Okami - Infos

Das Actionabenteuer "Okami" setzt auf einen Look, der das Aussehen traditioneller Aquarellmalerei mit Cel-Shading und in Animes gebräuchlichen Zeichentricktechniken mischt.

Seinen Zauber kann dieser reduzierte Stil freilich nur entfalten, weil die flüssige Anmutung das zulässt. Da bremsen keine Nachladepausen den Spielfluss, da sind Kämpfe und Dialog nahtlos aneinandergereiht. Als Basis dienen alte Erzählungen aus der japanischen Mythologie. Der Spieler schlüpft in die Rolle der Sonnengöttin Amaterasu. Sie kehrt in Gestalt eines weißen Wolfs ins feudale Japan zurück, um die Dunkelheit zurückzutreiben, die das Sagenmonster Orochi über das Land bringt.

Ergo macht sich Amaterasu auf die Reise; sie will den Glauben der Bevölkerung erneuern. In der Praxis hilft sie Einwohnern mit ihren Problemen und bekämpft Dämonen mit zwei Waffen. Eine davon - ein Schild, das sich wie ein Schwert schleudern lässt - gibt sich eher konventionell, bei der anderen handelt es sich um einen Pinsel. Richtig gelesen: Per R1-Taste wechselt das Spiel in den Aquarellmodus. Das Bild zoomt heran, man sieht die Kulissen wie auf einem Blatt Papier. Ein Knopfdruck, und der Pinsel streicht den Angreifer durch.

Damit einem Siege trotzdem nicht in den Schoß fallen und auch das Köpfchen gefordert ist, ist der Tintenvorrat begrenzt. Jeder Sieg beschert einem "Glauben", vergleichbar mit den Erfahrungspunkten in RPGs. So eignet sich der Held mit der Zeit u.a. neue Angriffstechniken an. Für Auflockerung sorgen malerische Puzzles.

Die Kombination aus Knobeleien und Kämpfen funktioniert bestens. Unfaire Stellen? Leerlauf? Kein Thema. Das Gameplay erhält nicht zuletzt durch die schlüssige Integration immer neuer, markanter Figuren Vortrieb. Bemerkenswert, wie sorgsam Capcom mit den traditionellen Gut-und-Böse-Rollen umgeht, wie sorgfältig alte Dichtungen um eigene Erzählungen ergänzt werden. Mit knapp 30 Stunden Spieldauer ist "Okami" ideal für kalte Februartage.

Okami - Gameplay - Trailer #2