Wie jedes Jahr beherrschten auch diesmal wieder vor allem die große Namen die E3. Aber für mich ist es ein eher kleines Spielchen einer gerade mal zehn Mann starken Truppe, das zum Highlight der Messe wurde. Das für PS4 angekündigte Weltraumabenteuer No Man's Sky scheint all die tollen Welten der großen Marken mit einem Handstreich in die Tasche zu stecken. Denn hier kreieren die Spieler und der pure Zufall gemeinsam ein ganzes Universum voller Planeten – und zwar in dem Moment, in dem sie diese entdecken. Ein Universum, das mit der gesamten Welt geteilt, erforscht und so mit menschlichen und künstlichen Gewimmel erfüllt wird.

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Bereits mit der Enthüllung von No Man's Sky auf der Videospiel-Preisverleihung VGX 2013 hat das kleine Team von Hello Games für jede Menge Staunen und beeindruckte Blicke gesorgt. Kein Wunder, haben die Jungs aus dem britischen Guildford doch zuvor lediglich die coole aber trotzdem eher unauffällige Joe-Danger-Reihe entwickelt. Und genau diese Typen scheinen nun mit ihrem mysteriösen und wunderschönen Projekt die Next-Gen-Welt aufzurütteln!

Doch nach der ersten Präsentation im November wurde es auch schnell wieder ruhig. Jedoch nicht, weil man sich übernommen hatte, wie Gründer und Entwickler Sean Murray lacht, sondern aufgrund höherer Gewalt. Am Weihnachtsabend wurde nämlich das direkt am Fluss Wey gelegene Studio bei einem Hochwasser überflutet. „Fast alles war im Eimer", meint Murray. „Danach waren Papierkram, Anrufe und alles mögliche andere angesagt. Es war schlimm. Doch wir machten so schnell wie möglich weiter." Denn zwar wären Büro, Stühle, Tische und Computer ruiniert – aber wichtige Daten und Projektstände seien nicht verloren gegangen. Aber was ist No Man's Sky denn jetzt eigentlich? Klar, Raumschiffe, Planeten und so. Aber was für ein Spiel steckt dahinter?

No Man's Sky - Das Universum im Netz

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Ob der Spieler in No Man's Sky sterben kann, das ist noch nicht ganz sicher. Jedoch kann er durch sei Ableben zumindest alles bisher erreichte verlieren: Schiff, seine Ressourcen und vieles mehr.
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Das zu erklären ist tatsächlich gar nicht so einfach. Das geben auch die Entwickler gerne zu. „Es gab Leute die sagten, wir würden hier ein Weltraum-MMO entwickeln", grübelt Murray. "Das ist es aber nicht. Ich würde eher sagen, es wird das Gegenteil davon." Denn hier werden die Spieler über ein komplettes Universum verteilt. Milliarden von Kilometern voneinander entfernt beginnt jeder mit einem Raumschiff auf einem ganz eigenen Planeten.

Was nun zu tun ist? Das kann der Spieler ganz für sich entscheiden. „Es gibt keinen, der dir sagt, was du tun sollst", sagt der Entwickler. „Überall lauern Überraschungen und Gefahren. Es gibt Tiere, die gefährlich sind. Es gibt andere Bewohner des Universums, die dich vielleicht nicht mögen." Mit diesen kreiere man seine eigenen Abenteuer. Auftraggeber? Ist man selbst!

Packshot zu No Man's SkyNo Man's SkyErschienen für PC und PS4 kaufen: Jetzt kaufen:

Entschließt sich der Spieler, auf einem Planeten auf Dino-Jagd zu gehen, winken für Abschüsse Belohnungen. Baut er in einer Höhle Mineralien ab, kriegt er Ressourcen. Besteigt er sein Schiff, um den Kreuzer zu attackieren, der gerade im Orbit von Piraten überfallen wird, lockt eine Menge Geld. Mit den Belohnungen lässt sich dann das eigene Schiff mit neuen Plasmakanonen oder einem Antrieb aufmotzen.

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Mit Ressourcen können neue Waffen, Ausrüstungsgegenstände oder auch Schiffe gekauft werden. Wie genau? Ob via Menü, bei Händlern? Das ist unklar.
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Neue Welten

Die Stars von No Man's Sky sind aber seine Welten. Denn einmal im Raumschiff, lässt sich einfach darauf losfliegen und auf jeden Planeten landen, der in den Weiten des Alls kreist. Und das All … das sei quasi unendlich. Und: es wird mit seiner Erforschung geschaffen.

Setzt der Spieler zur Landung auf einem Himmelskörper an, durchbricht er dessen Atmosphäre, entsteht alles darunter wie durch einen Würfelwurf. Flora, Fauna, Geotop werden generiert. Das Ökosystem wird in Sekundenbruchteilen errechnet: eine prozedural geschaffene Welt entsteht. „Alles folgt dabei einfachen aber festen Regeln mit etwas Zufall", sagt Murray. Ist ein Planet etwa zu nah an der Sonne, kann es kein Leben geben. Und um eine Atmosphäre zu erzeugen braucht es Wasser. Dennoch: „Es können Dinge dabei herauskommen, die selbst wir nicht vorhersehen", verspricht der Brite.

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Vor allem die Umgebungen sollen in No Man's Sky Geschichten erzählen. Relikte zeugen von vergangenen Zivilisationen und Weltraumschrott lässt auf große Kämpfe schließen.
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Aber auch so ist, was dabei herauskommen kann, schon fantastisch: epische Wüsten, Hügel von rotem Gras, Bäume mit weißen Blättern zwischen denen Vögel und Schmetterlinge flattern und riesige Urzeittiere einherstapfen. Oder Planeten aus Wasser, die von Milliarden von Fischen und riesigen Ungeheuern bevölkert sind. Szenen wie von den Covern der Science-Fiction-Romane und Pulp-Sci-Fi-Comics der 70er und 80er Jahre. Bizarr und wunderschön.

Keiner der Planeten soll einem anderen gleichen. Vor allem kurz nach Erscheinen des Spiels werde das alles total spannend, hofft Murray. Denn wer auch der allererste Spieler sein werde, er wird seine Sternenkarte öffnen, und was er sieht, das seien Sterne, Planeten und Objekte, alle bezeichnet mit: "unbekannt". Indem er all diese Orte dann ansteuert, präge er sie für alle nach ihm Kommenden. Denn wenn ein Spieler auf einem vorher entdeckten Planeten landet, dann erfährt er, wer diesen einst fand und damit erschuf.

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Nicht jede Kleinigkeit wird ins große Online-Universum synchronisiert. Schießt ein Spieler etwa einen Dino ab, dann muss das nicht jeder wissen. Geht aber eine gigantische Raumstation zu Bruch, dann ist sie für alle Spieler weltweit gestorben.
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Im Spiel dann aber auch irgendwann auf diesen Spieler zu treffen, das ist weit schwieriger. „Die Sache ist die: überhaupt auf andere Spieler zu stoßen, ja, das ist möglich, klar", sagt Murray. „Aber es wird wohl kaum dazu kommen." Alleine die Planeten wären schon so groß, dass hunderte Spieler darauf über Tage aneinander vorbei gehen könnten, ohne etwas voneinander zu bemerken. Im gesamten Universum würden die Spieler regelrecht untergehen. Wie Murray feststellt, wäre es schon ein riesiger Zufall, würden zwei Spieler mit ihren Schiffen tatsächlich inmitten der Weite des Raums aufeinanderstoßen.

Das ist das Weltraumabenteuer, das ich schon immer haben wollte. Ein Universum voller Freiheit, Leben und der unbekannten Weite des Alls.Ausblick lesen

Unendliche Weiten

Doch auch wenn sich die Kosmosreisenden niemals in die Quere kommen: dass sich alle ein und dasselbe Universum teilen, andere dort ihr Unwesen treiben, das würde durchaus merklich. Es gäbe Ereignisse, die die Spieler auf passive Weise zusammenbringen oder zumindest die Auswirkungen ihrer Taten für andere spür- und sichtbar machen. Welche? Das ist noch nicht spruchreif.

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Sony hat sich No Man's Sky als zeitexklusiven Titel gesichert. Heißt: das Game kommt zuerst auf Playstation 4. Später dann auch für Xbox One und PC.
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Aber auch sonst werde neben den entdecken Welten vieles von anderen Mitraumfahrern geprägt. Denn nebst den Spielern streifen ebenso von Künstlicher Intelligenz gesteuerte Schiffe durch's All: Frachter auf Handelsrouten, Kriegsschiffe und Bergbau-Raumer. Riesige Raumstationen schweben im Nichts. Auf Planeten finden sich neben der Tier- und Pflanzenwelt auch außerirdische und menschliche Konstrukte – seien es nun Koloniestationen oder Fördertürme zum Ressourcenabbau. Zerstört der Spieler diese, dann bleibt das so – und wird für alle anderen Spieler weltweit übernommen. Jene Flotte, jede Station oder was auch immer: auch in ihrem Spiel ist sie dann verloren. Dabei wird das verbleibende Trümmerfeld oder das auf einen Planetoiden gestrandete Wrack als "Von XXX zerstört" markiert.

Die Weltraumabenteuerer können aber nicht nur gegen die KI-Galaxie-Bevölkerung kämpfen. Mit bestimmten Fraktionen lasse sich auch ein Bund schließen. Ebenso ließen sich Söldner und Space-Nomaden als Kampfkumpanen für Überfalle, Schlachten oder nur aus Spaß für sonstigen Schabernack anheuern.

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Ach … LV-426 … hmmm … ob hier vielleicht ein Xenomorph lauert?
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Das alles sind Optionen, die genutzt werden können aber nicht müssen. Nochmals: wie gespielt wird, ist einem selbst überlassen – das ist das große Mantra. Man könne kämpfend und brandschatzend durch die Sonnensysteme ziehen aber sich ebenso als Händler verdingen. Auch als eine Art Archäologe und Entdecker lässt es sich überleben, der umherzieht, um Planeten zu finden und dort nach den seltenen Relikten, Ruinen und Überbleibseln vergangener Zivilisationen zu suchen, deren Rätsel man ergründen könne. „Dir wird nicht vorgeschrieben, was du tun musst", erklärt Hello-Games-Gründer Sean Murray bestärkend. „Wenn jemand weiss, was du machen würdest, wenn du durch die Galaxien fliegen könntest, dann doch du, oder?"