Hatte sich unsere Redaktion bereits über die rege Teilnahme unseres letztjährigen Sommerpreisausschreibens gewundert, so ist sie von der regen Beteiligung am Frühlingsrätsel vollkommen überwältigt gewesen. Höchste Zeit, die Lösung und selbstverständlich auch die Gewinner zu präsentieren.

Das Frühlingsrätsel beschäftigte sich mit dem Hause Blizzard. Wir hatten euch aufgefordert, alle zehn Unterschiede zwischen Diablo 2 und Diablo 3 herauszufinden und uns die Lösung per E-Mail mitzuteilen. Die Einsendungen waren so zahlreich wie falsch und nur sehr wenige von euch sind auf die richtige Lösung gekommen. All diejenigen, die das Rätsel nicht meistern konnten, seien aber getröstet. Bei Blizzards Nachfolgeprodukten die Unterschiede herauszufinden, das war schon immer nahezu unmöglich.

Ein Dank an dieser Stelle an alle Scherzkekse unter den Einsendern. Mit eurem "In Diablo 3 wird es eine frei begehbare Welt geben" habt ihr uns, zumindest bei den ersten tausend Mal Lesen, zum Schmunzeln gebracht. Doch selbstverständlich wusstet auch ihr, dass der Schlauchfetischist Blizzard frei umherlaufende Spieler schätzt wie Nordkorea die Reisefreiheit.

Was sind denn nun die zehn einzigen Unterschiede zwischen Diablo 2 und 3?

1. Dies wusste so ziemlich jeder von euch. Attribute und Talentbäume gehören der Vergangenheit an, weil Blizzard nicht mehr will, dass alle Spieler der Erde immer dieselbe Skillung voneinander abschauen. Deswegen gibt es jetzt Skills mit reichlich Runenauswahl. Da gemäß der Genfer Konvention von 1864 gerade bei Skills mit reichlich Runenauswahl das weltweite Spicken strengstens verboten ist, werden deshalb zukünftig endlich alle Charaktere völlig verschieden sein.

2. Völlig neu ist das Crafting im Spiel. Dies geschah nicht nur, um die potenzielle Kundschaft der Hobby-Heimwerker zu umwerben, sondern auch um die Item-Vielfalt anzuheizen. Ein Diablo-Spiel mit zusätzlichen Gegenständen zu fluten, mag auf den ersten Blick so vernünftig wie Feuerlöschen mit Benzin klingen, aber wenn ihr auf den dritten Unterschied gekommen seid, dann wisst ihr, warum das so ist.

3. Es wird ein Echtgeldauktionshaus geben. Vorausgesetzt ihr habt die 57-seitigen Geschäftsbedingungen gelesen und verstanden, dann steht einem Berufswechsel hin zum Item-Trader nichts mehr im Wege. Allerdings unterliegen die virtuellen Waffengeschäfte, ebenso wie ihre realen Brüder auch, den allerstrengsten Exportrestriktionen. Wenn ihr also einen Dollarmilliardär des anderen Kontinents um seine Ersparnisse bringen wollt, dann müsst ihr zuerst euren Wohnsitz in die USA verlegen, bevor ihr die Wände mit Geld tapezieren könnt.

4. Der Zopf des Barbaren ist grau statt schwarz. Die Zeit nagt eben an uns allen.

5. Die aktuelle Gesundheitsreform hat die Verwendung von Heiltränken stark eingeschränkt. Wessen Wohlbefinden öfter als im Minutentakt der Aufputschmittel bedarf, der muss sich neuerdings ganz realistisch in der nächstgelegenen Fußgängerzone an den lebenden und toten Mitbürgern gesundbeißen.

6. Weil immer mehr Kinder Gefallen an der Zombiefließbandzerstückelung finden, musste vielen der ehemaligen Flennereigründen ein Ende gesetzt werden. Aus diesem Grund herrscht in Diablo 3 strikte Mülltrennung. Den Loot des anderen zu stehlen ist also nicht mehr möglich. Wer trotzdem die Items seiner Mitspieler abgreifen will, der versende ab sofort vor Spielbeginn an seine Gildenfreunde einen Trojaner.

Olniggs Glosse - Diabolismus

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8. Der Schwierigkeitsgrad wurde drastisch gesenkt, um Hausfrauen, Zimmerpflanzen und Rückwärtsgängen das verfassungsmäßige Recht auf Gleichbehandlung zuteilwerden zu lassen. Nach 276 Spielstunden beginnt es dann aber knifflig zu werden und spätestens im zweiten Jahr verblasst jeder Unterschied zu Diablo 2.

9. In Zeiten, in denen Google vor Lernen und Wiki vor Wissen geht, ist dem Spieler der Vorgang des Identifizierens nicht mehr zu vermitteln. Gleichnamige Scrolls sind Geschichte, da in unseren heutigen Zeiten ohnehin jeder alles besser weiß.

10. Die Grafik ist noch schlechter als früher. Dank dieser Tatsache wird in Diablo 3 laut Blizzard "die Spielerwahrnehmung nicht mehr durch detaillierte Hintergründe abgelenkt". Endlich kann man sich mit ungestörter Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Spielelemente wie Mauszeiger und bunte Schwabbelbehälter konzentrieren. Der einzige Nachteil der verwaschenen Weltendarstellung ist die etwas schlechtere Wahrnehmung von echten Wasserrohrbrüchen. Darum merke man sich - sobald Blitze aus dem Monitor schlagen, ist es an der Zeit, eine Spielpause einzulegen und die reale Umwelt zu erkunden.

Soweit zu den zehn Unterschieden. Wir gratulieren allen, die fündig geworden sind, und wünschen den Losern bessere Augen und mehr Verstand.

Da die drei ausgelobten Hauptgewinne in Form eines Sportwagens, einer Jacht und einer Jachtpflegerin zufälligerweise allesamt an die Verwandtschaft des Glossenschreibers gingen, verzichten wir an dieser Stelle auf deren Namensnennung und werden stattdessen die Gewinner im Rahmen des nächsten Familientreffens benachrichtigen.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten und viel Glück beim nächsten Mal.