Spätestens seit der E3 2014 ist No Man's Sky in aller Munde. Die Präsentation, die Versprechen des Studios Hello Games sowie der Ausblick auf ein Spiel, das so viele Möglichkeiten beinhaltet und dabei neue, unbekannte Pfade im Spieldesign geht - all das hat die Aufmerksamkeit der internationalen Presse und der Spieler geweckt. Doch hat No Man's Sky ein Problem wie viele andere besondere Spiele: Es könnte richtig gut werden, muss es aber nicht.

Und so war ich naturgemäß sehr gespannt, was uns Chefentwickler Sean Murray auf der Präsentation im Raddison Hotel nahe der Messe Köln diesmal zeigen würde. Leider entpuppte sich die Präsentation als nicht so aufschlussreich wie erhofft, denn zu sehen bekamen wir nur die gleichen Dinge wie die Kollegen auf der E3. Eine beeindruckende Show war es nichtsdestotrotz, die aber leider die altbekannte Fragen offen lassen musste.

Unendliche Weiten

Das, was unsere Kinnlade beim ersten Video zu No Man's Sky hat der Tischkante näherkommen lassen, ist immer noch ein Staunen wert. Die Entwickler haben sich große Dinge vorgenommen, wobei sie nicht müde werden zu betonen, dass alles doch nur Mathematik sei. Die Kennwerte sind beeindruckend: Ein Universum mit gewaltigen, fast unendlichen Ausmaßen, jeder Planet mit einzigartiger Oberfläche, Flora, Fauna und unterschiedlichem Klima.

Doch an all dies wird kein Entwickler seine Finger legen, sondern ein Algorithmus, der diese Welten nach bestimmten Vorgaben berechnet. Und hier liegt auch der Clou, wie Hello Games die nahtlosen Übergänge zwischen Weltraum und gerade angeflogenem Planeten ermöglicht. Denn Tatsächlich existieren mehrere Versionen eines Planeten mit unterschiedlichem Detailgrad. Bewegt sich der Spieler näher an die Oberfläche, wird früh genug die nächste Detailstufe berechnet und der Spieler erlebt einen natürlich wirkenden Landeanflug.

No Man's Sky - (Vielleicht) bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter

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So viele Möglichkeiten, so wenig Gewissheit: Bislang lässt sich einfach noch nicht zuverlässig sagen, ob No Man's Sky die vielen Versprechen wird halten können.
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Auch die gewaltige Größe des Universums wird den PC oder die PS4 nicht in die Knie zwingen. Jeder Planet existiert nur so lange, wie er von einem Spieler besucht wird - danach wird er als eine Art Seed (Samen, Minecraft-Spieler sollte dieser Begriff bekannt vorkommen) gespeichert, einer Zahlen und Buchstabenfolge, welche den Planeten bis ins kleinste Detail beschreiben kann. Besucht ein anderer Spieler im Onlinemodus diesen Planeten, wird er den selben Planeten vorfinden wie sein Vorgänger.

Und ist das Universum nun tatsächlich unendlich groß? Nein, ist es nicht. Nach internen Berechnungen haben die Entwickler aber eine beruhigende Nachricht, denn wenn wir uns jeden Planeten des No Man's Sky Universums nur eine Sekunde lang ansehen wollen, wären wir damit zwischen vier und fünf Milliarden Jahre beschäftigt. Das sollte vorerst reichen.

No Man's Sky - The Story of Hello Games19 weitere Videos

Minecraft meets Elite

Spielerisch erinnert das Prinzip von No Man's Sky sehr an die bekannte Mischung aus Entdecken, Ressourcen sammeln, Bauen und Kämpfen von Minecraft und Co., nur dass wir nicht auf einen Planeten beschränkt sind und keine Häuser oder Maschinen bauen, sondern unser Raumschiff ausrüsten und verbessern.

Zu Beginn werden wir am Rande der Galaxie ausgesetzt und dort in einem Sonnensystem festsitzen, aus dem wir ohne besseren Antrieb nicht herauskommen. Wir machen uns also auf, die ersten Planeten zu erkunden und Rohstoffe zu sammeln um uns einen Antrieb basteln zu können, der uns das Reisen über weitere Distanzen ermöglicht. Auf der Planetenoberfläche können wir mittels eines Scanners nach eben diesen Rohstoffen suchen, aber auch Informationen zu dort lebenden Tieren und Pflanzen sammeln.

Packshot zu No Man's SkyNo Man's SkyErschienen für PC und PS4 kaufen: Jetzt kaufen:

Die Entwickler gehen davon aus, dass die meisten Spieler versuchen werden, den Weg ins Zentrum des Universums zu finden, denn je näher man diesem kommt, desto bessere Rohstoffe und interessantere Planeten werden wir finden, aber es wird auch mit jedem Schritt deutlich gefährlicher. Doch das einzige, wirkliche Ziel im Spiel ist es laut Murray, Spaß zu haben und das Universum zu entdecken.

Nahtlos durchs Universum, unendliche Weiten und eine tiefe Befriedigung unseres Entdeckerdrangs. Wenn Hello Games halten, was sie versprechen, ist No Man's Sky immer noch zu schön, um wahr zu sein.Ausblick lesen

Und eben dieses Entdecken völlig unbekannter Planeten und das Sammeln an Informationen ist es, was den großen Teil des Potenzials dieses Spiels ausmacht. Nur so kann man gemeinsam mit den anderen Spielern zur Entdeckung des gesamten Universums beitragen.

Offline ja, online toll

Gemeinsam mit anderen Spielern? Ja, denn das Spiel wird erst im Onlinemodus zur vollen Entfaltung kommen. Zwar kann man auch offline und für sich allein spielen, doch angesichts der schieren Größe des Universums ist es vermutlich eher Wahnsinn, das alles allein meistern zu wollen.

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Vier bis fünf Milliarden Jahre Spielzeit hat das alles hier übrigens, tatsächlich wäre es aber sogar viel, viel mehr. Reicht also schon mal Urlaub ein.
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Beide Modi sollen aber vollkommen miteinander verzahnt sein, so dass ihr auch mal eine Runde offline spielen und eure Daten anschließend dem gemeinsamen Universum hinzufügen könnt. Dabei werdet ihr nie gezwungen, irgendetwas preiszugeben; ihr könnt frei entscheiden, ob ihr eure Informationen zu Planeten XY mit den anderen Spielern teilen möchtet, oder ob es euer Geheimnis bleiben soll.

Wie genau die weitere Interaktion zwischen den Spielern aussehen soll, darauf wurde in der Präsentation nicht weiter eingegangen. Prinzipiell geht man nicht davon aus, dass die Spieler zusammenarbeiten werden, denn allein das aufeinandertreffen zweier Spieler wird als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Unmöglich ist es aber nicht.

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Obwohl Sony die Entwicklung mehr oder minder unter seine Fittiche genommen hat, erscheint No Man's Sky auch für den PC.
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Dogfights, Belohungen, galaktischer Status

Zu den anderen spielerischen Elementen hat sich Hello Games bisher noch kaum geäußert. Wir wissen, dass die drei Flieger aus der E3-Demonstration die Wingmen des Spielers sind, wie wir diese aber erhalten, ist nicht bekannt. Es wird eine Art Rufsystem geben, das Murray den galaktischen Status nennt. Dieser verändert sich mit jeder Entscheidung des Spielers und wird immer mehr Einfluss auf den Verlauf der Geschichte nehmen.

Somit ist auch klar, dass es unterschiedliche Verbände, Fraktionen, Parteien oder ähnliches geben wird, deren Zu- oder Abneigung man sich sichern kann. Dabei wird es auch um unbekannte Belohnungen gehen. Dogfights will man natürlich im Spiel haben, denn sie bilden den perfekten Gegenpart zum eher stillen Erkunden und Sammeln auf den Planeten.