Das Jahr 2003 war ein sehr wechselhaftes Jahr. Während amerikanische und britische Truppen in den Irak einmarschierten, kommt es in Italien zum ersten landesweiten Stromausfall und Ende des Jahres schließlich weltweit zur großen Werbekampagne der bildgewaltigen Filmproduktion „Underworld“ rund um den Konflikt zwischen Vampiren und Werwölfen. Nosgoth, ein Free2Play-Spiel mit Fantasy-Setting, fühlt sich wie die inoffizielle Fortsetzung der Filmreihe an und thematisiert offensichtlich die Suche der Vampire nach leichteren Opfern als muskelbepackte Werwölfe: Oh hey, hallo Menschheit!

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Ganz genau so verhält es sich allerdings nicht mit der Entwicklungsgeschichte von Nosgoth, dessen Namen ein Verweis auf einen Schauplatz in der beliebten Reihe Legacy of Kain ist und somit als Auskopplung des Universums verstanden werden kann. Als 2013 erste Gerüchte zu Nosgoth auftauchten, hofften Fans der Legacy-Reihe allerdings noch auf mehr als „nur“ eine Auskopplung – man war heiß auf einen offiziellen neuen Teil des traditionsreichen Action-Adventures.

Ich habe mich für einige Stunden mit dem Free2Play-Spiel, das aus den Unterhaltungsschmieden von Psyonix und Square Enix stammt, in meine Privat-Taverne mit WiFi-Hotspot eingeschlossen und wurde Augenzeuge der Klopperei zwischen Menschen und Vampiren.

Nosgoth - Teambasiertes Backenfutter für Menschen und Vampire

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Die verwendete Unreal-Engine ist nicht mehr das Gelbe vom Ei, sieht aber immer noch gut aus.
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Third-Person-Shooter vs. Hack'n'Slay

Nosgoth, das sich aktuell in der Closed Beta befindet, wirft in kurzen und schnellen Gefechten bis zu acht Spieler im bisher einzigen Modus Team-Deathmatch auf ein Schlachtfeld in Fantasy-Setting, das sich sichtlich an die Legacy of Kain-Reihe anlehnt. Die beiden Teams setzen sich dabei je aus Rassenvertretern der Menschen und Vampire zusammen, die ihrerseits mit aktuell drei verschiedenen Klassen einander die Köpfe einschlagen wollen.

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Das Design - vor allem der Vampire - ist den Entwicklern sehr gut gelungen.
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Der Spielstil der beiden Kontrahenten unterscheidet sich hierbei grundsätzlich: Während die Vampire das Prinzip der Hack'n'Slay-Mechaniken feiern und versuchen, möglichst schnell an den Gegner heranzukommen, versuchen die Menschen hingegen, immer auf Distanz zu bleiben: In typischer Third-Person-Shooter-Manier verteidigen sich die Sterblichen mit Schusswafen wie Bögen und Armbrüsten, während sich ihre Fähigkeiten mehr darum drehen, in sicherer Entfernung zu bleiben als direkten Schaden zu verursachen. Nach Rundenende werden die Seiten gewechselt.

Grundsätzlich klingt es nach einem ausgeglichenen System, die Stärken von zwei so verschiedenen Spielsystem gegeneinander antreten zu lassen - in der Realität hingegen fühlte sich das menschliche Team immer etwas schwächer an. Während ich als Bogenschütze literweise Zielwasser trinken muss, um die sich schnell bewegenden Vampire zu treffen, sieht es im Gegensatz dazu für mich sehr düster aus, wenn einer der muskelbepackten Unterweltler mich schließlich erreicht hat. Dann bleibt mir oftmals nur zu hoffen, dass die hektische Kameraführung mich noch einmal entkommen lässt und der Vampir mich aus den Augen verliert. Allerdings kann dieser Nachteil durch gute Kommunikation wieder ausgeglichen werden, das Gefühl des etwas unausgeglichenen Balancings bleibt aber zurück.

Spaßige Klopperei für Zwischendurch, die noch viel ungenutztes Potential in sich trägt.Ausblick lesen

Free2Play vs. Spielspaß

Nach dem Ende eines Matches bekommt der Spieler je nach Leistung Erfahrungspunkte zugeschrieben, die er in die Weiterentwicklung seiner klassenspezifischen Fähigkeiten stecken kann. Ebenfalls erhaltenes Ingame-Geld kann zum Kauf neuer Ausrüstung im Shop ausgegeben werden – wem das zu lange dauert, der darf die Aufrüstung natürlich auch mit Echtgeld vorantreiben. Die Preise im Spiel für Items und Fähigkeiten sehen allerdings fair aufgeschlüsselt aus und scheinen das Pay2Win-Phänomen bisher konsequent auszuklammern.

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Artdesign zu den verschiedenen Skins des menschlichen Spähers.
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Erfreulicherweise arbeiten die Entwickler fleißig daran, immer neue Patches in die Spielprogrammierung zu jagen und den Spielspaß möglichst intakt zu halten. Auf der anderen Seite steht und fällt der Unterhaltungsfaktor mit dem Balancing der beiden Rassen, das sicherlich eine schwierige, aber auch notwendige Aufgabe ist. Kleiner Haken vor dem ernstgemeinten „Es schadet sicherlich nicht, sich einmal für die Closed Beta anzumelden und hineinzuschnuppern“-Satz: Obwohl Nosgoth ein kostenloses Free2Play-Spiel ist, müssen Spieler zuvor mindesten 15€ zahlen, um am Kampf zwischen Vampiren und Menschen teilnehmen zu können. Wer warten kann, freut sich deswegen lieber auf die kostenlose offene Beta.