Die Pressekonferenz für Nintendo-Investoren ist gerade zu Ende gegangen, und es gibt einige wirklich überraschende Informationen.

Nintendo - Kommende Konsole und Handheld wie "Geschwister", Nintendo lizenziert seine Charaktere

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Überraschende Informationen auf der Pressekonferenz von Nintendo
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Die heiß erwartete Pressekonferenz für seine Investoren veranstaltete Nintendo im New Otani Hotel in Tokyo, Chiyoda. Anwesend waren knapp 200 Analysten, Investoren und Journalisten.

Präsident Iwata entschuldigte sich noch einmal ausdrücklich für die Verluste Nintendos in Millionenhöhe und stellte daraufhin klar, dass sich Nintendo dennoch nicht vom Hardwaregeschäft zurückziehen werde.

Iwata gab bereits zu, dass die Wii U derzeit keinen guten Lauf habe, nun gab er auch zu, dass Nintendos größtes Problem bei der Wii U beim Wii U GamePad liege, da, wie man bereits vermutet hat, der Großteil der potentiellen Kunden glaube, das GamePad sei lediglich eine Peripherie für die Wii. Daher gelte es, das Weihnachtsgeschäft 2014 genau zu planen und die Priorität auf Software-Titeln zu legen, die das GamePad ausreizen können. So wolle Iwata auch die NFC-Funktionen voll ausnutzen. Das Problem bestand darin, dass Nintendo einerseits auf den 3DS setzte, andererseits aber weiterhin versucht hat, die Wii U zu pushen. Am Ende konnte sich keine der beiden Plattformen im Weihnachtsgeschäft etablieren. Marketingtechnisch müsse sich Nintendo stark weiterentwickeln.

Im Zuge dessen kündigte Iwata an, dass Mario Kart 8 bereits im Mai 2014 erscheinen soll.

Zwar dementierte Nintendo erst kürzlich, Spiele für Smartphones und Tablets enwickeln und auch keine Ports bestehender Titeln vornehmen zu wollen, dennoch plane man, mithilfe dieser Geräte eine Verbindung zu den Kunden aufzunehmen, um sie für die Nintendo-Plattformen zu begeistern. Wie sich das anstellen lassen soll, wird Nintendo noch zeigen müssen. Sicher ist, es wird keine Portierung von Nintendo-Titeln auf andere Plattformen geben.

Dennoch scheint Iwata die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Völlig überraschend kündigte er an, was viele nicht für möglich gehalten haben: Nintendo werde seine Lizenz-Richtlinien lockern und einige seiner bekanntesten Charaktere an neue Partner lizenzieren. Zwar wolle Nintendo nicht alle Charaktere hergeben und die, die man weitergibt, sollen auch nur an Partner lizensiert werden, die keine direkte Konkurrenz darstellen [Ein Mario Vs. Master Chief ist damit wohl genauso ausgeschlossen wie ein lizensiertes Zelda-Spiel auf der PS4] und nur für Nintendo entwickeln, doch stellt dies den richtigen Schritt in die richtige Richtung dar, da nun mehr Third-Party-Entwickler für Nintendos Plattformen interessiert werden können.

Erfreuliche Nachrichten auch für Besitzer der Wii U: Für die Wii U Virtual Console werde es eine 'Nintendo DS'- Unterstützung geben. Außerdem wird es für die Wii U einen Quick Menu Boot geben, um schneller auf Spiele zugreifen zu können.

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Was die Haupteinnahmequelle betrifft, teilte Iwata mit, dass Nintendo fest mit dem 3DS im nächsten Fiskaljahr rechne. Mit der Wii U scheint selbst Nintendo nicht mehr zu rechnen, dafür aber mit den kommenden 'Wii U'-Exklusivtiteln wie Mario Kart 8 und Super Smash Bros..

Warum es auf der Wii U an Software-Titeln mangelt, erklärt Designer Shigeru Miyamoto damit, dass, wie er schon einmal mitgeteilt hat, die Entwickler von Nintendo wohl den großen technischen Unterschied zwischen der Wii und der Wii U unterschätzt haben, weswegen sie eine Weile gebraucht haben, bis sie sich an die neue Technik gewöhnen konnten.

Auf die Frage eines Nomura-Analysten, wieso Nintendo im Zuge seiner Umstruktierungen auch die 'Research & Development'-Abteilungen der Konsolen und Handhelds zusammengelegt hat, antwortet Iwata, dass es in der Vergangenheit einen großen technologischen Abstand in der Entwicklung von Konsolen und Handhelds gab. Doch dieser Abstand sei nun quasi nicht mehr vorhanden. Er könne zwar nicht sagen, ob die nächste Generation an Nintendo-Plattformen nicht bereits in einem einzigen Gerät vereint würde, doch er wisse mit Sicherheit, dass sich diese Plattformen wie Geschwister verhalten und eine ähnliche Architektur aufweisen werden. Das klingt doch stark nach diesem Gerücht, wonach Handheld und Konsole kombiniert werden können.

Nintendo werde sich auch weiterhin seine Einzigartigkeit bewahren und Produkte entwickeln, die sich nicht mit denen der Konkurrenz vergleichen lassen.

Man darf gespannt sein, wie sich der japanische Riese in dieser, sich massiv verändernden Spielewelt behaupten wird.