Autor: Nedzad Hurabasic

Eins muss man den asiatischen Spieleherstellern lassen: Sie verstehen es, grandiose Geschichten zu erzählen und diese prachtvoll zu verpacken. So auch im Actionspiel Ninety-Nine Nights (99 Nights) von Q Entertainment, bei dem wir uns in einer wendungsreichen, faszinierenden Geschichte durch tausende von Feinden schnetzeln.

"Action ohne Ende" und "Epische Schlachten" werden auf der Verpackung versprochen und diesbezüglich wird der Spieler auch nicht enttäuscht. Dafür haben wir uns für euch in die Schlacht gestürzt und den einen oder anderen Schwachpunkt ausfindig gemacht…

Ninety-Nine Nights - E3 2006 Trailer

99 Nights erzählt die ewige Geschichte des Kampfes zwischen Gut und Böse in einer namenlosen Fantasywelt, in der Menschen, Kobolde, Orks, Goblins, Elfen und andere Wesen leben und sich bekämpfen.

Wir vertreten die Kräfte des Lichts und dürfen die Steuerung von insgesamt sieben verschiedenen Spielfiguren übernehmen. Allerdings steht zu Beginn des Spiels nur die Tempelritterin Inphyy zur Verfügung, fünf weitere Charaktere werden im Verlauf des Spiels freigeschaltet, der sechste erst, wenn das Spiel einmal durchgespielt wurde. Obwohl wir auf der Seite des Guten kämpfen, wird später immer deutlicher, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse durchaus fließend sein können und nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Ninety-Nine Nights - Viel Action, toller Soundtrack, Massenschlachten ohne Ende. Aber 99 Nächte ohne Speicherfunktion.

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Es ist übrigens nicht unbedeutend, welche Spielfigur ihr kontrolliert. Für jeden Charakter gibt es eine eigene Geschichte, die neben denen der anderen Protagonisten laufen und sich kreuzen - am Ende sollen alle Erzählstränge zum großen Finale zusammengeführt werden.

Packshot zu Ninety-Nine NightsNinety-Nine NightsErschienen für Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Bevor wir uns aber mit Inphyy in die erste Schlacht stürzen, haben wir die Möglichkeit, ein Training zu absolvieren, das in Wirklichkeit ein Kurz-Tutorial ist. Es erklärt die wichtigsten Steuerungs- und Gameplay-Elemente.

Wer hier aufpasst, ist bestens fürs Spiel gerüstet, denn wie sich rausstellen soll, ist das Gameplay im Grunde sehr einfach gehalten. Prinzipiell gibt es zwei Angriffsschläge - den Standardangriff (X) und den Superangriff (Y). In Kombination können verschiedene Kombos ausgelöst werden, die prinzipiell sehr viel durchschlagskräftiger sind und gleich ganze Horden von Angreifern plätten können. Allerdings müssen sich die Helden diese Kombos erst erarbeiten. Mit jedem Levelaufstieg erweitert sich die Palette der möglichen Kampf-Kombos. Neben diesen Attacken verfügt jede Figur noch über so genannte Kugelangriffe, die sich in zwei Phasen teilen.

Durch das Eleminieren von Feinden sammeln wir beständig rote Kugeln, die einen Pool füllen. Sobald das Maximum erreicht ist, lässt sich ein Kugelangriff auslösen, der mit brachialer Gewalt die Feindesreihen niedermäht. In dieser Phase sammeln wir keine roten Kugeln, sondern blaue. Die blauen Kugeln füllen den Pool für den Kugelfunken - einen Angriff, der alle feindliche Einheiten in der Umgebung augenblicklich auslöscht.Ausgenommen sind Bossgegner, die sich davon unbeeindruckt zeigen. Diesen Kugelfunken auszulösen gelingt aber recht selten, was aber aufgrund seiner Mächtigkeit verständlich ist. Beide Spezialangriffe sind für jede Spielfigur individuell angepasst und die Animationen von beeindruckender optischer Schönheit. Klasse!

Ein weiterer Nebenaspekt der Kampfführung sind die so genannten Schutzwachen. Dabei handelt es sich um zwei Einheiten von befreundeten Soldaten, die zu unserer Unterstützung abkommandiert werden. Vor jeder Mission dürfen wir selbst auswählen, welcher Waffengattung diese Truppen angehören sollen.

Ob wir Bogenschützen, schwere Infanterie oder auch Lanzenträger dabei haben wollen, entscheiden wir selbst. Beiden Einheiten können wir rudimentäre Anweisungen geben. Ordnen wir an, dass sie verteidigen sollen, versammeln sich die Soldaten um uns herum und schützen uns so gut es geht. Befehlen wir sie zum Angriff, attackieren sie alle Feinde in der Nähe eines bestimmten Punktes, der mit einem Pfeil gekennzeichnet ist. Haben wir all diese Kampfmöglichkeiten verinnerlicht, ist es Zeit sich den dunklen Mächten zu stellen und die ersten Missionen anzunehmen.

Doch wie heißt es so schön: "Kein Plan übersteht den ersten Feindkontakt". So auch in diesem Fall. Wo Hunderte, ja Tausende Gegner auf uns einstürmen benötigen wir keinen Schlachtplan, wir stürzen uns wild auf den Tasten herumhämmernd auf die böse Brut und löschen sie aus - alle! Dafür gibt es sogar ein englisches Fachwort: "Button-Masher".Für ein geordnetes, geplantes Vorgehen bleibt nicht nur keine Zeit, es ist auch gar nicht vorgesehen. Das ist eigentlich gar nicht schlimm, denn es macht ja auch Spaß sich durch Horden von Feinden zu metzeln, die alle nichts anderes verdient haben als den Tod. Allerdings versalzen uns doch das eine oder andere misslungen Feature das Spielvergnügen nach einiger Zeit gehörig.

So ist etwa die Übersicht sehr schlecht gelöst. Oft sehen wir unsere eigene Spielfigur innerhalb des Pulkes von Schutzwachen und feindlichen Soldaten überhaupt nicht. Meist ist nur die "Leuchtspur" des Schwertes oder der jeweiligen Waffe zu sehen, die gelegentlich aus der Masse herausragt.

Die Folge ist noch wilderes "Button-Mashing", um die Reihen der Gegner zu lichten und sich etwas Luft zu verschaffen. Dass man dabei meist darauf verzichtet, komplizierte Kombos anzuwenden ist einerseits darauf zurückzuführen, dass anfangs ohnehin nur wenige freigeschaltet sind. Andererseits erweist es sich im Verlauf des Spiels gegen die normalen Fußsoldaten auch als ausreichend, die Standardangriffe anzuwenden. Der nächste Punkt betrifft das strikt linear ausgerichtete Gameplay, das zu keiner Zeit Abwechslung bietet. Keine Rätsel oder Puzzles, das ständige Anrennen gegen Tausende von Feinden mit immer denselben Aufgabenstellungen gehen selbst dem abgehärtesten Hack'n Slay-Fan auf den Geist.

Da können auch die zwischendurch eingestreuten tollen Renderfilmchen nichts daran ändern. Klar, natürlich finden wir gelegentlich bessere Ausrüstungsgegenstände, mit denen wir unsere Helden ausstatten und mächtiger machen können. Aber das gehört quasi zum Grundgerüst eines solchen Spiels, muss eigentlich kaum extra erwähnt werden und sorgt nicht wirklich für Abwechslung.

Aber Achtung, der schlimmste Punkt unserer Kritik kommt jetzt: stellt euch vor, ihr spielt Missionen, die teilweise eine halbe oder eine Stunde dauern. Soweit, so gut.Nun gibt es - genreüblich - den einen oder anderen Bossgegner, der am Missionsende auf uns wartet. Dass wir den einen oder anderen Fight auch Mal verlieren, ist normal. Ganz und gar nicht normal ist aber (jetzt kommts!) dass zwischendurch kein einziges Mal GESPEICHERT wird! Null, Nada. Ihr kratzt ab und dürft den Level ganz von vorne beginnen.

Preisfrage: Wie oft macht ihr das mit, wenn die Mission eine Stunde dauert und der Boss richtig tough? Genau, dachte ich mir ... Bei diesem Spielsystem nur am Missionsende den Spielstand abspeichern zu können ist gelinde gesagt ein Witz. Zumal die Bossgegner teilweise richtig was auf dem Kasten haben und uns mit zwei bis drei Schlägen aus den Schuhen rotzen.

Wer sich gegen alle Erwartung doch durch die Level schlägt, steigt von Zeit zu Zeit um eine Stufe auf, wodurch die Trefferpunkte steigen und neue Kombos erhältlich werden. Außerdem sammeln wir, je nach Performance, Punkte. Diese können wir in der "Bibliothek" eintauschen und uns dafür Konzeptzeichnungen ansehen. Toll!Grafisch hinterlässt das Spiel einen zwiespältigen Eindruck. Die Gesamtpräsentation ist auf einem sehr hohen Niveau: Tolle Cut-Szenen erzählen die Geschichte, die Figuren sind hervorragend animiert und lassen das Auge des Kenners glänzen.

Weniger toll ist aber ein seltsam verschwommenes Bild bei mittlerer bis weiter Entfernung von unseren Recken. Reicht die Rechenpower der Konsole etwa nicht, um neben den Xillionen Soldaten auch noch eine Tiefenschärfe zu gewährleisten? Egal, macht auf jeden Fall einen eher schlechten Eindruck.

Sehr atmosphärisch und mit Ohrwurmcharakter versehen ist jedoch der Soundtrack ausgestattet, von dem ich persönlich nicht genug bekommen kann. Klingt wie eine Mischung aus "Gladiator" und "Last Samurai" und verzaubert jedes Mal aufs Neue. Das Spiel wird übrigens nur mit Untertiteln ausgeliefert, deutsche Fans müssen mal wieder Lesen, statt zuzuhören. Verzichten müssen wir auch auf einen Multiplayer-Modus, wer die Kampagne mit allen Charakteren bewältigt hat, hat ausgespielt.Nun gibt es - genreüblich - den einen oder anderen Bossgegner, der am Missionsende auf uns wartet. Dass wir den einen oder anderen Fight auch Mal verlieren, ist normal. Ganz und gar nicht normal ist aber (jetzt kommts!) dass zwischendurch kein einziges Mal GESPEICHERT wird! Null, Nada. Ihr kratzt ab und dürft den Level ganz von vorne beginnen.

Preisfrage: Wie oft macht ihr das mit, wenn die Mission eine Stunde dauert und der Boss richtig tough? Genau, dachte ich mir ... Bei diesem Spielsystem nur am Missionsende den Spielstand abspeichern zu können ist gelinde gesagt ein Witz. Zumal die Bossgegner teilweise richtig was auf dem Kasten haben und uns mit zwei bis drei Schlägen aus den Schuhen rotzen.

Wer sich gegen alle Erwartung doch durch die Level schlägt, steigt von Zeit zu Zeit um eine Stufe auf, wodurch die Trefferpunkte steigen und neue Kombos erhältlich werden. Außerdem sammeln wir, je nach Performance, Punkte. Diese können wir in der "Bibliothek" eintauschen und uns dafür Konzeptzeichnungen ansehen. Toll!Grafisch hinterlässt das Spiel einen zwiespältigen Eindruck. Die Gesamtpräsentation ist auf einem sehr hohen Niveau: Tolle Cut-Szenen erzählen die Geschichte, die Figuren sind hervorragend animiert und lassen das Auge des Kenners glänzen.

Weniger toll ist aber ein seltsam verschwommenes Bild bei mittlerer bis weiter Entfernung von unseren Recken. Reicht die Rechenpower der Konsole etwa nicht, um neben den Xillionen Soldaten auch noch eine Tiefenschärfe zu gewährleisten? Egal, macht auf jeden Fall einen eher schlechten Eindruck.

Sehr atmosphärisch und mit Ohrwurmcharakter versehen ist jedoch der Soundtrack ausgestattet, von dem ich persönlich nicht genug bekommen kann. Klingt wie eine Mischung aus "Gladiator" und "Last Samurai" und verzaubert jedes Mal aufs Neue. Das Spiel wird übrigens nur mit Untertiteln ausgeliefert, deutsche Fans müssen mal wieder Lesen, statt zuzuhören. Verzichten müssen wir auch auf einen Multiplayer-Modus, wer die Kampagne mit allen Charakteren bewältigt hat, hat ausgespielt.