Kurzbeschreibung: Soft- und hardwaretechnische Komplettlösung zur umfassenden Abwehr aller softwarepiraterischen Tätigkeitsfelder im Sinne der Aufrechterhaltung Kunden überwachender Monopolstellungen global tätiger Großkonzerne durch Sicherung ihrer überwertvermarkteten Nearly-Done-Products.
Es erfolgt bei der PC-Herstellung eine hardwaregestützte Direktverbindung des Computernetzteils mit der steuergebenden Zentraleinheit „RichterX“ (siehe Patentantrag 45-EU/2008-LFD00299215/b gleichen Datums). Über niederstromgebende bis zu 220 Volt belastbare Kabelverbindungen werden Tastatur, Monitor und Motherboard miteinander verbunden. Die Tastatur wird im Bereich der Taste J mit Sensoren zur Messung des Hautwiderstandes und des Körperfettwertes und in deren Umfeld mit einer Reflexlichtschranke versehen. In der Ausführung „DRM perfecto Deluxe“ kommt zudem ein Temperaturfühler mit Netzwerkanbindung zum Einsatz.
Jedes in den Handel kommende Nearly-Done-Product, sei es zur beruflichen Ausübung oder der abendlichen Entspannung gedacht, muss mit keinerlei Kopierschutz oder anderweitig bisher verwendeter DRM-Schutzmaßnahme mehr versehen werden. Des Weiteren ist die Verwendung von Seriennummern und sperrenden Zeitschlüsseln absolut unnötig.
RichterX überprüft den Datendurchsatz zwischen Festplatte und Prozessoreinheit. Wird ein Anwendungsprogramm gestartet, initiiert die Funktion „Gewissensabgleich“ die Bildschirmabfrage, ob die vorliegende Software rechtmäßig erworben wurde. Zeitgleich beginnt die Hautwiderstandsmessung der Taste J. Zeigt die psychogalvanische Hautreaktion des Fingers einen gleichbleibenden Wert, so wird der Benutzer als legitimiert angesehen und die entsprechende Applikation gestartet. Bei stressbedingt wechselnder Hautreaktion kann vergleichbar zu einem Lügendetektor von einer unwahren Beantwortung ausgegangen werden, worauf die komplette Tastatur unter Strom gesetzt und das Betriebssystem heruntergefahren wird. Die Stärke der Strombelastung erfolgt in direkter Proportionalität zum panikartigen Anstieg des Messergebnisses.
Verzeichnet RichterX einen ungerechtfertigten Programmzugriff, erfolgt als zusätzliche Sicherungsmaßnahme ein Einsatz des Softwaremoduls „Selbstjustizifizierung“. Meldet die Körperfettmessung einen überdurchschnittlichen Wert und die Reflexlichtschranke ein Übermaß an Schmutz unter den Fingernägeln, so muss von einem ungepflegten Nerd ausgegangen werden, dessen Intention die unrechtmäßige Überwindung der Zentraleinheit ist. Die unmittelbar darauf erfolgende Maximalbelastung der Tastatur mit 220 Volt wird bei der Bekämpfung der Produktpiraterie mittelfristig entscheidende Dienste leisten und einer nachhaltigen Durchsetzung der Lizenzrechte den Weg bereiten.
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ist noch besser als der vorige - die formulierung "Durch die Darbietung von Sachgeschenken auf monetärer und fortpflanzungstechnischer Ebene ist die gesetzgebende Seite von Bedenken zu befreien" ist genial :) ich lieebe diese kolumne bereits...
Seit ich aufgehört habe für Spiele zu bezahlen finde ich DRM auch nicht mehr so schlimm.
Aber der typisch - beißerische Wortwitz der Olnigg klassiker oder der 4ten Kolumne fehlt mir hier etwas.
Nebenbei, die neuen DRMs - wie die bei Spore - sind keine Kopierschutze im eigentlichen Sinne. :P
jedoch ein eklatanter Fehler
Das Paket „DRM perfecto Deluxe“ wird nicht von Olnigg sondern von Google angeboten...
ich finde einfach man erkennt den autor nicht im text wieder was sonst meist der fall ist. Eigentlich zu brav für meinen geschmack.
Aber ernsthaft: Ein Lügendetektor als Kopierschutz-Ersatz wäre in vielen genannten Punkten echt eine Entlastung für die Kopierschutz-gegängelten Konsumenten. Die einzigen, die von dem Kopierschutz nämlich nicht behindert werden sind diejenigen, die eine kopierschutzbefreite Version einsetzen - sprich illegale Kopien.
Da werden legale Konsumenten gezwungen, sich illegale Versionen zusätzlich zur Kauf-CD zu benutzen, damit sie von der erworbenen Software oder Spiel auch wirklich Gebrauch machen können.
Sowas Dummes aber auch. Da hat doch jemand mal wieder nicht nachgedacht, oder?
Der Betrag ist in dem Masse nicht lustig, wie er leider auf die Realität immer mehr zutreffend ist.
Wenns nach den Herstellern gehen würde, würden wir schon lang einen Biochip tragen, der jeweils mit dem Erwerb des Produkts mit dessen Produktnummer verbunden wird, um eine allfällig mögliche missbräuchliche Benutzung oder gar (so eine Frechheit aber auch) den Weiterverkauf oder die Leihgabe im Freundeskreis sofort und rigoros unberbinden zu können.
Ich warte nur auf die ersten Gesetze in diese Richtung....
Danke Olnigg
Gruß
Drok
das ist doch genauso wie unsere lieben Politiker und Co es gerne hätten =)
Nicht so lustig wie sonst, aber es geht hier schließlich um en Ernstes Thema...