Das Kalenderjahr neigt sich dem Ende zu und dem heimatlosen oder Veränderung suchenden Online-Spieler stellt sich langsam die Frage, womit er die stade Zeit etwas lauter und abwechslungsreicher gestalten könnte. Höchste Zeit, den geballten Erfahrungsschatz aus vergangenen Jahrhunderten zu aktivieren und dem orientierungslahmen Gamer einen ersten Überblick über die Lage der Spielnation zu bescheren.

Die Spitzenposition der weihnachtlichen Wunschlisten dürfte dieses Jahr unumstritten Blizzard erobern. Cataclysm heißt das neueste Add-on, was übersetzt Katastrophe bedeutet. Eigentlich ein Packungsaufdruck, der normalerweise zu so manchem Konkurrenzprodukt wesentlich besser passen würde. Jedoch sei der potenzielle WoW-Wiedereinsteiger gewarnt, dass seine damalige Erinnerung nur noch eingeschränkt mit der heutigen Realität kompatibel ist.

So wurde zum Beispiel den Fernwaffen die Munition geklaut, die individuellen Waffenlehrer mussten sich dem Jobcenter zur Verfügung stellen und so mancher Klassen-Skill wird nicht mehr spielerisch erlernt, sondern in die Wiege gelegt. Zudem wurde der Talentbaum von einem Gärtner heimgesucht, dessen Tätigkeitsschwerpunkt bislang die Pflege von Bonsai-Bäumen gewesen sein dürfte. Alles in allem Konzeptideen, die im Sinne ihrer Vereinfachung perfekt an Windeln erinnern, die nicht mehr mühsam ausgekocht werden müssen, sondern bequem entsorgt werden können. Leider gilt diese Übereinstimmung auch für deren Unterhaltungswert.

Olniggs Glosse - Ausgabe 89: Höhepunkte

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Der Playboy von heute trägt vier von fünf Knöpfen an der richtigen Stelle.
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Doch das Gute an Online-Spielen ist die Tatsache, dass sie wie Pilze aus dem Boden schießen. Höchste Zeit, sich ein wenig mit den Hoffnungsträgern von Branche und Zukunft zu beschäftigen.

Der Anfang sei heute mit dem Playboy Manager gemacht. Ein Spiel, nach dem sich zumindest die Hälfte der Menschheit gesehnt hat und zu dem die fantasievollen Erwartungen so zahlreich wie unaussprechlich sein dürften. Leider hat der Entwickler bis heute auf die Veröffentlichung aussagekräftiger Screenshots und Videos verzichtet. Möge deswegen zwar der Informationsfluss zum Spekulationsteich vertrocknet sein, so dürfen ein paar Dinge sehr leicht durch Logik und Erfahrung zusammengereimt werden.

Der Spieljunge

Wer schon einmal einen gedruckten Playboy in der Hand gehalten oder auf das Kopfkissen gelegt hat, der ahnt, dass seriöse Unterhaltung zu der unerfüllbaren Seite dieses Hochglanzmagazins gehört. Das zentrale Element im Playboy ist das sogenannte Centerfold. Zur Erklärung weiblicher Glossengäste sei gesagt, dass es sich hierbei um ein übergroßes und perfekt retuschiertes Abbild einer Dame handelt, die ihr Leben mehr dem Erwerb von Silikoneinlagen als dem Tragen von Kleidung verschrieben hat.

Ziel des Playboy Managers wird es wohl sein, dieses Centerfold zu erreichen. Natürlich nicht selbst als Mann, sondern als ferngesteuerte Frau. Gemäß Presseerklärung schlüpft der Spieler in die Rolle eines Managers und versucht, seine Models zum Playmate zu pushen. Der Gipfel des Erfolgs stellt ein Einzug in die „Playboy Mansion“ dar. Auch hier die weibliche Übersetzung: Dieser Begriff basiert auf einer amerikanischen Doku-Soap, in der Playmates die einmalige Fleischbeschau des Magazins durch eine permanente im Fernsehen ersetzen. Allerdings wurden im letzteren Medium die wissenschaftlich korrekten Naturdetails wie Nippelausformung und Köperbewuchs verpixelt. Solcherlei amerikanische Prüderie lässt für den binären Ableger wenig Augengutes befürchten. Es droht also Auf- statt Erregung.

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Die Playmates von heute lassen ihre Brüste von der Wäsche melken.
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Viele andere Spielmechaniken liegen noch tief im Dunkeln verborgen und eine Menge Fragen bleiben diesbezüglich offen. Da es sich um ein Browser-Spiel handelt, könnten zum Beispiel die Charakteranimationen sehr magere Qualitätsstufen annehmen. Werden sie realitätsnah sein oder eher die gezeichnete Erotik einer Daisy Duck erreichen? Wurden die Bewegungsabläufe per Motion Capturing erfasst und warum verdammt noch mal hat man mich nicht dazu eingeladen, um die passiven Marker anzubringen? Wird es einen Raid-Content geben und werden sich hier die Spieler bei der Rüstung darum streiten, wer diese zuerst ablegen darf? Wird die F6-Taste das Spiel vorzeitig beenden und wird es für die Spielzeitverlängerung Viagra-Cards geben?

Fragen über Fragen, doch leider ist es um den Playboy Manager schon lange sehr still geworden. Ich persönlich fände es sehr schön - selbstverständlich nur im Sinne meiner händeringend nach Spielalternativen suchenden Leser -, wenn man baldmöglichst etwas Konkreteres vom Playboy Manager hören könnte. Obwohl das mit dem Hören gar nicht unbedingt sein müsste. Sehen würde mir auch schon reichen.