Es ist der Elefant im Raum und trotzdem ein Thema, ohne das eine Liste wie diese nicht vollständig wäre. Der Virtual Boy ist in den letzten Jahren immer mehr als kapitaler und größer Hardware-Flop Nintendos zu trauriger Berühmtheit gelangt und inzwischen vermutlich den meisten von euch ein (vager) Begriff. Wenn nicht: Glück gehabt – bis jetzt.

Zu versuchen, das Scheitern dieses hoffnungslos fehlkonzipierten Geräts allumfassend zu erklären, will ich euch und mir ersparen und ist ohnehin eine Geschichte, die wir an anderer Stelle noch einmal ausführlicher beleuchten werden. Eine Kurzversion bin ich euch allerdings trotzdem schuldig, also bringen wir's hinter uns.

Der Virtual Boy mag seit der ersten Konzeptphase zum Scheitern verurteilt gewesen sein, doch zumindest für die Idee dahinter und den Mut, diese umzusetzen, sollten wir anerkennend Richtung Nintendo nicken. Schon Mitte der 90er und damit 20 Jahre vor Oculus Rift, PlayStation VR und HTC Vive war der Virtual-Reality-Trend längst kein neuer mehr. Verschiedene Hersteller versuchten eine Zeit lang, Spieler mit technisch arg begrenzten Möglichkeiten mitten ins Geschehen zu holen. Nintendo – Innovationen gegenüber schon immer äußerst aufgeschlossen – sahen einen potentiellen Markt in dieser Nische und die Möglichkeit, der erfolgreichen Game-Boy-Sparte einen kleinen Bruder zur Seite zu stellen.

Nintendo - No Mario is perfect: Die acht größten Fehler in Nintendos Unternehmensgeschichte

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Kann nicht mal eine Mutter lieben: den Virtual Boy.
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Das Ergebnis dieses Versuchs (denn mehr ist es leider kaum geworden) war schlussendlich der '95 in Japan und Amerika veröffentlichte Virtual Boy: ein unhandliches Brillen-Ungetüm irgendwo zwischen Handheld und stationärer Konsole, dessen Rot-schwarz-Displays zwar ein vergleichsweise gutes 3D-Gefühl vermitteln konnten, aufgrund technischer Limitationen aber binnen weniger Minuten zu Kopfschmerzen, Übelkeit und weiteren Späßen führten. Der Einsatz von hochauflösenderen Farbdisplays wäre technisch zwar möglich, aber ungleich teurer gewesen und auch die allgemeine Leistung des Geräts lag deutlich unter den Erwartungen der Fans (und der zweieinhalb Entwickler, die für diese Kiste programmierten).

Jetzt mit dem Finger auf Big Ns Flop zu zeigen und das Scheitern an einem konkreten Grund festmachen zu wollen, wäre oberflächlich. Dass der Virtual Boy bereits nach einem Jahr wieder eingestampft wurde und es in dieser Zeit nicht mal nach Europa schaffte, liegt gleich an mehreren Faktoren: dem vergleichsweise hohen Preis von 180 Dollar, dem unförmigen Design, der limitierten Hardware, dem monochromen Display – und dass Spieler bereits nach wenigen Minuten Kopfschmerzen vom 3D-Effekt bekamen, war natürlich ebenfalls alles andere als verkaufsfördernd. Mit weniger als einer Million verkaufter Einheiten ist der Virtual Boy damit Nintendos größter Hardware-Flop aller Zeiten.

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