Höhere Auflösungen, schönere Texturen, mehr Effekte, schnellere Bildrate – Computerspielgrafik hat mittlerweile eine Qualität erreicht, von der man vor Jahren nur träumen konnte. Dennoch schleppt sie seit ihren Anfängen Probleme mit sich herum, die bislang unlösbar schienen: Tearing, Lags und Ruckler. Auf einem Event in Montreal stellte Nvidia die neue Grafiktechnologie G-SYNC vor, die dieses Problem ausgemerzt haben will. Ist das die Grafik-Revolution?

Das Heilmittel gegen Ruckler und Tearing

Bislang hatten Spieler lediglich die Wahl zwischen Pest und Cholera: Wer sein Spiel schön schnell haben möchte, musste unschönes Tearing in Kauf nehmen. Wer stattdessen Wert auf bestmögliche Bildqualität legt, bekommt dafür Ruckeln und Aussetzer.

Nvidia G-Sync - Nie wieder Ruckeln, nie wieder Tearing – ist das die Grafik-Revolution?

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Das Problem: Wenn der Monitor auf die Grafikkarte warten muss, kommt es zu Rucklern.
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Tearing entsteht dadurch, dass die Grafikkarte ihr Bild an den Monitor liefert, sobald es fertig gezeichnet ist. Da beide nicht im Gleichtakt sind, die Grafikkarte also mal schneller oder langsamer als die Bildwiederholfrequenz des Monitors ist, kommt es dazu, dass in der oberen Bildhälfte noch das alte Bild angezeigt wird, während unten schon ein aktuelleres erscheint.Das führt zu unschön zerhackten Bildern. Vor allem an zerrissen wirkenden vertikalen Linien ist dieser Effekt deutlich erkennbar. Bei schnellen Schwenks sieht es so aus, als sei das Bild in der Mitte durchgeschnitten.

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Wartet der Monitor hingegen nicht, kommt es zu zerrissenen Bildern, dem sogenannten Tearing.
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Die Alternative heißt V-Sync. Dabei wird das Bild erst dann ausgegeben, wenn die Grafikkarte es auch wirklich in seiner Vollständigkeit berechnet hat. Tearing wird zwar auf diese Weise vermieden und das Spielgeschehen sieht hübscher aus. Da Grafikkarte und Monitor aber bei diesem Verfahren immer jeweils auf den anderen warten müssen, sinkt die Bildrate unweigerlich, gibt es Lags und Ruckler. Das Spiel fühlt sich spürbar „zäher“ an.

Jahrelang schien dieses Problem unvermeidbar, dabei ist die Lösung so einfach wie genial: Grafikkarte und Monitor müssen ihre Taktraten lediglich aufeinander abstimmen. Hierzu stellt Nvidia die neue Technologie G-SYNC vor, ein Chip, der nicht im Rechner sitzt, sondern direkt im Monitor. Er sorgt dafür, dass Monitore in Zukunft keine festgelegte Taktrate mehr haben werden, sondern sich ganz und gar der Grafikkarte anpassen.

Diese berechnet in Ruhe das Bild zu Ende und gibt es erst dann an den Monitor weiter, der es dann aber sofort und ohne Verzögerung ausgibt. Den hierdurch gewonnenen Qualitätssprung demonstrierte Nvidia eindrucksvoll an einem Beispiel aus Tomb Raider: Bei einem Framerate-Einbruch von 60 auf 40 Hz im traditionellen V-Sync-Verfahren schaffte es das neue G-Sync-System auf deutlich bessere 50 Hz. Dadurch, dass bei der Synchronisierung von Grafikkarte und Monitor zusätzlich Verzögerungen vermieden werden, die wie ein unschönes „Springen“ oder Hängenbleiben der Bilder wirken, erscheint das Geschehen außerdem trotz FPS-Abnahme unglaublich flüssig.

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Die Lösung: G-Sync synchronisiert Monitor und Grafikkarte und ermöglicht so einen massiven Qualitätssprung ohne Ruckeln und Tearing.
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Der Vorteil dieser Technik wurde vor allem anhand einer Tech-Demo augenscheinlich, in der ein Pendel mit aufgedruckter Schrift hin und her schwingt: Während die Buchstaben bei V-Sync durch Ruckeln verschwimmen und unleserlich werden, sind sie bei G-Sync klar und deutlich zu erkennen – ein immenser Zugewinn bei schnellen Actionspielen wie Shootern.

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Die G-Sync-Chips werden nicht in der Grafikkarte, sondern direkt im Monitor verbaut.
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Bislang kündigte Nvidia Kooperationen mit den Monitorherstellern Asus, Philips, BenQ und Viewsonic für das Verbauen der G-Sync-Chips an – weitere dürften folgen. Preise sind noch nicht bekannt, wir vermuten aber, dass sie nicht deutlich über denen konventioneller Geräte liegen dürften, da die Hersteller ein großes Interesse daran haben, dass sich die neue Technik verbreitet und durchsetzt. Da die Innovation ausschließlich auf Seite der Monitore stattfindet, braucht ihr auch nicht zwangsweise eine neue Grafikkarte kaufen. G-Sync funktioniert nach einem Treiber-Update auf bereits erhältlichen Karten mit Kepler-Chip aus der Geforce-6- und -7er-Serie.

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Um die Bedeutung der G-Sync-Technik beglaubigen zu lassen, veranstaltete Nvidia ein Gipfeltreffen dreier Koryphäen der Spielegrafik-Historie. Von links: Tim Sweeney (Epic Games), Johan Andersson (DICE), John Carmack (Id Software).
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An einem Beispiel aus Tomb Raider veranschaulichte Nvidia den Vorteil von G-Sync (rechts) gegenüber V-Sync (links). Auf dem Screenshot sind die Unterschiede natürlich leider nicht zu sehen.
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Unschönes Tearing gehört bald der Vergangenheit an.
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