Seit ihrem Release erfreut sich Nintendos Wii sehr großer Beliebtheit. Einen großen Anteil daran haben Gelegenheitsspieler, die sich vor allem von der eingängigen Steuerung angesprochen fühlen. Nun schickt auch EA eine Minispielsammlung ins Rennen, bei der ihr die Fähigkeiten eines Ninjas erlernt. Ob sich der beschwerliche Weg bis zum schwarzen Gürtel lohnt und was der Titel spielerisch zu bieten hat, verraten wir im Test!

Ninja Reflex - Gameplay - Trailer

Be a Ninja!

Typischerweise handelt es sich bei „Ninja Reflex“ um eine Minispielsammlung, die mit einer dünnen Story veredelt wurde. Euer Ziel ist es, die Kunst der Schnelligkeit zu erlernen und ein wahrer Ninja zu werden. Um das zu erreichen, müsst ihr euch in sechs verschiedenen Übungen bewähren und verbessern. Bei jeder dieser sechs Übungen handelt es sich um ein recht triviales Minispiel, das euch Reaktion und Schnelligkeit abverlangt. Wer auf ein geistiges Training gehofft hat, wird dagegen enttäuscht.

Ninja Reflex - Minispiele mit Mini-Anspruch: Das maue Ninja-Training sorgt für reflexartige Langeweile.

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Schwingt euer Nunchaku um euch zu verteidigen.
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Zu Beginn legt ihr ein Profil an und gebt euch wohl klingende Namen wie „Reizbarer Falke-San“ oder „Güldener Libelle-San“. Anschließend findet ihr euch in einem Dojo wieder, in dem euch ein Sensei mit Weisheiten der Kampfkunst vertraut macht. Als Träger des weißen Gürtels ist es euer Ziel, euren Kampfrang kontinuierlich zu verbessern und letztlich stolzer Träger des schwarzen Stoffbandes zu werden. Um das zu erreichen stellt ihr euch immer wiederkehrenden Herausforderungen, die in sechs Übungen unterteilt sind. Sämtliche dieser Übungen werden aus der Egoperspektive gespielt.

Bei „Shuriken“ werft ihr mit Ninjasternen auf Aufstellgegner, die an zufälligen Orten auftauchen. Die Übung erinnert ein wenig an die Minispiele aus „Link’s Crossbow Training“. Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, die Ziele rechtzeitig abzuwerfen, bevor sie wieder verschwinden. Auf der Wii zielt ihr zunächst durch direktes Anvisieren und führt dann eine kurze Wurfbewegung aus dem Handgelenk aus, um den Ninjastern zu werfen.

Minispiele mit minimalem Anspruch

Wie alle Übungen, lässt sich auch „Shuriken“ gegen bis zu drei Kontrahenten spielen. Sobald ein Spieler ein Ziel abgeworfen hat, verschwindet es sofort. Dieses Spiel zählt zu den Besten der Sammlung und sorgt vor allem gegen Freunde kurzfristig für gute Unterhaltung.

Ninja Reflex - Minispiele mit Mini-Anspruch: Das maue Ninja-Training sorgt für reflexartige Langeweile.

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Das Fangen der Fliegen macht auch zu viert nur unwesentlich mehr Spaß.
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Deutlich lästiger spielt sich dagegen die Übung „Hash“, bei der ihr Fliegen mit Stäbchen aus der Luft fangen müsst. Wie schon bei „Shuriken“, zielt ihr auch hier mit der Wiimote auf den Bildschirm. Das Zupacken funktioniert dann intuitiv durch gleichzeitiges Drücken der A- und B-Tasten. Sobald ihr Fortschritte in dieser Übung macht, wird der Schwierigkeitsgrad dadurch erhöht, dass ihr die gefangenen Fliegen in farblich unterschiedliche Behälter werfen müsst und sich die Insekten deutlich schneller und unberechenbarer bewegen.

Technisch solide Mini-Minispielsammung, die euch nur für kurze Zeit mäßig unterhält. Mit Freunden kommt ansatzweise Spaß auf, wenn auch nicht lange!Fazit lesen

Ähnlich nervig spielt sich „Hotaru“, welches konzeptionell bedingt auf dem DS deutlich besser spielbar ist, als auf der Wii. Statt Fliegen stehen hier Glühwürmchen auf dem Programm, die eure Reflexe auf die Probe stellen. Auf der Wii genügt ein einfacher Knopfdruck, sobald ein Glühwürmchen erscheint. Auf dem DS müsst ihr das Leuchtinsekt per Touchpen antippen, um es in Punkte zu verwandeln. Entscheidend ist in beiden Fällen eure Reaktionszeit, die zu entsprechenden Punktzahlen führt.

Erschreckend simpel, erschreckend kurz!

Als kurzfristig unterhaltsam empfanden wir im Gegensatz zum Koifisch-Fangen die Katana- und Nunchaku-Übungen. Erstere entführt euch in eine Waldlichtung, in der euch ständig Gegner attackieren. Mit schnellen Wiimote-Bewegungen wehrt ihr die Schwerthiebe der Gegner ab und erwidert sie mit eigenen Angriffen. Beim Nunchakutraining werdet ihr mit Gegenständen beworfen, die ihr durch schnelles Schwingen der Wiimote zerschlagt, bevor sie euren Kopf treffen. Neben einer soliden Technik lässt sich vor Allem die rundum brauchbare Steuerung als durchaus angenehm bezeichnen. Die Vorzüge von DS und Wii wurden gut genutzt.

Ninja Reflex - Minispiele mit Mini-Anspruch: Das maue Ninja-Training sorgt für reflexartige Langeweile.

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Das Koifischfangen zählt zu den langweiligen Aufgaben.
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Nach gut 20 Minuten habt ihr alle sechs Übungen gespielt. Wer anfangs glaubte, dass Erfolge weitere Spiele freischalten, täuscht sich. Ninja Reflex umfasst tatsächlich nur sechs mäßig unterhaltsame Minispiele, die ihr in unterschiedlichen Varianten immer und immer wieder aufgetischt bekommt. Wer die Disc nicht vorher aus dem Fenster wirft – das Zielen wurde ja vorher ausgiebig geprobt - wird auf diesem Wege irgendwann den schwarzen Gürtel erlangen. Vielleicht wollten die Entwickler, neben Schnelligkeit und Reaktion auf diese Weise auch noch eure Geduld trainieren – eine gute Wertung erreicht man so jedenfalls nicht.