Das menschliche Gehirn besitzt geschätzte 100 Milliarden Nervenzellen. Diese werden durch noch viel geschätztere 100 Billionen Synapsen miteinander verbunden. Ein Meisterwerk der Natur und nicht zuletzt ein nicht unwesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Amphibie. Beste Voraussetzungen für uns Menschen, Großes zu leisten. Und was macht Hans daraus?

Hans

Hans mag Star Wars: The Old Republic. Star Wars: The Old Republic kann man zwar noch nicht kaufen, aber das macht Hans nichts aus. Er liebt Star Wars: The Old Republic trotzdem. Zumindest bis gestern.

Gestern hat Hans gelesen, dass in Star Wars: The Old Republic die Raumschiffe auf Schienen fahren werden. Das hat sein Weltbild erschüttert und deswegen mag er Star Wars: The Old Republic nicht mehr. Was der Autor dieser Zeilen nebenbei bemerkt seinerseits nicht mag, ist der ellenlange Namenszug „Star Wars: The Old Republic“. Darum sei ihm die Faulkürzung TOR gegönnt. Hans mag also keine Raumschiffe auf Schienen. Das erscheint auf den ersten Blick verständlich, denn wer von uns wollte Gegenteiliges behaupten. Man stelle sich das vor: An einem geschlossenen Bahnübergang stehend und auf den Zug wartend und plötzlich schrammt wenige Meter vor einem der mehrstöckige Millennium Falcon über die Gleise. Da muss der Autolack doch leiden.

Olniggs Glosse - Ausgabe 77: Hans

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Rallyroststreifen
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Hans will lieber die Freiheit, im Weltraum unbegrenzt herumzufliegen. Er möchte unbekannte Planeten entdecken, überall Raumschiffe abschießen und unendlichen Handel treiben. Das alles möchte er in TOR. Einem Spiel, welches seit vielen Jahren in Entwicklung ist und bei dem bis vor kurzem die ganze Welt und Hans fest davon ausgegangen sind, dass es sich nur AUF und nicht ZWISCHEN den Planeten abspielt. Doch Hans ist flexibel. Wenn man ihm den kleinen Finger reicht, dann nimmt er als Nachspeise gerne den Daumen dazu. Und den Zeigefinger auch noch. Und den Ringfinger. Nur den Mittelfinger, den braucht er nicht. Denn davon hat der Hans mehr als genug, so oft wie er diese seinen Mitmenschen zeigt.

Schrankereien

Hans ist schlau. Hans weiß zum Beispiel, dass TOR mehr Story und Content als alle Teile von Baldur’s Gate, Mass Effect und Dragon Age zusammen haben wird. Hans hat auch von der Aussage von Electronic Arts Chefkämmerer Eric Brown gehört über die angedeuteten 100 Millionen Entwicklungskosten. Das ist zwar mehr als Hans Taschengeld bekommt, aber Hans hat in Mathematik gut aufgepasst. Nur mit der 1 Million Spieler monatlich, die man jetzt schon benötigt, um Investitionen und Unterhalt zu erwirtschaften, kann er nicht so viel anfangen. Weil in seinem Dorf da sind sie nicht ganz so viele. Trotzdem Hans das alles weiß, will er noch mehr. Will er freien Flug für freie Bürger.

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Aggressive Zipfelmütze
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Hans ist wissensdurstig. Ihn interessiert alles zu hinterfragen. Wie belüftet man den PC richtig, damit die Grafikkarte nicht zum Toast mutiert? Wie bringe ich Oma dazu, meine Hardware bis nächsten Frühling TOR-tauglich zu machen? Wie komme ich rechtzeitig an gute Cheats, um der Beste zu werden und Susi zu beeindrucken? Nur die alles entscheidende Frage stellt sich Hans nicht: Warum kommt die Firma Bioware mit dem Weltraumstoff eigentlich so spät an die Öffentlichkeit?

Hier hat Hans noch Nachbesserungsbedarf. Warum andere tun, was sie tun, solche Sachen interessieren ihn nicht. Ob Bioware das macht, um die potenzielle Zielgruppe auf den letzten Drücker zu vergrößern oder ob sie einfach überraschend Entwicklerkapazitäten frei hatten und geplante Add-on Inhalte vorziehen? Die Gründe? Wen schert’s! Hans’ Augenmerk richtet sich auf sein eigenes Ich-Denken. Wer mitdenkt, verliert. Ob bei Bioware bereits das Budget über die Ufer tritt oder ob sie mit der Schieneneinschränkung lediglich das Releasefenster retten wollen? Ist es bloßes Hypefutter oder Konzernstrategie? Hans will bei solchen Themen draußen bleiben und draußen fliegen.

Hans hasst also Hintergründe. Kommt Hans an einen Bahnübergang, dessen Schranken geöffnet sind, dann will er fahren. Wozu sich um den panisch mit den Armen und Flaggen wedelnden Bahnmitarbeiter kümmern? Und der arme Han Solo muss dann wieder außerplanmäßig in die Waschanlage, um die 100 Millionen frei verteilten Nervenzellen von der Raumschiffhülle zu entfernen.

So ist... nein, so war Hans. Hans hieß übrigens mit Nachnamen Wurst.