An dieser Stelle möchte sich die Abteilung Glosse der gamona-Redaktion in aller Form dafür entschuldigen, dass sie bis heute die Gewinner unseres alljährlichen Sommer-Preisausschreibens schuldig geblieben ist. Ereignisse von großer Tragweite in Form von milden Temperaturen hatten unsere Aufmerksamkeit auf andere Schwerpunkte gelenkt. Aber heute ist es endlich so weit: Die Gewinner stehen fest!

In einer der letzten Ausgaben vor der Sommerpause hatten wir euch den Screenshot eines Online-Spiels präsentiert und euch dazu aufgefordert, den Namen dieses Games und die fünf darin enthaltenen Fehler zu finden. Als Belohnung versprachen wir zahlreiche Traumpreise. Doch bevor wir zur Verkündung der glücklichen Gewinner kommen, sei zuerst des Rätsels Lösung auf euch losgelassen.

Zugegeben, das diesjährige Preisausschreiben war alles andere als leicht. Aus der Fülle der zur Verfügung stehenden Browser-Spiele ein bestimmtes herauszufinden, war alleine schon schwierig genug. Zu allem Überfluss hatten wir uns dann noch eines dieser unsäglichen Einheitspampenprodukte ausgesucht, bei denen man absolut sicher sein kann, dass die Verantwortlichen wegen fortgesetzten Plagiatentums steckbrieflich gesucht werden.

Zu unserer aller Überraschung wussten trotzdem zahlreiche Einsender die richtige Lösung. Gesucht war das Spiel „Crystal Saga“ von R2games. Wesentlich mehr Mühe hattet ihr jedoch bei der Suche nach den fünf Fehlern, die wir in dem folgenden Screenshot eingebaut hatten.

Hier die Lösung im Detail:

1. Ein Direktlink zu Facebook? Das war natürlich ein Fake. Welcher Developer wäre schon so denkgrottig und würde ein stimmungsvolles Fantasy-Ambiente durch profane Werbung für eine Online-Sekte von Sozialexhibitionisten ruinieren? Und man stelle sich vor, dass mit dem Aufkommen von Google+ und den zahlreich folgenden Konkurrenten das User-Interface zunehmend zu einem Link-Fleckerlteppich ausartet. Da würde selbst die Windschutzscheibe eines Autos, das die Mautplaketten aller Länder dieser Erde von den letzten zwanzig Jahren aufgeklebt hätte, noch einen besseren Durchblick gewähren.

Olniggs Glosse - Ausgabe 123: Kristallgeschwätz

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Wo waren die fünf Fehler? Im Bild natürlich!
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2. Gestimmt hat die Tatsache, dass man andere Spieler ausblenden kann. Falsch hingegen war die optische Behauptung, dass dies nur für die Avatare, aber nicht für deren Schatten und Namen gelten würde. So einen hoch verstrahlten Reaktor-Fallout kann es selbst in Asien nicht geben, der ein Entwicklergehirn derartig downsizen würde, um in einem Kinderspiel durch diese Hintertür dauerhaft beleidigende und obszöne Charakternamen zuzulassen.

3. Wer Ahnung von Ergonomie hat, dem musste die unglaubwürdige Anordnung der Shortcuts sofort auffallen. Welcher professionelle Spielehersteller würde eine Buchstabenreihe über den Ziffern platzieren, wenn deren Anordnung auf der Tastatur genau andersherum ist? Dieser Einfall wäre so widersprüchlich, wie mit der Erfindung einer Eissorte mit Fischgeschmack reich werden zu wollen. Es sei denn, man möchte, dass die Konsumenten in Sachen Hand-Auge-Koordination die Fertigkeit eines Maulwurfs unterbieten.

4. Einfach auf einen NPC-Namen klicken und schon rennt der Charakter zu ihm hin? Was käme als Nächstes? Der automatische Kampf? Das Auto-Leveln? Oder gleich das One-Click-Game, das nach dem Start alles von selbst ausführt? Mal abgesehen davon, dass es so etwas schon lange gibt und es sich Fernsehen nennt, würde doch bei dieserart 100% barrierefreiem Dauerspiel niemand mehr einen Item-Shop aufsuchen wollen. Also ganz klar, ein Schwindel unsererseits und bestimmt keine Unfähigkeit Dritter.

5. Unsere gemeinste Täuschung war speziell auf einem Screenshot sehr herausfordernd zu entdecken. Mit dem erstmaligen Einloggen soll der Neuspieler direkt neben zwei dauerzaubernden NPCs stehen? Das wäre an sich gar nicht so abwegig, wenn der Sound im Spiel nicht mit den Fehlzündungen eines frisierten Mofas um den Penetranzerfolg wetteifern würde. Wieso sollte also hier ein Leveldesigner auf die abwegige Idee kommen, den soeben eingeloggten Spieler gleich wieder vergraulen zu wollen? Noch dazu, wenn er seine NPCs soundtechnisch generell so ausstattet, dass sie selbst bei der Weltmeisterschaft der Darmkoliker in der Wettbewerbsdisziplin der Dauerblähungen locker die Goldmedaille erringen können.

Das war doch gar nicht so schwer, oder? Wie bedanken uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmern und gratulieren den glücklichen Gewinnern sehr herzlich.

Weil der dritte Preis, ein HP-Pad im Wert von ehemals 399,- Euro, inzwischen allenfalls zur Schneideunterlage taugt, haben wir kurzerhand für einen würdigen Ersatz gesorgt. Das nagelneue iPhone 5 mit leichten Gebrauchsspuren geht an John Doe aus San Francisco.

Da wir Firmenangehörige bei dem Preisrätsel ausdrücklich zugelassen hatten, dürfte es niemand verwundern, dass der zweite Preis in Form eines Ferrari 458 Spider an unseren Chefredakteur geht.

Den Hauptgewinn abgegriffen hat Herr Müller aus Berlin. Doch nicht nur für ihn, sondern auch für seine komplette Verwandtschaft und darüber hinaus auch alle seine Arbeitskollegen übernehmen wir ab Dezember lebenslang die Abonnementgebühren für das Online-Spiel Star Wars Galaxies.

Ihr seht, Mitmachen lohnt sich! Viel Glück allen Losern beim nächsten Mal.