Für ein Unternehmen, dessen Erfolgsverlauf schon immer eher einer Sinuskurve als allem anderen entsprach, hat sich der Mario-Konzern den idealen Namen gegeben: „Lege das Glück in die Hände des Himmels“ bedeutet Nintendo sinngemäß übersetzt. Statt sich allerdings ausschließlich auf glückliche Fügungen zu verlassen, haben die Japaner in ihrer Geschichte einige harte Entscheidungen treffen müssen – und nicht alle davon waren sonderlich vorteilhaft.

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Nach einer über 125-jährigen Firmengeschichte mag es bisweilen vermessen sein, einem Unternehmen schwerwiegender Fehler zu bezichtigen, daraus gar eine Topliste wie diese hier stricken zu wollen. Nintendo hat in dieser Zeit, speziell in den vergangenen 30 Jahren, ganz offensichtlich deutlich mehr richtige als falsche Entscheidungen getroffen, andernfalls würden sie heute darniederliegen wie andere ehemalige Größen der Branche. Namen wie Atari, Sega oder LucasArts: damals „too big to fail“, Häuser, die vom Markt nicht wegzudenken waren und uns inzwischen dennoch kaum mehr als ein müdes „Stimmt, die gab's ja auch mal irgendwann“ abverlangen.

Warum also ausgerechnet bei Big N nach Leichen im Keller graben? Ganz einfach: Weil es sie gibt. Weil die Japaner mehr als einmal mit dem Rücken zur Wand standen und Presse wie Zocker alle paar Jubeljahre schon den Zettel an Nintendos Zeh sehen wollen. Manchmal nicht ganz unbegründet, häufig gewagt – immer vorschnell, wie uns die Geschichte lehrt.

Ihr könnt die Mistgabeln also im Schrank lassen: Das wird kein Anti-Nintendo-Pamphlet, warum sollte es auch? Wie das Gros der videospielaffinen Menschen wurden auch wir maßgeblich vom schnauzbärtigen Latzhosenträger geprägt und haben auf dem Schulhof Game-Boy-Spiele getauscht. Es wäre bedeutend einfacher (oder eben schwerer – je nachdem, wie man es sieht), eine Topliste der besten Nintendo-Entscheidungen aufzustellen, nur eben auch um einiges langweiliger. Lasst es mich vielleicht so formulieren: Gerade weil wir Nintendo mögen, gibt es diesen Artikel. Denn als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, waren Fehler immer noch dazu da, aus ihnen zu lernen – und das hat Nintendo bis jetzt noch immer geschafft.

Nintendo - No Mario is perfect: Die acht größten Fehler in Nintendos Unternehmensgeschichte

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Ladenhüter 3DS? Hat man heute schon fast wieder vergessen, aber Nintendos 3D-Kiste galt schon fast als Flop. Erst spät kam die Kehrtwende.
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08) 3DS-Launch

Nach dem unerwartet großen Erfolg des Nintendo DS war ein ähnliches Schicksal für den Nachfolger quasi vorprogrammiert. So oder so ähnlich war zumindest der Gedankengang bei Big N (ein Fehler, der nur kurze Zeit später ein weiteres Mal begangen wurde) und tatsächlich ist der 3DS inzwischen auf einem guten Weg, die Verkaufszahlen seines kleinen Bruders zu erreichen – ein Ziel, das im Sommer 2012 noch völlig unerreichbar schien.

Der Videospielriese hat die Stärken des vorangegangen DS über-, die des 3DS unterschätzt: Der 3D-Handheld erschien in Europa zum sehr sportlichen Preis von 250 Euro und lechzte das erste halbe Jahr förmlich nach brauchbaren Spielen. Nintendo veröffentlichte ein überteuertes Gerät mit fragwürdigem Alleinstellungsmerkmal ohne nennenswerte Software, geriet anschließend nur folgerichtig ins Straucheln. Die kleine Daddelkiste galt bereits als Totgeburt, als Nintendo endlich die Notbremse zog, den Preis auf 200 Euro senkte und die Produktion hochkarätiger Spiele enorm ankurbelte. Gerade noch rechtzeitig: Ein paar Monate später und der 3DS wäre heute womöglich ein ähnlicher Ladenhüter wie Sonys PlayStation Vita.

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