegebenen Lösungshinweise nicht alleinig zur Aufblähung des Programmcodes gereichen würden.

Kommentare 32
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nithon29.10.2008 11:21
@Darkfal
Jo war bei mir am Anfang bei Warhammer auch so ... aber mittlerweile muss ich sagen zumindest auf Grünhautseite lohnt sich Questtexte lesen für den ein oder anderen Lacher.
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Spielemacher24.10.2008 13:12
Ganz einfach, lass das Spielen mit der Geschichte verschwimmen und plötzlich sitzt du in der Savanne mit einer Bannane in der einen Hand, und mit der Anderen am Hintern, dem Sonnenuntergang hinterherschauend, vor einem Flachbildschirm, und es ist trotzdem phantastisch.

Herr Spielemacher, bitte mehr zum Anfassen...
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Blacky24.10.2008 12:10
Wie wahr wie wahr. Bei FFXI musste man auch noch alles suchen, aber man hat die Quests durchgelesen weils schoen erzaehlt war. Aber seitdem WoW im grossen Stil angefangen hat... wobei nichtmal Blizzard die Hauptschuld traegt, sondern eher die Spielerschaft, die meinte mit Addons alles zu "verbessern". Wurde dann halt in andere Spiele uebernommen :/
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Thalmar23.10.2008 13:54
@asdf:

Er steht gleich rechts neben Gabbelgimpf.
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Kenne ich20.10.2008 16:22
Ich spiele auch oft noch die guten alten NWN1 Module, wobei auch da vieles nur Hack&Slay ist. Trotzdem gibt es da sogar eine Notizfunktion neben dem eigentlichen Journal :)
Da hatte ich Gestern eine Situation, wo im Gespraech aufkam wieviele Saecke Mehl und Kuehe gestohlen wurden. Natuerlich habe ich mir sofort eine Notiz dieser Information gemacht und sie nie wieder benoetigt. Heute weiss ich und naechste Woche werde ich noch wissen das zwei Saecke und 3 Kuehe gestohlen wurden.
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bleicher19.10.2008 13:16
einerseits muss man Olnigg recht geben, andererseits - ich habe auch schon die "questmaps" in anspruch genommen. vor allem bei den "grinquests" halte ich die für keine schlechte idee.
die "töte 10 cyber-schlümpfe" quests, bei denen man die 10 mobs quer durch 5 maps die spannender als wüste nicht sind? also wer da spaß am endlosen kreisedrehen hat....
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asdf18.10.2008 12:47
habs ned gelesen.. wo ist denn nun Gargelbrock?
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Drok16.10.2008 09:14
Kommentar zu den Kommentare:

...gamona... GNADE... schwarzer Text auf dunkelblauem Hintergrund ist schlimmer wie eintönige MMO-Quests

Grüße
Kopfwehdrok
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hagbard15.10.2008 19:37
Allmächt.. Wenn ich da an die Textadventure von damals denke, bei denen man sein Zielgebiet, vom eigenen Standort ganz zu schweigen, nur durch aufmerksames Lesen und dem eigenhändigen Zeichnen einer Karte ermitteln konnte. Solcherlei Sequenzen müssten heutzutage öftersmal in den einschlägig bekannten MMOGs verwendet werden:

OOC: Wo ist Gargelbrock?
>You are standing in front of the Auctionhouse of Stormwind. A path is leading south into the forest. Not far in the Northeast you can see the Magepark.
OOC: OLOLOL WTF?
>huh?
OOC:was zum...
>huh?
OOC: geh in den Wald
>huh?
OOC:go south
>After a long journey you arrived Goldshire hale and hearty. Where do you want to go?
OOC:go to Gargelbrock
>huh?
OOC: ARRGH Wo is der verdammte MOB?? 11
>huh?
OOC:#%& ?#§

Mwuhahahar Für so ein "Feature" würde ich einiges geben.
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ÐracÐrac15.10.2008 15:35
allerdings, ein sehr negativer trend der sich da in spielen entwickelt hat. WAR zeigt da wenigstens nur eine grobe Richtung, es gibt durchaus Spiele, die einem punktgenau sagen wo Questgegenstand X zu finden ist. Man denke an Oblivion. auch im neusten GTA fand ich es sehr nervig, das einem das suchen abgenommen wurde. so rast man einfach nur durch die levels ohne aus zufall wirklich interessanten dingen zu begegnen, die die spielwelt letztendlich so interessant machen.
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moin15.10.2008 15:09
... auf Fragen wo denn Quest X zu bekommen und wo abzugeben ist, schicke ich die Frager schön in die Landschaft, damit sie mal was zu sehen bekommen ... und bin mir jedes Mal sicher : der fragt mich nie wieder
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moin15.10.2008 15:05
... auf Fragen wo denn Quest X zu bekommen und wo abzugeben ist, schicke ich die Frager schön in die Landschaft, damit sie mal was zu sehen bekommen ... und bin mir jedes Mal sicher : der fragt mich nie wieder
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Hochelf15.10.2008 00:59
Da muss ab und zu mal ne Quest zwischen die des lesens Wert ist. Wenn ich mir beim 5ten Questgeber wieder anhören muss wie gemein doch die Dunkelelfen sind vergeht mir einfach die Lust zum lesen. Zumal grade bei WAR zwischen dem was der NPC absondert und der anschliessenden Questzusammenfassung arge unterschiede bestehn. Oder ich bin wirklich zu dumm aus dem Gejammer ne Aufgabe abzuleiten
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numma_cwaynumma_cway14.10.2008 20:24
Da muss ab und zu mal 'ne Quest zwischen: Das markierte Monster darf nicht sterben, auch wenn es als feindlich angezeigt wird (dich aber nicht angreift), sondern muss überleben (sprich du musst es beschützen).
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Darkfal14.10.2008 19:33
Mir is das oben beschriebene Phänomen enorm an Warhammer Online aufgefalln. Ich hab nach der 3. Quest keinen einzigen Text mehr gelesen, sondern nur noch annehmen gedrückt, dann schnell auf die Karte, wo welche Ziele sind, da hin gelaufen, und wieder zurück. Das war sicher nicht der ursprüngliche Sinn von questen an sich.
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Darfi14.10.2008 18:24
Göttlich
Und mit einer Wahrhaftigkeit geprägt, die schon schmerzhaft ist.
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Samson14.10.2008 17:46
Da trifft sich eines Tages der Erfinder des Feuers mit dem Erfinder der Elektrizität...

aber back² Glosse

Wie wahr doch Olniggs Worte sind. Ich hab schon längst den allgemeinen Channel ausgeschaltet und hoffe jeden Tag das mich nicht wer per /tell fragt wo denn der verdammte Questgegenstand ist.
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Aklog14.10.2008 17:33
Oh mein Gott ... wie wahr wie wahr... muss man das ernsthaft kommentieren? =)
Na gut ich ring' mich dazu durch:
Das schlimme an dieser Lesefaulheit ist eben tatsächlich die Tatsache, dass sich dieses Phänomen nicht nur auf Einzelfälle beschränkt, sondern zu einer all umfassenden Plage wird/geworden ist.
Aber ich denke man sollte damit lockerer umgehen^^ Beispielsweise fühle ich mich in regelmäßigen Intervallen meiner Spielzeit derartig in meiner Selbstachtung bestätigt, dass ich nach mehreren Spielstunden auf mein Dach steige und ernsthaft denke ich könne fliegen :-)
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Fonz14.10.2008 17:09
Ich denke auch gerade noch über die seligen und eigentlich auch spannenden Zeiten nach, wo ich jeden Winkel vom Eschental (damals ja Ashenvale) mit meiner Nachtelfe erforscht habe, und mich auch diebisch gefreut hatte einen versteckten Questgeber gefunden zu haben. Mittlerweile hakt man ja seine Quests nur noch ab.

Ich werde das wohl auch mit WotLK wieder ohne Hilfe von Addons versuchen.
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blacksun8414.10.2008 16:33
Edit
Was ich noch vergessen habe: Mein Verfahren mit solchen des Lesens und Verstehens unfähigen Leuten ist ganz einfach -> /ignore

Wer nicht einmal simple Texte lesen kann, dem traue ich auch sonst nichts zu.
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Gast14.10.2008 16:27
soso, jemand hat also das Feuer "erfunden"...
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blacksun8414.10.2008 16:23
@Vorposter:
Ich lese mir jede Quest in WoW durch, denn auch, wenn es die Leute, die nicht lesen können, nicht glauben: Selbst normale Killquests erzählen oftmals eine nette Geschichte.

Ansonsten gebe icg Olnigg wieder einmal völlig recht. Die Faulheit oder Dummheit vieler Spieler im Bezug auf das Lesen von simplen Questtexten ist schon nicht mehr feierlich. Dabei gibt es sogar bei jeder Quest eine Zusammenfassung Marke "Etwa 200 Meter im Norden bei der megagroßen Turmruine ist ein einziger Gegner, den du töten musst." Und man glaubt es nicht: Sogar zum Finden solcher Gegner brauchen viele noch Hilfe durch ein Koordinatensystem und Seiten wie buffed. Wie einfach soll es sonst noch werden, wenn anscheinend selbst markierte Zielgebiete wie in WAR den Leuten nicht weiterhilft?

Ich spiele seit 10 Jahren MMOGs und habe immer durch das Lesen von Questtexten meine Ziele erfüllen können, egal ob EQ oder WoW. Und mein IQ liegt laut Test im leicht erhöhten Durchschnitt, ich habe also kein Literatur-Doppel-Diplom.
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grimmigrimmi14.10.2008 16:18
Fast noch schlimmer als das Fragen an sich finde ich die Reaktionen auf Antworten wie "nördlich von X". "Hä? Sag doch einfach wo "

In WoW darf man schon gar nicht mehr mit Beschreibungen kommen, da richtet sich jeder nur noch nach dem per Addon integrierten GPS und erwartet Koordinaten. Wenn nicht sowieso von Anfang ein Addon mitläuft, dass einen an der Hand nimmt und per vorgemalten Weg zum Gegner führt.

Schöne Glosse diesmal.
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..14.10.2008 16:16
liegt wohl eher daran das die quests langweilig sind und nur noch mittel zum zweck. früher waren solche rätsel dafür bestimmt das das spiel weiter geht heute sind quests in wow nur dafür da 10g zu farmen für z.B. ein mount was 5k gold kostet. würdest du dir da jedes q durchlesen wenn du weisst das alle nach dem prinzip töte x monster funktionieren...
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Psyotic14.10.2008 15:52
Letztens in War habe ich eine Quest angenommen..und wie immer nichts durchgelesen. *fg*
Als ich dann am Zielort ankam ssah ich ein Steinsockel mit 4 Drachenskulpturen drumherrum, auf dem Steinsockel eine Elfe de auf den Questgegnerwartete und wartete und wartete....

Als mir das Zukucken zu langweilig wurde entschloss ich mich das Rätsel zu lösen und klickte einer der Drachen an...siehe da feuer...nächste feuer aus...klick aha effekt reihenfolge beachten schwups kam der gegner und quest war abgeschlossen...weiterhin auf dem sockel die elfe die mich blöd fragte wie ich das gemacht hätte...ich bin vor lachen vom stuhl gefallen...

Wir leben inzwischen in einem Zeitalter wo die Türme von Hanoi für ein Bauwerk aus einer Chinesischen Dynastie gehalten werden...
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