Ende 2008 hätte Obsidian beinahe einen Vertrag mit Atari abgeschlossen, der zu einem Baldur's Gate 3 geführt hätte. Allerdings kam dann doch alles ganz anders.

Obsidian-Geschäftsführer Feargus Urquhart erklärt im Interview mit Kotaku, dass man 2007, während der Arbeiten an Erweiterungen zu Neverwinter Nights 2, von Atari kontaktiert wurde, den Inhabern der 'Dungeons & Dragons'-Lizenz. Sie zeigten Interesse an einem neuen Baldur's Gate.

Urquhart forderte damals ein Budget von 20 oder 25 Millionen Dollar, eine Summe, die BioWare zum Beispiel für ein Mass Effect bekommen würde. Atari war zuerst skeptisch, ging aber einige Monate später erneut auf Obsidian zu und wollte das Projekt in die Wege leiten.

Im April wurde schließlich damit begonnen, das Konzept auszuarbeiten, das allein sechs Monate Arbeit beansprucht hatte. Anschließend wurde ein Vertrag ausgearbeitet, der Ende 2008 unterschriftfertig war. Atari müsste noch einige andere Dinge klären, wollte ihn dann aber sehr bald abschließen.

Zu dieser Zeit wurde Obsidians Aliens RPG gecancelt, wodurch das Studio genügend Kapazitäten für das neue Projekt gehabt hätte. Allerdings ging bei Atari plötzlich nichts mehr voran und es wurde wieder damit begonnen, Fragen zu stellen.

Nach einem Studiobesuch waren sie plötzlich besorgt, dass Obsidian nicht in der Lage sei, das Spiel zu machen. Eine weitere Woche später wurde Atari Europa schließlich von Namco Bandai übernommen. Und der auf Seiten von Atari zuständige Produzent arbeitete plötzlich nicht mehr für den Publisher.

„All diese Arbeit wurde erledigt. Wir haben einen kompletten Vertrag ausgehandelt", so Urquhart. "Nach jahrelanger Arbeit stellt sich heraus, dass sie das nötige Geld überhaupt nicht hatten.“