Nintendos 3DS, der letztes Wochenende seinen weltweiten Marktstart hinter sich gebracht hat, war nicht das Ergebnis von Forschung und Entwicklung eines einzigen Produktes. Vielmehr handelt es sich um eine ganze Reihe von Möglichkeiten, an denen Nintendo gearbeitet hat.

Nintendo - Nächste Heimkonsole wird vermutlich ohne 3-D-Funktion erscheinen

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Der 3DS ist nach langjähriger Forschung und Erfahrung mit 3-D-Produkten entstanden. Das brillenlose Design ist ein Meilenstein für die Spieleindustrie.
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Für die Spieleindustrie ist die Möglichkeit, 3-D-Inhalte ohne zusätzlich eine Brille benutzen zu müssen fürwahr ein Meilenstein. Aber Nintendo hat auch schon jahrzehntelang an der Entwicklung der 3-D-Technologie geforscht - nicht ohne Rückschläge versteht sich.

In einem Interview mit CNN verriet Hideki Kono, der für Nintendo schon einige Produkte entwickelt und produziert hat und eine der Schlüsselfiguren bei der Entwicklung des 3DS war, einige Details.

„Spiele in 3-D zu spielen ist etwas, woran wir bei Nintendo kontinuierlich arbeiten und forschen. Wir haben nie aufgehört, 3-D als brauchbares Produkt zu betrachten. Und was nun passiert ist, ist dass die Technologie auf dem Markt mit dem übereinstimmt, was wir machen wollten. Momentan ist es so, dass das alles ein sehr glückliches Timing war.“

Und Nintendo hat mit dem 3DS große Ziele. Vier Millionen Geräte will der japanische Unterhaltungskonzern im ersten Monat verkaufen. Der direkte Vorgänger, die DS-Serie, verkaufte sich über 47 Millionen Mal. Sogar noch vor dem Start auf dem amerikanischen Markt wurde der 3DS als der vielversprechendste Launch einer neuen Konsole innerhalb der letzten 10 Jahre betrachtet. Das ließ sich schon aus der Anzahl der Amazon-Vorbestellungen schließen. Zweifellos ist das Nintendos umfangreichster Ausflug in die Welt der Dreidimensionalität, wenn auch nicht der erste.

Schon in den 80‘ern versuchte Nintendo eine 3-D-Brille und einen CD-Player zu entwickeln, der sich an den NES anschließen lies. Das Projekt floppte allerdings völlig und hat es nie auf den Weltmarkt geschafft.

1995 veröffentlichte Nintendo dann den Virtual Boy, der ebenfalls 3-D-Effekte bot, die über eine fest installierte Brille wiedergegeben wurden und mit einem Controller gesteuert werden konnten. Da das Gerät vom selben Team entwickelt wurde, wie auch der Game Boy, verfügte es auch über eine Batterie. Allerdings machte es die schiere Größe kaum transportabel, sodass es schnell wieder vom Markt verschwand. Unter anderem auch, weil einige Spieler über Kopfschmerzen klagten, die durch die 3-D-Darstellungen ausgelöst worden sein sollten.

Konno sagt dazu: „Als wir den Virtual Boy veröffentlichten, dachten wir es würde funktionieren. Es ist ein Fall von ‚Versuch und Irrtum‘. Wir machten Fehler. Und wir bauten auf Fehlern auf.“

Einer der Versuche, die allerdings nicht mehr an die Öffentlichkeit kamen, war eine Möglichkeit 3-D-Effekte für den GameCube zu aktivieren. Dazu wurde dann allerdings ein zusätzliches LCD-Display benötigt, das auf den GameCube gesteckt werden musste. Man hielt das für wenig praktikabel, da man nicht glaubte, es sei eine wertvolle Investition für die Käufer - also stampfte man das Projekt gleich wieder ein.

Man hat bei Nintendo aus all diesen Erfahrungen gelernt. Technologie, die auf 3-D-Brillen basiert funktioniert nicht - für Spiele muss es eine Art von brillenloser 3-D-Darstellung sein. Für die nächste Heimkonsole werden diese Erfahrungen allerdings keine Rolle spielen. Das steht ebenfalls schon fest.