Autor: Andreas Müller

Nach der runderneuerten Xbox 360-Version von "NHL 07" schickt 2K Games nun die Neuauflage der eigenen Eishockeyserie aufs Eis.

Schicke Next-Generation-Grafik, eine innovative Kameraperspektive und auf Wunsch Musik statt einem Spielkommentar. Welche Features das Spiel sonst noch zu bieten hat und ob es gelingt, EA Sports aufs Glatteis zu führen, erfahrt ihr im Test!

Im Gegensatz zu EA Sports hatte 2K Games bereits im letzten Jahr mit "NHL 2K6" ein Eishockeyspiel für die Xbox 360 im Programm. Neben der systembedingt höheren Auflösung waren die Unterschiede zur PS2- und Xbox-Version allerdings marginal. Mit "NHL 2K7" wurde dagegen das Ziel verfolgt, das Potenzial der neuen Plattform auszuschöpfen und einen echten Next-Generation-Titel abzuliefern.

NHL 2k7 - Heißes Duell auf dem Eis: Wird EA Sports auf's Glatteis geführt?

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Bei diesem Schuss ist der reaktionsstarke Goalie machtlos!
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In punkto Steuerung haben es die Entwickler bei Altbewährtem belassen. Während ihr bei EA Sports' "NHL 07" neuerdings mit dem rechten Analogstick zum Schlag ausholt, wird der Puck bei "NHL 2K7" wie gewohnt per Knopfdruck Richtung Tor katapultiert.

Simple Steuerung, maximale Action!
Wer zuvor bereits "NHL 07" gespielt hat, dem erscheint "NHL 2K7" schon allein aufgrund der konventionell simplen Steuerung arcade-lastiger als das Pendant aus dem Hause EA Sports. Auch beim Spielablauf wirkt der neue 2K Games-Titel deutlich action-orientierter.

Zwar gelingen wuchtige Bodychecks nur mit gutem Timing und dem nötigen Schwung, doch dafür sind Spielaufbau und Passspiel ungewöhnlich schnell bzw. exakt. Immerhin habt ihr die Möglichkeit, mithilfe von Schiebereglern die wichtigsten Parameter des Spiels zu modifizieren und das Spielerlebnis somit den eigenen Vorstellungen anzupassen.

Effektive Passstafetten
Nach längerem Spielen fiel uns zudem auf, dass One-Timer, bei denen Pässe direkt per Schlagschuss abgenommen werden, bei gutem Timing sehr effektiv sind. Weniger effektiv sind dagegen Schlagschüsse aus mittlerer Distanz. Die talentierten NHL-Goalies kommen lediglich dann ins Schwitzen, wenn die Hartgummischeibe zuvor von einem Spieler abgefälscht wurde.

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Spannende Zweikämpfe gibt es bei NHL 2K7 im Sekundentakt.
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Das Stellungsspiel der Mitspieler lässt kaum Wünsche offen. Wenn die gut gepolsterten Herren nicht gerade festgehalten oder brutal aufs Eis geschickt werden, laufen sie sich vorzüglich frei und bieten stets eine Anspielstation. Angenehm ist zudem, dass die Mitspieler sehr selten ins Abseits laufen, was dem Spielfluss sehr entgegen kommt. Per Steuerkreuz dürft ihr neuerdings sogar taktische Anweisungen geben. Auf diese Weise wird beispielsweise ein Offensivspieler los geschickt, oder ihr könnt eine engere Deckung veranlassen.

Motivationskünste
Das typische "NHL 2K7"-Spiel beginnt mit der Ansprache des Trainers in der Kabine. Letzte taktische Anweisungen und motivierende Worte führen dazu, dass die Spieler anschließend hoch konzentriert in die Arena schlendern. Im direkten Vergleich mit "NHL 07", wirken die Spielermodelle weniger detailliert, und auch die Animationen sind nicht ganz so weich wie bei der Konkurrenz.

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Die Eisfläche wirkt bei NHL 2K7 täuschend echt!
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Steht ihr jedoch erstmal bereit und kämpft beim ersten Bullie um den Puck, verbessert sich der Gesamteindruck deutlich. Die Eisfläche ist mit einer absolut realistischen Textur überzogen, die selbst feinste Strukturen erkennen lässt. Zusammen mit dem Reflexionseffekt und den Kufenspuren, die im Laufe des Spiels entstehen, ist die Illusion des gefrorenen Untergrunds perfekt.

Das absolute Highlight ist jedoch die parametrische Kameraperspektive, die nicht nur grandios aussieht, sondern auch spielerische Vorteile mit sich bringt. Je nach Spielsituation werden Zoomgrad und der perspektivische Winkel angepasst. Dies sorgt nicht nur für viel Übersicht - die gesamte Präsentation wirkt deutlich dynamischer.

Eisfläche, Spieler und Arena werden dabei sehr gut in Szene gesetzt, da ihr von sehr nahen Bildeinstellungen bis hin zur alles umfassenden Totale das gesamte Spektrum der visuellen Präsentation geboten bekommt. Ein eisiger Kältenebel, der sich durch die Arena zieht, trägt zur Atmosphäre bei.

Musik statt Gelaber!
Ebenfalls neu ist der Cinemotion-Modus, durch den Zwischensequenzen bei Spielunterbrechungen aus interessanten Perspektiven eingespielt werden und Unschärfeeffekte den Eindruck einer TV-Übertragung verstärken.

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In den Replays sorgen Unschärfeeffekte für Dynamik.
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Wahlweise dürft ihr statt dem englischen Spielkommentar auch situationsabhängiger Musik lauschen. Orchestrale Einspielungen unterstreichen die Dramatik einer Partie und können auf Wunsch auch gegen eigens gewählte Songs ausgetauscht werden. Neue Animationen bieten euch bei der Bewegung über die Eisfläche noch mehr Möglichkeiten. Gezieltes Gleiten und Rückwärtsfahren ist ebenso möglich wie ein geschickter Umgang mit dem Puck.

Traditionell gibt es auch diesmal eine Menge Mini-Games und die Möglichkeit, mit 3 gegen 3 auf einer Mini-Eisfläche anzutreten. Ein umfangreicher Franchise-Modus, bei dem auch Moral und Zusammenstellung der Linien entscheidend sind, sorgt bei Einzelspielern langfristig für Motivation. Wer im Einzelspiel erfolgreich ist, schaltet neue Eisflächen und viele weitere Extras frei, die das Spiel auch noch nach vielen Stunden Spielzeit interessant gestalten. Die Pforten zum VIP-Bereich mit einem Quiz rund um die NHL, einem Airhockey-Tisch und dem bekannten Shuffle-Board stehen euch natürlich auch wieder offen.

Gelungenes Onlinespiel
Spieler mit Internetanbindung freuen sich über den ebenfalls traditionell guten Onlinemodus. Sogar sämtliche Mini-Games dürft ihr jetzt online bestreiten. Wem die Einzelmatches auf Dauer zu langweilig sind, der darf sogar Onlineligen definieren. Eine optimierte Spielerbewertung, bei der ihr euren Gegnern auch kategorisierte Positivwertungen geben dürft, erleichtert die Auswahl eines passenden Kontrahenten.

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Die meisten NHL-Stars sind gut zu erkennen!
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Insgesamt gefiel uns auch die Stabilität der Matches - selbst wenn die Verbindung temporär abbricht, zählt ein Countdown runter, in dessen Rahmen versucht wird, die Verbindung wieder herzustellen. Bis zum ersten Bullie kann ein Onlinematch sogar straffrei abgebrochen werden, was im seltenen Falle einer schlechten Verbindung zum Gegner durchaus hilfreich ist.