Oh, liebe Firma Nintendo. Wir Redakteure lieben dich abgöttisch. Aus diversen Gründen, deren Ausführungen an dieser Stelle zu viel Platz beanspruchen würden. Aber wir müssen dringend mal miteinander reden. So wie in der jüngsten Zeit kann es nicht weitergehen.

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Wenn die gamescom nach Köln einlädt, setzt die Zeit der Neuigkeiten ein. Redakteure wie unsereins haben sich inzwischen daran gewöhnt, nur noch den aufgewärmten Eintopf der E3 auf Bodengeschmortes abzusuchen, aber hin und wieder kommt dennoch ein interessantes Detail zutage. Inzwischen heben sich manche Softwareschmieden auch Neuankündigungen für die europäische Messe auf – siehe Konami und das aktuelle „Geschleiche“ der Metal-Gear-Saga. Alles in allem rechnen wir aber nur noch mit ergänzenden Details.

Ein Termin bei Nintendo gehört während der Messe trotzdem zum Standard. Ehre, wem Ehre gebührt, selbst wenn klar ist, dass wenig Verwertbares dabei herauskommt, da die Katze schon in Los Angeles aus dem Sack gelassen wurde. Aber die Hoffnung auf eine halbwegs verwertbare Neuigkeit stirbt bekanntlich zuletzt.

Nintendo - Olympisches Gold im Vergraulen

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Erkenntnis der gamescom: Das neue Zelda wird ein gutes Spiel. Haltet die Druckerpressen an!
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Um das Kind mal beim Namen zu nennen: Artikel über 3DS-Software liest niemand. Da muss schon ein richtiger Knaller vorliegen, sonst verschwinden Berichte dieser Sorte sowohl in unserer Datenbank als auch bei Google im Relevanz-Nirwana. Was speziell in diesem Jahr übrigbleibt, ist also das neue Zelda, dessen konkreter Inhalt aber weiterhin schleierhaft bleibt, weil das Gezeigte inhaltlich nicht über den Stand der E3 hinausgeht. Kollege Gregor schrieb bereits zur E3 einen schönen Artikel darüber, der sich nur marginal ergänzen ließe. Wobei ich dazu nicht einmal eine Anspielgelegenheit benötigte. Den anderen Standbesuchern in der Business Area über die Schulter schauen reichte vollkommen.

Anschließend noch ein paar Minuten im Einzeltermin ausprobiert, schon steht das Urteil: Zelda: Breath of the Wild wird garantiert ein Hit, ist anspruchsvoller und weniger linear als zuvor, wird bei harten Fans aber aufgrund des Craftings einige Wochen Umgewöhnung erfordern. Reicht leider nicht für einen vollen Artikel, es sei denn, ich walze an dieser Stelle Kleinigkeiten aus. Etwa, wie mich das Besteigen eines fünf Meter hohen Steinriesens entfernt an Shadow of the Colossus erinnerte. Oder wie intuitiv mir die Steuerung vorkam, weil sie das Wichtigste der vorherigen Zelda-Ableger beibehält und alles Neue in periphere Details auslagert.

Halb so wild, gab schließlich noch ein Thema, mit dem man einen lesenswerten Artikel verfassen könnte, nämlich das jüngst angekündigte NES Mini, von dem man unkt, es könne sich im selben Zeitraum womöglich öfter verkaufen als die Wii U. Klein, schnuckelig und für Retro-Gamer beinahe unwiderstehlich, auch wenn inzwischen ein Youtuber anhand eines Raspberry-Pi-Eigenbaus beweist, wie das Konzept noch sinnvoller hätte ausgereizt werden können.

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Wäre das NES Mini noch etwas kleiner, könnte es beinahe im Modulschacht des älteren Bruders verschwinden. Ist es nicht knuffig?
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Dumm nur, dass die meisten Fakten rund um das NES Mini längst stehen. Größe, Anzahl der Spiele, konkrete Titel, Anschlussmöglichkeiten. Alles längst bekannt. Umso eher fällt man als Redakteur aus allen Wolken, wenn man von dem Wenigen, was es noch zu berichten gäbe, praktisch nichts verraten darf, weil ein Embargo-Maulkorb sämtliche verwertbare Info zurückhält.

Himmel, Arsch und Wolkenbruch, was bleibt mir denn da noch zu schreiben? Dass der Controller sich so anfühlt wie das Original? Gut, hiermit abgehakt. Dass der Fernseher, an dem ich Super Mario und Mega Man probespielen durfte, selbst im Spielemodus unter einer derart heftigen Latenz litt, dass die Quick-Man-Stage von Mega Man 2 praktisch unspielbar wurde? Nun, dieser Fakt wird den ein oder anderen NES-Nostalgiker sowieso noch einholen. Eine Schwäche des NES Mini sehe ich darin aber nicht. Eher eine Schwäche beim Hersteller des Fernsehers.

Kann mir jemand mal bitte verraten, was an der kleinen Retromaschine derart spektakulär wäre, als dass es überhaupt ein Embargo rechtfertigen könnte? Wärt ihr Leute von Nintendo so gütig, mir den Stein der Weisen zu reichen, damit ich kapiere, welchen Sinn ein Ausschluss der Öffentlichkeit ergibt?

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