Demnächst dürfen die Waffen wieder gewienert und der Schattenanzug gebügelt werden: Ninja Gaiden Sigma 2 soll am 2. Oktober auf den Markt schleichen. Dieses Mal auch in Deutschland, wo das Spiel zwar keine Jugendfreigabe erhielt, aber wenigstens auch keine Schnittauflagen kassieren brauchte. Wenn man sich mal den zweiten Teil der Hack’n’Slay-Saga angeschaut hat, kann man sich lebhaft vorstellen, wie es in den Vorführräumen der Prüfbehörde zugegangen sein muss.

Die Serie selbst geistert schon seit ein paar Jahrzehnten durch die Konsolen- und Arcadelandschaft, hat aber durch die explizite Gewaltdarstellung in den letzten Jahren für eine noch höhere Beachtung gesorgt. In Deutschland wurde Ninja Gaiden 2 erst gar nicht veröffentlicht, da man das Ergebnis der Jugendschützer ohnehin schon erwartet hat. Diese wollten das Spiel nicht ohne tiefgreifende Entschärfungen auf die deutschen Zocker loslassen. Ein Grund mehr, warum das Repertoire der Importhändler um einen weiteren Titel reicher wurde…

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Der Tritt auf die Gewaltbremse

Der neue Teil für die Playstation 3 will aber auch keine Grausamkeitsrekorde brechen. Wird das der neue Weg sein, nachdem die „Ninja Gaiden“-Serie auch unter dem europäischen Namen Shadow Warriors bereits in den Achtzigern für blutiges Entertainment stand? „Vielleicht“, entgegnet Star-Entwickler Yosuke Hayashi, „mit Ninja Gaiden 2 haben wir ja bereits ein ultimativ brutales Spiel kreiert.

Nach dem Release hat sich das Team zusammengesetzt und über alternative Wege diskutiert. Für das Ninja Gaiden Sigma 2-Konzept wurden keine derartigen Gewaltdarstellungen benötigt. Es sollte in eine etwas andere Richtung gehen. Man entschied sich für ein Spiel, das mehr Wert auf Stil und Coolness legt als auf Splatterorgien.“

Ninja Gaiden Sigma 2 - Mal was ganz Neues: Brüste statt Splatter

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Bunt und blutig: Ninja Gaiden Sigma 2.
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Mehr Style als Splatter also. Statt abgetrennter Körperteile sollen demnach körperliche Vorzüge stärker in Szene gesetzt werden. Seit geraumer Zeit steht der Schattenkrieger Hayabusa nicht mehr allein in seinem Kampf gegen die finsteren Mächte dämonischer Schurken da. Die hübsche Raches kann ebenso gut mit Schwert, Shuriken oder Lanze umgehen wie der Held aus diversen vorangegangenen Teilen. Das sind zwar nicht gerade die Waffen einer Frau, aber auch Kämpferinnen geben mit diesen Schlachtwerkzeugen eine verdammt gute Figur ab.

Wir hatten in Hamburg die Gelegenheit, einige Testschnetzeleien zu veranstalten und einen Blick auf die neuen Bossgegner und Haudrauf-Techniken zu werfen. Außerdem wurden wir Zeuge, wie die PS3-Exklusivität von Ninja Gaiden Sigma 2 mit den Sixaxis-Funktionen genutzt wurde. Doch dazu kommen wir noch, wenn wir näher auf den Aspekt der von Hayashi angekündigten Sexyness eingehen. Denn „dieser Aspekt wurde sperziell für Ninja Gaiden Sigma 2 entworfen. Das Konzept kann sich später wieder in Richtung Gewalt ändern“, wie der Kopf der Team Ninja Studios erzählt.

Packshot zu Ninja Gaiden Sigma 2Ninja Gaiden Sigma 2Erschienen für PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Bewegung im Spiel... ganz besonderer Art

Die Story kann zu zweit oder alleine gespielt werden. Findet sich gerade kein Partner, so können Partylöwen aber auch online nach Verstärkung suchen. Mancherorts können Kameraden aber auch kurzerhand beschworen werden. Die CPU übernimmt dann die Steuerung des Kumpels. Wenn die Gegnerschar dann doch zu stark war, belebt unser Gefährte den am Boden liegenden Spieler wieder und weiter geht es im Kampf gegen die Horde des todbringenden Black-Spider-Clans.

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Sehr schön: weniger Gewalt, mehr heiße Bräute.
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Darum geht es nämlich in der Geschichte: Das Ninja-Dorf von Ryu Hayabusa wird von den dämonischen Feinden angegriffen, was natürlich verhindert werden muss. In Ryus Heimat steht der Drachenschrein, auf den es die Bande abgesehen hat. Diesen gilt es mit allen Mitteln in unserer Macht zu schützen. Dabei braucht man aber nicht in den Anzug der Hauptfigur zu schlüpfen, sondern kann sich auch für eine der Nebenfiguren entscheiden.

Eine Dämonenjägerin ist in Aktion schließlich auch sehr hübsch anzusehen und steht ihren männlichen Ebenbildern in nichts nach. Auch neue Kostüme sind verfügbar, von denen einige in der Premium-Edition auch erhältlich sein werden. Neben einigen Sammelobjekten soll sich in der Edelpackung ein Downloadcode für einen exklusiven Kämpfer-Zwirn befinden.

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Brandheiß: Die Grafik wird feurig.
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Aber auch die von vornherein festgelegten Outfits haben ihren Reiz. Rachel hat ihren sexy Latex-Body an, mit dem sich katzengleich durch die Maps hechtet. Momiji kann aber auch im Trainingsgewand der lautlosen Krieger zum Einsatz geschickt werden.

An die männlichen Spieler wurde auch bei der Einbindung der Sixaxis-Funktionen gedacht: Spielt man einen weiblichen Charakter, so kann man mit einer Schüttelbewegung am Joypad den Bluseninhalt der weiblichen Spielfigur wackeln lassen. Ein Feature, wie wir es uns bei Dead or Alive oder Tomb Raider wünschen würden.

Fordernde Feinde

Spektakulär ist auch die Weitsicht. Über den Dächern einer Großstadt bringen uns waghalsige Sprünge den Feinden immer näher. Diese sind ganz und gar kein billiges Futter für unsere Klingen. Meistens tauchen sie in Gruppen auf und haben einige mächtige Attacken gelernt.

Ob Spieler oder Dämon – hier gibt’s mächtig auf die Augen. Für Freunde von Haudrauf-Action.Ausblick lesen

Wir dagegen müssen die meisten Kombos erst freischalten, indem wir Schatullen mit den Beschreibungen finden oder eine Leiche am Wegesrand untersuchen. Die neuen Moves werden auch dringend benötigt, um beispielsweise mit einem Wallrun über einen Abgrund zu gelangen oder mit einem Kettensprung höher gelegene Ebenen zu erreichen.

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LOL: Per Sixaxis-Controller lasst ihr die Möpse wackeln...
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Man lernt aber auch einige Angriffe, um den vielen Gegnern gehörig den Hintern zu versohlen. Leicht machen diese es einem trotzdem nicht. Wohl dem, der den Schwierigkeitsgrad seines Niveaus entsprechend eingestellt hat. Glücklicherweise ist die Steuerung leicht zu erlernen, damit man nicht von Anfang an dieser Übermacht hilflos entgegen treten muss.

Trotzdem wird auch erfahrenen Spielern einiges abverlangt. Steht man dann vor den Bossgegnern, muss man erst einmal das flaue Gefühl aus der Magengegend loswerden. Wer hat auch schon mal gegen die Freiheitsstatue gekämpft?

In diesen Momenten zeigte sich in der Präsentation auch die große Stärke: Neben den anspruchsvollen Hack’n’Slay-Schlachten geizt das Spiel nicht mit Lichteffekten, farbigen Blitzen und knisterndem Sturm, wenn man pfeilschnell auf den Gegner zustürmt. Zusätzlich sind die Bossfights keine Luftnummer. Da verzeiht man auch, dass man wenig Wert auf den starren Schatten gelegt hat, der ziemlich undynamisch an der Spielfigur klebt. Prügel- und Metzelfans wird es nicht stören, da sie sich wohl eher auf die Konfrontationen und Kampfzüge konzentrieren werden.

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Mit den Ninja-Mädels ist nicht zu spaßen.
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Ob es wohl in dieser beinahe unblutigen Manier weiter geht? Der Weg eines Ninjas ist lang und es gibt viele Facetten von Hayabusa und seinen Kameraden, die noch nicht gezeigt wurden. Das gibt natürlich wiederum Anlass, ganz neue Geschichten aus dem Leben eines Schattenkämpfers zu erzählen.

Für den dritten Teil könnte sich Yosuke Hayashi aber auch Einblicke in Hayabusas Persönlichkeit vorstellen. „Er ist ein Mensch und keine Killermaschine. Wir würden gerne seine menschliche Seite eingehender beleuchten.“ Aber vorerst muss der neueste Teil in die Läden gehievt werden, was Anfang Oktober der Fall sein wird.