No Man´s Land (PC-Preview)
(von Ralf Sablowski)

In die Ära von Winnetou, Konquistadoren und englischen Pilgervätern versetzt uns das neue Aufbau- und Strategiespiel »No Man´s Land«. Dabei ist die in vielen Details große Ähnlichkeit zum Konkurrenten »Age of Empires 2« sicher nicht ungewollt.

Die Besiedelung Amerikas durch die Europäer hat die Fantasie vieler Autoren und Filmproduzenten schon immer kräftig angeregt. Geschichten über spanische Eroberer, englische Freibeuter und nicht zuletzt die über Indianerstämme oder die Eingeborenen Mittel- und Südamerikas sind in der Spielewelt dagegen bisher selten.

Das Mainzer Studio Related Designs hat mit »No Man´s Land« ein Echtzeit-Strategie-Game entwickelt, das genau in dieser Epoche der Eroberung Amerikas spielt. Drei Kampagnen - auf Seiten der Spanier, Engländer und Indianer - sowie ein Multiplayer-Modus im Netzwerk sollen für lang anhaltende Spannung sorgen. Publisher CDV stellte uns die englischsprachige Version von »No Man´s Land« für dieses Preview zur Verfügung.

Winnetou lässt grüßen
Die Kolonialisierung der Neuen Welt erfolgt bei »No Man´s Land« in drei Zeitepochen. Wie bei »WarCraft«, »Age of Empires« oder »Command & Conquer« gilt es beim neuen Spiel in den meisten Levels erst einmal darum, eine gut funktionierende Infrastruktur aufzubauen.

Teilweise geht es aber auch ohne eigene Basis, beispielsweise bei der Inthronisierung des tapferen Indianerhäuptlings. Der Medizinmann klärt ihn über die zu bestehende Prüfung auf und schickt ihn dann sofort auf die Reise.

Doch das ist eine Ausnahme, meistens ist der Ablauf wie folgt: alle elementaren Gebäude aufbauen oder bestehende reparieren; Arbeiter aufs Feld, in die Goldmine oder zum Holzhacken schicken; Heer und Marine aufbauen - und los geht es mit den Eroberungszügen. Vorher noch schnell alle nötigen Upgrades für die Einheiten erforschen und schließlich in Richtung Gegner losmarschieren.

Nur selten unterbricht der einen in der Kampagne beim Aufbau, die Unterschiede zwischen den drei zu führenden Kulturen beschränken sich auf Details und Spezialfähigkeiten, ohne deren Einsatz der Sieg allerdings schwer fällt. So besitzt der fromme englische Anführer die Fähigkeit zum Heilen seiner Verbündeten und der spanische Pater bannt böse Geister, die wiederum nur der Indianerhäuptling frei setzen kann.

Je zehn Missionen auf drei Seiten
Jeweils zehn Missionen hat man mit den drei spielbaren Völkern zu bestehen.
Weitere drei Völker (Patrioten, Prärieindianer, Siedler) werden vom Computer gesteuert.

Der technische Fortschritt wurde bei der Entwicklung so realistisch wie möglich begleitet und reicht vom bemannten Kanu über Vorderlader bis zur Eisenbahn. Jede Einheit erhält individuelle Moral- und Erfahrungswerte, wie man es von der »C&C«-Reihe kennt.

Neben vielen Tagmissionen spielen einige auch nachts, als Rahmen dienen Sommer- und Winterlandschaften. Wie in einem guten alten Western kann man ein Kopfgeld auf besonders wichtige gegnerische Einheiten aussetzen. Mehr ein Element aus dem Fantasy-Genre, aber für einen mächtigen Indianer keine große Sache: Er kann die Tiere des Waldes beschwören und so als Verbündete gewinnen.

Das an die historischen Fakten angelehnte »No Man´s Land« lässt uns Einheiten zu Lande und zur See steuern.Die Bataillone zu Land setzen sich bei allen Völkern aus Nah- und Fernkämpfern zusammen, eine geschickte Mischung und Positionierung ist Grundlage für den Erfolg. Die Marineflotte besteht aus Fischfängern und Transportern sowie Kriegsschiffen in mehreren Varianten.

Wie bei Echtzeit-Strategiespielen üblich, teilt man die Einheiten per Maus in Gruppen ein, die gemeinsam kommandiert werden und beispielsweise ein Gebiet bewachen. Eindringlinge in diesen zu observierenden Sektor greifen die Truppen automatisch an, verfolgen sie aber nicht bei deren Flucht. Einen Patrouillen-Modus gibt es nicht.

Prächtige Atmosphäre
Die Schwierigkeit der einzelnen Missionen war bei unserer Testversion noch recht unterschiedlich. War ein Level in kurzer Zeit und ohne große taktische Tricks zu schaffen, kam in einigen Szenarien der Hammer: