Kenner des Films Scream 2 erinnern sich bestimmt an die Tugenden einer typischen Horror-Fortsetzung. Schauspieler Jamie Kennedy meinte damals in seiner Rolle als Randy: "Mehr Blut, mehr Getöse, ein nettes Gemetzel" und vor allem auch "mehr Figuren". Die Entwickler von Obscure 2 scheinen sich in der deutschen Version auch fest an diese Grundsätze gehalten zu haben. Was das Sequel sonst noch so zu bieten hat, erfahrt ihr im Review.

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Der zweite Teil des Teenie-Horrors setzt kurz nach dem Erstling an. Überlebender Kenny hat die grausamen Ereignisse an seiner vorigen Schule überwunden und blickt nun in die Zukunft. Im ersten Teil sorgten zwei wahnsinnige Botaniker mit einer mysteriösen Pflanze dafür, dass sich die versammmelte Lehrerschaft sowie die meisten Schüler in furchterregende Monster verwandelten.

Obscure 2 - Trotz Gruseloptik und Kameraführung des Schreckens: der Highschool-Horror gefällt.

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Und das soll einmal ein Student gewesen sein? Igitt, weg mit ihm!
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In Obscure 2 passiert das Gleiche, bloß noch opulenter präsentiert als im Vorgänger. Irgendwie gelangt nämlich eine Blüte der Pflanze an die Leafmore Highschool. Zuerst werden jedoch die neuen Charaktere vorgestellt. Da wären neben dem sportlichen Corey, die Hackspezialistin Mei, Schönheit Amy, Schlossknacker Stan sowie weitere Konsorten, von denen aber nicht alle spielbar und für die Story wichtig sind.

Frage: Was macht man in einem Highschool-Survivalgame als Erstes? Waffen sammeln? Nein, als Erstes genehmigen wir uns stattdessen eine Portion Gras, soll ja wirklich helfen und gesund sein. Was dann folgt, geht endlich in Richtung Horror: Wir durchleben in Corey's und Mei's Haut - wir dürfen jederzeit die Rolle wechseln - einen toll inszenierten Albtraum, sehen verstümmelte Kameraden und müssen uns am Ende mit einem Baseballschläger und einer 9mm-Pistole bewaffnet gegen plötzlich auftauchende Biester zu Wehr setzen. Wir verlieren den Kampf zwar, gehen jedoch unversehrt aus dem Traum hervor.

Die nachfolgende Laufpassage sollte man auf nüchternen Magen nicht erledigen, denn die durch den Drogenkonsum verwischte Optik in Verbindung mit der - soviel dürfen wir schon mal sagen - absolut bescheidenen manuellen Kameraführung kann schon mal zu Übelkeit führen. Irgendwie kommen wir dann doch von unserem Trip runter und wechseln nun die Rollen. Eine große Party steht nämlich auf dem Plan - als Kenny und Amy werden wir jedoch nicht in die heiligen Hallen der Fest-Location gelassen.

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Im übersichtlichen Inventarmenü entscheidet ihr, wer welche Waffe tragen darf.
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Schleichen wir uns halt durch den Hintereingang. Das die Katastrophe nicht lange auf sich warten lässt, liegt dabei auf der Hand. So kommt es wie es kommen muss und die Blüte (wie kam die zur abgelegenen Party-Burg?) fängt an zu gedeihen. Der Horror nimmt seinen Lauf und verwandelt den Großteil der anwesenden Gäste in monströse Wesen. Jene, die davon nicht betroffen sind, werden hingegen der Reihe nach abgemetzelt.

Auch an Kenny und Amy geht das Treiben nicht spurlos vorbei. Es dauert nicht lange und schon haben wir es mit einem ekligen - aber wenig schlauen - Monstrum zu tun. Nach ein paar Schüssen und Schlägen gehört aber auch dieses Vieh der Vergangenheit an. Alles, was dann folgt, könnte jedem anderen Teenie-Horror entnommen sein: Wir erleben die ganze Geschichte immer wieder aus anderen Blickwinkeln, zu anderen Zeitpunkten und mit anderen Ereignissen.

Durchlauft Ihr also mit einem Pärchen einen monsterleeren Raum, kann es sein, dass Ihr später wieder mit anderen Figuren durch das gleiche Zimmer spaziert, nun aber auf Feinde trefft. Wie im Vorbild Resident Evil, so werden auch hier fleißig Gegenstände und Waffen gesammelt, die man dann per Inventarmenü auf die zwei Figuren verteilen kann. Übrigens: Wer einen spielebegeisterten Freund vor den Rechner zerrt, kann gemeinsam im jederzeit aktivierbaren Koop-Modus die Geschichte zusammen verfolgen.

Bescheidene Kameraführung...
Richtig interessant wird Obscure 2 jedoch vor allem durch die sechs unterschiedlichen Charaktere. Jeder besitzt andere Verhaltensweisen und eigene Fähigkeiten. Während Kenny der Muskelprotz der Gruppe ist und schwere Gegenstände verschieben kann, versteh sich Amy besonders gut auf das Entschlüsseln von Codes und Hinweisen. Mei hat hingegen echtes Hacker-Know-How und knackt elektronisch-gesicherte Türen mit Hilfe von - nicht immer ganz leichten - Anagrammen.

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Irgendwann erreicht der Terror auch die Leafmore Highschool.
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Corey ist wie eingangs erwähnt der sportliche Typ, kann also auf Vorsprünge hüpfen und klettern. Und wer macht uns hier einen Strich durch die Rechnung? Die bereits erwähnte Kamera, die an sich zwar automatisch "mitläuft", jedoch nicht selten von Hand nachjustiert werden muss. Das kann durch die übertriebene Empfindlichkeit mitunter in Gefechten wirklich nervig sein, wenn alles, nur unsere Helden nicht im Bilde sind.

Überrascht wird man von der deutschen Version sein, die scheinbar ungekürzt mit einem blauen Stempel belohnt wurde. Übel zugerichtete Leichen mit abgetrennten Gliedmaßen gibt es hier genauso wie spritzendes Blut und eklige Monströsitäten. Lecker! Optisch macht Obscure 2 jedoch nur einen durchwachsenen Eindruck: Kein Wunder, schließlich erschien es auch gleichzeitig für die PlayStation 2.

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Noch recht am Anfang: Kenny und Amy sehen sich im Billiardzimmer nach einer Pistole um.
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Die Charaktere mitsamt deren Animationen sind den Entwicklern noch recht gelungen, manche Locations sind aber nicht gerade von grafischer Güteklasse. Die Texturen wirken zudem allgemein etwas unscharf. Spezielle Gimmicks wie Physikeffekte sucht man letztendlich vergebens. Wenigstens ist die englische Synchronisation gelungen und wirkt - man kann es sich bestimmt denken - wie aus der Orignalfassung eines Teenie-Streifens. Untermalt wird das blutige Treiben dabei mit atmosphärisch dichten und mehr als geglückten Musikstücken.