Hello Games waren böse. Sie haben uns angelogen, ob nun gewollt oder ungewollt. Sie haben Features kurz vor Release aus dem Spiel entfernt, um sie später nach und nach über Patches einzufügen. Sie haben einen so gigantischen Hype um No Man's Sky kreiert, dass wir nur enttäuscht werden konnten. Ja, Hello Games, das war alles nicht sehr fein und ich würde euren Titel ja auch gar nicht mehr spielen, wenn er nicht so unglaublich gut wäre.

Update für Update wächst No Man’s Sky zu einem Spiel, das mich süchtig macht. Mit Atlas Rises und dem Patch 1.3 kommt eine neue Rasse ins Spiel sowie tolle Stargate-Tore. Seht selbst:

No Man's Sky - AtlasRises: Update 1.3 vorgestellt19 weitere Videos

Es war einmal vor einem Jahr, als ich No Man's Sky nicht kaufte und das Spiel nur von weitem beobachtete. Schön weit weg von dem Hate-Train, der es durch das Internet schleifte und dabei immer wieder auf das Fleisch des Titels einstach. Vom Hype zum Hate – das ist kein weiter Weg, denn große Vorfreude kann allzu schnell enttäuscht werden. Und nein, ich will Hello Games nicht verteidigen: Die Kritik am Spiel war berechtigt und als ich mich trotz meiner Faszination an No Man’s Sky dagegen entschied, es vorzubestellen, wartete ich nach Release weiter ab.

Und weiter.

Bis ich das Spiel vor etwa drei Monaten bei einem Kumpel erspähte und es klick machte: “Leih’ mir das mal aus, das wollte ich schon ewig spielen.” Eine Woche später kaufte ich es mir, denn ich war süchtig. Und das war bevor Atlas Rises die Portale ins Spiel brachte und die Grafik aufhübschte.

No Man's Sky - Wie ich den leeren Weltraum doch noch lieben lernte

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Farmen, verkaufen.
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Die Selbsthilfegruppe für Farmer

… habe ich nie besucht, sonst würde ich sicher nicht stundenlang Emeril farmen. Am Anfang war es schlimm. Ich vergaß die Zeit völlig, während ich ein Emeril-Loch nach dem anderen mit meinem mickrigen Abbau-Werkzeug bearbeitete; fasziniert von der kleinen Zahl am linken, oberen Rand des Spiels. Emeril x 48, Emeril x 120, Emeril x 24, Emeril x 70.

Packshot zu No Man's SkyNo Man's SkyErschienen für PC und PS4 kaufen: Jetzt kaufen:

Emeril, Emeril, Emeril, Emeril.

Als ich das nächste Mal auf meine Uhr im echten Leben schaute, waren zwei Stunden vergangen. Mein Kopf qualmte und so verließ ich den Planeten und verkaufte mein gesamtes Emeril. Schlafen gehen? Nein, lieber noch einmal diesen einen leuchtenden Punkt da hinten besuchen und schauen, was der so zu bieten hat.

Auf Reisen

Irgendwann wurde mir bewusst, dass No Man’s Sky noch mehr in petto hatte als Emeril. Ich baute also Gold in Massen ab, verkaufte es wieder und holte mir dann ein neues Schiff, das ich liebevoll “Serenity” taufte.

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Die schönsten Planeten in No Man's Sky: Wie ein violetter Albtraum
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Mit meiner Serenity und einer Millionen Units in der Tasche schwörte ich dem Farming vorerst ab und begann meine Reise. Wohin, das wusste ich nicht so genau. Vielleicht ging es mir darum, neue Planeten zu kartografieren oder das Geheimnis von Atlas zu lüften. Vielleicht aber waren es doch die Reisen an sich, die mich faszinierten.

Und noch immer faszinieren. Was ich damit meine? Die Minuten, in denen ich mich zurücklehnen und mein Schiff dabei beobachten kann, wie es per Autopilot durch den Weltraum gleitet.

Nach der Arbeit, in den Weltraum

No Man’s Sky ist meine Art zu meditieren. Bricht der Feierabend heran, bin ich hin und wieder zu erschöpft, um mich herausfordernden Spielen zu stellen. An diesen Tagen farme ich, an anderen reise ich umher und lasse mich vom Planeten-Roulette überraschen. Das Loot-Boxen-Glücksspiel-Prinzip greift auch hier ein wenig, denn ich weiß nie wirklich, was mich erwartet.

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Es gibt neuen Input: Portale und ...
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Und ja, irgendwann gleichen sich die Regionen; irgendwann wird es langweilig. Dann verabschiede ich mich und lege das Spiel für ein oder zwei Wochen beiseite. Der Unterschied: Nach einer gewissen Weile lege ich die CD wieder ein und werde nicht enttäuscht. Neben The Elder Scrolls und Minecraft ist es das einzige Spiel, das sich so langlebig an meiner PS4 festbeißt.

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...einen Space-Khajiit <3
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Trockene, langweilige, schöne Sci-Fi

Ich bin ein Trekki. Jemand, der abends gern in den Nachthimmel schaut und sich denkt, wie klein wir doch sind. Und wie einnehmend unsere Gesellschaft ist, wenn sie sich mit ihren Regeln und Gesetzen auf uns drückt und uns vergessen lässt, dass wir allein unsere Welt geschaffen haben. Dass Rechnungen bezahlen, zur Arbeit gehen und bei Rot an der Ampel halten keine Naturgesetze sind. Was ist Wirklichkeit? Das, was wir da obene sehen, vielleicht. Zumindest fühlt es sich beängstigend real an.

Und während Sci-Fi und No Man’s Sky mehr ein Bild von einem Bild von einem Bild ist, das wir uns gezeichnet haben, lässt es mich wenigstens im virtuellen Traum dorthin reisen. Nach da oben, in die Sterne, ins Unbekannte.

Ich persönlich habe dafür keine Portale gebraucht, aber die hübschere Grafik vom neuen Patch ist angenehm. Ebenso wie das Wissen, dass Hello Games weiterhin an dem Spiel sitzen und daran arbeiten, meine Reiselust zu fördern. Es gibt einfach so viel zu entdecken; nicht jeden Tag, aber hin und wieder, wenn ich die No Man’s Sky erneut starte und gespannt bin, was mich dieses Mal erwartet.

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Wie sind eure Erfahrungen mit No Man’s Sky? Hass, Liebe, Gleichgültigkeit? Ich gebe es zu: Neben meiner Sucht nach Emeril und den entspannten Reisen von Sonnensystem zu Sonnensystem bin ich weiterhin fasziniert von der Idee hinter dem Spiel. Für mich ist der No-Man’s-Sky-Traum noch nicht geplatzt und wie heißt es so schön? Geduld ist die Kunst zu hoffen.