Blut, abgeschlagene Extremitäten und rollende Köpfe. Ninja Gaiden 2 für die Xbox 360 war ein Schlachtfest, ja geradezu ein Blutbad, für die Sinne gestählter Actionfans. Und ein knüppelhartes Unterfangen obendrein. Nix für Weicheier sozusagen. Wer auf derart übertriebene Gewaltdarstellungen keinen Wert legt, nichts von übertrieben knackigen Schwierigkeitsgraden hält und dazu noch eine PS3 besitzt, interessiert sich als Fan von Metzelgames vielleicht für Ninja Gaiden Sigma 2. Team Ninja hat einige Änderungen und Neuerungen am eigenen Werk vorgenommen. Wir haben uns die Ninja-Kluft übergezogen und fühlen der exklusiven PS3-Version auf den Zahn.

Ninja Gaiden Sigma 2 - The Vampire War Trailer3 weitere Videos

Kein Blutbad mehr

Sowohl Story als auch genereller Spielablauf von "Sigma" unterscheiden sich grundsätzlich nicht von der Xbox 360-Fassung des Actionspiels. Ihr schlüpft also nach wie vor in die Rolle des Schattenkämpfers Ryu Hayabusa, der die Schlacht gegen einen fiesen Erzdämon und seine Handlanger (z. B. Mitglieder des Schwarzspinnen-Clans) aufnimmt. Bewaffnet mit Schwert, Kampfstab, Stahlklauen und anderen Utensilien des Todes metzelt sich der Protagonist durch nun siebzehn Levels voller hartnäckiger Kontrahenten, die nichts anderes im Sinn haben, als die "Game Over"-Meldung auf eurem Bildschirm zu provozieren.

Ninja Gaiden Sigma 2 - Ausgesplattert: Ninja-Schlachtplatte ohne Blutzoll

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 71/761/76
Ayane ist einer der drei neuen Charaktere und dürfte euch bereits aus Dead or Alive bekannt sein.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die kommt jetzt auch bei weniger talentierten Spielern nicht mehr so fix. Die japanischen Entwickler von Team Ninja haben eine Reihe von Änderungen vorgenommen, die den Spiel-Frust aufgrund von unfairen Stellen deutlich mindern. Insgesamt wurde beispielsweise die Menge von Gegnern, die euch gleichzeitig attackieren, reduziert. Die Widersacher blocken zwar dafür besser, weichen euren Angriffen geschickter aus und vertragen mehr Treffer.

Unterm Strich spielt sich Sigma jedoch entspannter als sein 360-Pendant. Das liegt auch an weniger unfairen Details: So gibt es sehr viel weniger unblockbare Attacken oder explodierende Wurfgeschosse (z. B. Wurfsterne oder Granaten), die früher noch in den Wahnsinn treiben konnten. In ihrem Bestreben Ninja Gaiden Sigma etwas zugänglicher zu gestalten, haben es sich die Entwickler teilweise aber zu einfach gemacht.

Ninja Gaiden Sigma 2 - Ausgesplattert: Ninja-Schlachtplatte ohne Blutzoll

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden5 Bilder
Die Spielmechanik ist noch immer sehr fordernd und bietet Button-Mashern kaum Raum für Erfolge.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Anstatt fiese Begegnungen und frustrierende Kämpfe zu überarbeiten, griff Team Ninja zur Schere und hat diese Parts einfach unter den Tisch fallen lassen. Während einige Bosskämpfe nun einfacher geworden sind, gibt es andere nun gar nicht mehr. Partiell entsteht der Eindruck, dass ganze Levelpassagen einfach nicht mehr vorhanden sind. Gestrichen wurden außerdem einige (eher langweilige) Puzzle-Elemente.

Drei neue (alte) Charaktere

Dafür wurden andererseits neue Inhalte eingefügt. In Kapitel eins erwartet euch nun etwa eine zusätzliche Herausforderung in Form eines riesenhaften Widersachers. Außerdem spendiert man euch drei völlig neue Levels mit eben so vielen neuen Charakteren. Dabei handelt es sich allerdings um alte Bekannte: Ayane (aus Dead or Alive) setzt ihre Doppelschwerter mit enorm flinken Bewegungen ein, um ihren Widersachern den Garaus zu machen.

Ninja Gaiden Sigma 2 - Ausgesplattert: Ninja-Schlachtplatte ohne Blutzoll

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 71/761/76
Einige neue Inhalte sorgen durchaus für Überraschungsmomente der besonderen Art
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Momiji (bekannt aus Dragon Sword auf dem Nintendo DS) spießt mit ihrem Naginata-Speer ihre Gegner gleich reihenweise auf und Rachel (Ninja Gaiden) bezwingt ihre Feinde mit schierer Stärke, die allerdings auf Kosten ihrer Bewegungsgeschwindigkeit gehen und sie arg behäbig wirken lassen. Insgesamt bieten die drei Levels zwar keine großen Abwandlungen des Ninja Gaiden-Gameplays, doch allein mit ihren heißen Kurven dürften die Ninja-Damen dem einen oder anderen Fan genügend Abwechslung bescheren. Möglicherweise wäre es jedoch besser gewesen, diese Passagen als Bonuslevels anzubieten, anstatt sie per Hauruck-Verfahren in den Story-Modus zu integrieren.

Änderungen gibt es zudem im Upgrade-System des Actionspiels. Ab sofort erlaubt euch Muramasas Laden nur noch ein Waffenupgrade pro Level, wobei ihr euch für ein Schnetzelwerkzeug entscheiden müsst. Da die Erweiterungen nun kostenlos sind, gebt ihr zwar insgesamt deutlich weniger Geld aus, das ihr beispielsweise für Heiltränke ausgeben könnt. Letztlich dauert es jedoch länger, seine Lieblingswaffen auf den höchsten Stand zu bringen. Eine interessante Neuerung stellen dagegen die Team-Missionen dar.

Ninja Gaiden Sigma 2 - Ausgesplattert: Ninja-Schlachtplatte ohne Blutzoll

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden5 Bilder
Diese junge Frau setzt ihre beiden, ehm, Waffen gekonnt ein ...
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ninja Gaiden Sigma 2 bietet euch die Möglichkeit, online mit einem Kumpel etwa zwei Dutzend unterschiedlicher Levels im Koop-Modus zu meistern. Wenn man den richtigen Spielpartner findet, macht es entgegen meiner Erwartung sogar ziemlich viel Spaß, all die fiesen Bösewichte zu zweit niederzustrecken. Wer keine Lust auf menschliche Mitspieler hat, kann sogar auf einen recht clever agierende KI-Kumpanen zurückgreifen.

Auch ohne Blutbad eine Must-Have-Action-Perle!Fazit lesen

Leider haben die Entwickler nur geringfügige Änderungen an der Kameraperspektive vorgenommen, sodass der Blick auf das Geschehen immer noch recht häufig durch Objekte verstellt wird oder euch Feinde aus dem nicht sichtbaren Bereich des Bildschirms attackieren. Eine Reset-Taste kann nun zumindest dazu genutzt werden, den Blick des Protagonisten zurückzusetzen. Im Eifer des Gefechts können das aber die wertvollen Sekunden sein, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Ninja Gaiden Sigma 2 - Ausgesplattert: Ninja-Schlachtplatte ohne Blutzoll

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 71/761/76
Auf Bluteffekte müsst ihr in der PS3-Version komplett verzichten
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Überhaupt wurden oberflächlich gesehen recht wenige Anpassungen vorgenommen. So wirken die Texturen auf der PS3 zwar ein wenig schärfer als noch auf der Xbox 360, doch dieser Vorteil wird mit einigen Slowdowns sowie Tearing-Effekten erkauft. Unterm Strich wirkt die Umgebung trotz einiger aufgehübschter Levels noch immer sehr steril und leblos. Die neuen Zwischensequenzen lassen zudem den Eindruck entstehen, dass sie mit heißer Nadel in das Spiel integriert wurden. Sie wirken einfach zu aufgesetzt und konstruiert.