Bevor sich meine Wenigkeit in die Sommerpause verabschiedet, seien heute ein paar letzte Survival-Tipps für die heißen Tage gegeben. Für all diejenigen, die das Ausquetschen von Sonnencremetuben auf der nach oben offenen Ekelhaftskala mit dem Tritt auf eine Qualle gleichsetzen, sei im Folgenden ein häusliches MMO-Kontrastprogramm entworfen. Wobei ich nicht dafür garantieren kann, dass die Alternativbeschäftigungen tatsächlich weniger schmerzhaft als die erwähnte Meerestierbegegnung sein werden.

Als erstes geht schlussendlich am 9. Juni Mortal Online an den Start. Dieses Spiel wird neue Maßstäbe setzen. Noch nie werden so große Spielflächen von NPCs verwaist sein und so viele Player-Killer ihren Unterhaltungswert bei einer Hand voll unbedarfter Neuspieler abholen wollen. Vokabeln wie Balance und Quests haben keinerlei Veranlassung das Wörterbuch zu verlassen und die Abkürzung PvE bedarf höchstens punktuell einer Begriffserklärung.

Mortal Online wird unumstritten unmittelbar nach dem Release den Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde als größte PvP-Arena der Welt finden. Es sei denn, die Festsetzung des Releasedates geschah mal wieder aus einem Wunschdenken heraus. Obwohl es bei der dünnen Fanbase eigentlich ganz egal wäre, ob diese in der Open Beta oder in der finalen Version über den Exodus ihres newbischen Schwertfutters jammert.

Olniggs Glosse - Ausgabe 73: Pausenclowns

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Wenn wenigstens die Details im Gameplay genauso gut herausgearbeitet wären.
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Wesentlich interessanter verspricht da die Fortsetzung des fröhlichen Mitmenschenmetzelns am 1. Juli in Form von All Points Bulletin zu werden. Dimensionen fairer und entsprechend herausfordernder ist das dortige PvP-Konzept zu nennen. Eingebettet in unterhaltsame Missionen haben die Spieler alleine oder in Gruppen die Möglichkeit, als Cop oder Capone ihre Kugeln in die Körper der jeweiligen Gegenseite zu befördern. Garniert mit einer Fülle an erfrischend neuen Ideen, die einem zwar irgendwie schon bekannt vorkommen, kann man endlich im großen Serverrahmen Recht oder Rücksichtslosigkeit verbreiten.

Wo Mortal Online in Alibifunktion ein paar grenzdebile Mobs auf den Spieler loslässt, da hat APB die Einbindung einer künstlichen Intelligenz strikt abgelehnt. Mützen- und Maskenträger sind ausschließlich reale Menschen. Jedoch auch hier lockt das Guinness Buch mit einer neuen Heimat. Betrachtet man der Jungmenschen Faszination für das Böse, so werden die Missionswarteschlangen der Gangsta-Fraktion selbst eine Boa Constrictor dem Minderwertigkeitskomplex zutreiben. Ein schlüssiges Lösungskonzept sucht man bislang vergebens. Aber wozu auch? Bis zum Release ist ja noch ein Monat Zeit.

Monte Cristos Sommerpause

Die dritte Urlaubsbeschäftigung steht am 20. Juli an. Need for Speed World lädt zur virtuellen Huldigung des Kohlendioxidausstoßes ein. In einer sozusagen abgespeckten All-Points-Bulletin-Version muss das Autoprotzen ohne Gewaltverehrung wie überrollte oder massenexekutierte Passanten auskommen. Stattdessen gibt uns die Software aufgrund der nahezu unzerstörbaren Fahrzeuge einen Blick auf des BMW-Fahrers Paradiesvorstellung frei. Mag auch kein gegnerisches Spielerblut fließen, so hinterlässt die reihenweise Vernichtung von Zäunen und Hydranten durchaus einen zeitweisen Unterhaltungswert. Da Rennen im Gruppenmodus derzeit noch der internen TÜV-Abnahme bedürfen, stellen zumindest bereits jetzt die kollisionsfähigen Mülltonnen einen schelmisch adäquaten Mitspielerersatzstoff dar.

Olniggs Glosse - Ausgabe 73: Pausenclowns

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Kostensenkung durch Need for Speed Engine.
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Wer über NFSW spricht, der sollte Motor City Online nicht unerwähnt lassen. Schon einmal hatte Electronic Arts versucht, mit binärem Motoröl reales Geld zu verdienen. Ein kapitaler Motorschaden war die Folge. Vorbildlich, dass nun die Hemmschwelle zum Antesten mit einem Free-to-Play-Konzept bis zum zehnten Spielerlevel unschlagbar niedrig angesetzt worden ist. Hoffentlich bleibt dies nicht der einzige Unterschied. Ansonsten würde der Vergleich von spielkonzeptionellen Denkprozessen mit verstopften Vergasern naheliegen.

Alles in allem scheint der anstehende Sommer doch nicht ganz so langweilig zu werden wie so mancher vorher. Und sollte man sich nicht mit den genannten Spielen amüsieren können, dann bleibt immer noch, sich über sie zu amüsieren. Bestes Beispiel ist Cities XL. In der 38. Glosse prophezeite ich diesbezüglich einen ernsthaften Kandidaten für den Weltrekord im Serverdichtmachen. Wenngleich Cities XL nur knapp den ersten Platz verfehlt hat und Monte Cristo ein paar Wochen zu spät Pleite gegangen ist, so scheint mir diesen Sommer der Wettbewerb in eine vielversprechende neue Runde zu gehen.

Die nächste Glosse wird voraussichtlich Anfang August erscheinen. Bis dahin wünsche ich allseits gute Unterhaltung oder Bräunung.

Olnigg