In einem Interview sprach Nintendo of Americas CEO und Präsident Reggie Fils-Aime über die Mini-Classic-Versionen des SNES und des NES. Laut seiner Aussage seien keine Nachproduktionen geplant, sprich weg ist weg.

Wer noch keine hat, sollte sich diese vielleicht unter den Weihnachtsbaum legen (lassen)

Weihnachten 2016 stand ganz im Zeichen des NES Mini Classic, der Retro-Konsole Nintendos für Fans und Sammler. Aber diese mussten schon all ihre Jagdinstinkte aktivieren, um überhaupt an eines der zum Start extrem gefragten Exemplare zu erhaschen, denn Nintendo hatte offenbar die Nachfrage unterschätzt und so entwickelte sich mangels Angebot ein wahrer Run auf die wenigen im Umlauf befindlichen Stückzahlen. Preise von bis zu 500 Euro für das eigentlich zwischen 70 und 80 Euro angesetzte Gerät wurden zähneknirschend hingenommen. Das änderte sich erst, als das japanische Traditionsunternehmen die Produktion ankurbelte und weitere Geräte auf den Markt brachte. Das SNES Mini Classic wurde Weihnachten 2017 dafür in ausreichender Zahl bereitgestellt, der Launch und der Verkauf verlief ohne nennenswerte Spitzen. Mittlerweile kriegt ein jeder, der eines dieser beiden Mini Classics erwerben will, problemlos Zugriff, mehr noch werden diese nicht selten vergünstigt für unter 60 Euro angeboten.

Aber das wird sich definitiv ändern, denn wie Reggie Fils-Aime, Präsident und CEO von Nintendo of America, in einem Interview wissen ließ, habe das Unternehmen nicht vor, die Produktion aufrechtzuerhalten. Nach den Feiertagen wird diese eingestellt. Weg ist dann weg. "Wir deutlich gemacht, dass diese Produkte zumindest aus amerikanischer Sicht während der Feiertage erhältlich sein werden und sobald sie ausverkauft sind, sind sie weg. Und das war's dann. Konsumenten können dann weiterhin unsere Klassiker über Nintendo Switch Online genießen. Dafür haben wir just drei neue Spiele mit Ninja Gaiden, Wario's Woods und Adventures of Lolo aus der NES-Generation veröffentlicht. Das wird der hauptsächliche Weg sein, wie Konsumenten in Zukunft unsere klassischen Inhalte erleben können", so Fils-Aime.

Und das ergibt auch Sinn: Anstatt eine vergleichsweise teure Produktion anzukurbeln, um eine Hardware-Lösung zu verkaufen, kann Nintendo mit klassischen und Nintendo-Switch-Online-exklusiven Inhalten nicht nur den Mehrwert des eigenen Online-Dienstes aufwerten, sondern kann auch die Zielgruppe für den Dienst gewinnen, die ansonsten keine Multiplayer-Spiele konsumiert und daher keinen Grund für das 20 Euro teure Angebot sieht. Ein Zeichen dafür ist die Tatsache, dass Nintendo offenbar keine N64 Mini Classic plant. Diese könnten eventuell später mal als exklusive Inhalte Nintendo Switch Online dienen. Vielleicht für eine Switch 2.