Es ist mal wieder so weit – EA holt sein neuestes Eishockey-Eisen aus dem Feuer und kühlt es auf nassem Eis. Fans des Sports reiben sich die Hände und schnüren bereits die Schlittschuhe. Angeheizt von der Verpackung, die mit „Jeder Moment kann zum WOW-Erlebnis werden“ nicht gerade kleine Brötchen bäckt. Wir stabilisieren vorsorglich unsere Kinnlade und stürzen uns in die neue Eishockeysaison.

Disc rein, Pad in die Hand und los geht’s – was ist eigentlich in diesem Jahr neu? Gibt es große Unterschiede? Auf den ersten Blick zunächst nicht, denn grafisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig getan. Hier tritt die NHL-Serie nun schon seit einiger Zeit spürbar auf der Stelle. Sollte die Leistungsgrenze der aktuellen Konsolengenerationen mit EAs Engine etwa schon ausgereizt sein? Oder ist es einfach zu mühsam und unwirtschaftlich, noch mehr Details aus dem Spiel zu kitzeln? Wir wissen es leider nicht.

NHL 11 - Der König des Eises bittet zur Audienz

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Schick, schick: Die Präsentation ist über alle Zweifel erhaben.
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Trotz des technischen Stillstands ist die Gesamtpräsentation jedoch alles andere als veraltet. Sowohl die effektreiche Pregame-Show als auch die Eisreflektionen und butterweich animierten Spieler während der Puckjagd lassen kaum Wünsche offen. Hinzu kommt eine Physik-Engine, die derart realistische Situationen erzeugt, dass man fast vergisst, eine Videospielumsetzung vor Augen zu haben. Neben harten Checks, Pfostenschüssen und Kollisionen aller Art können neuerdings sogar die Schläger zerbrechen.

Wenn das passiert, schlittert ihr am besten schnell zur Bank und schon werdet ihr mit einem neuen Spielgerät ausgestattet. Sollte es die Situation erfordern, dürft ihr den Puck sogar mit dem Schlittschuh zu einem Mitspieler kicken und den zerborstenen Schläger erst danach austauschen. Werdet ihr dagegen zu Boden gecheckt, lassen sich Schüsse neuerdings sogar in solch prekären Situationen ausführen. Die Erweiterung um solche Aktionen führt entsprechend zu vielen neuen Spieleranimationen – selbst wenn ihr bereits unzählige Matches gespielt habt, lässt sich auf dem Eis immer wieder Neues entdecken.

NHL 11 - Der König des Eises bittet zur Audienz

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NHL ist auch in der neuesten Auflage wunderbar spielbar.
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In puncto Steuerung fallen vor allem die neuen Optionen bei Bullys auf. Direkte Schüsse sind nun genauso möglich wie das gezielte Auflegen auf Vorder- und Rückhand. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die NHL-Serie entwickelt hat – nämlich im Detail. Gelegenheitsspieler werden diese feinen Unterschiede zum Vorgänger kaum wahrnehmen, während echte Fans der Serie all dies zu schätzen wissen. Je nach Spielsituation kann es nämlich durchaus hilfreich sein, den Puck nach einem Face-off ganz gezielt und ohne Zeitverlust weiterzuspielen. Profis kommen hier also durchaus auf ihre Kosten und werden das strategische Potenzial sicherlich ausschöpfen.

Vom Goalie bis zum Center – die Steuerung in eurer Hand!

Neben den Face-offs wirkt die Steuerung im Allgemeinen nun noch direkter als im letzten Jahr. Dies fällt hauptsächlich bei der Bedienung des rechten Analogsticks auf, mit dem ihr schießt, blockt und Finten aufs Eis zaubert. Vor allem weil hier häufig perfektes Timing gefragt ist, wirkt sich diese Detailverbesserung spürbar positiv aus. One-Timer und brachiale Checks lassen sich nun leichter und intuitiver aus dem Trikotärmel schütteln als je zuvor.

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Körpereinsatz gehört auf dem Eis einfach dazu.
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Obwohl die Steuerung vor allem Einsteiger zu Beginn etwas überfordern dürfte, lohnt sich die Einarbeitung auf jeden Fall. Ist euch die Kontrolle nämlich erst mal in Fleisch und Blut übergegangen, spielt sich NHL 11 geradezu traumhaft. Kein Match gleicht dem anderen, kein Tor erinnert an ein vorheriges – gerade was die Vielfalt angeht, erreicht NHL 11 ein erstaunlich hohes Niveau.

Nachdem der Ultimate-Team-Modus bereits die Madden- und FIFA-Serien bereicherte, führt EA Sports diesen nun auch bei NHL 11 ein. In Spielen gegen die CPU oder menschliche Gegner verdient ihr euch Pucks, die Ultimate-Team-Währung in NHL 11. Mit diesen Pucks könnt ihr euch neue Kartenpakete kaufen und somit euer individuelles Dream-Team verstärken.

Sehr gutes, rundum gelungenes Eishockeyspiel mit vielen sinnvollen Detailverbesserungen.Fazit lesen

Wem das Erspielen der Pucks zu mühsam ist, der darf auch in die Tasche greifen und per XBox Live bzw. PSN gegen echtes Geld neue Packs erwerben. Wer mit seinem individuellen Team bevorzugt online spielt, wird über den Einsatz echten Geldes kaum herumkommen, da Online-Gegner meistens mit nahezu perfekt besetzten Teams das Eis stürmen.

Kontrollierter Torjubel und Lizenzen in Hülle und Fülle

Ein weiteres Beispiel für die inhaltliche Annäherung aller EA-Sports-Titel ist der bereits von der FIFA-Serie bekannte, individuelle Torjubel. Nach einem Tor dürft ihr bei NHL 11 durch Kombinationen aus den Front- und Schultertasten und dem rechten Analogstick nach Belieben jubeln. Bis ins Detail geplante, akkurat kontrollierte und zum Torerfolg geführte Spielzüge könnt ihr somit ganz individuell mit einem Torjubel eurer Wahl krönen.

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Schläger, überall Schläger!
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Erfreulich umfangreich ist auch in diesem Jahr das Lizenzpaket, das erneut die DEL umfasst. Weniger erfreulich ist dabei, dass die Teamdaten der DEL auf dem Stand des letzten Jahres sind. Gänzlich neu ist die Integration der Canadian Hockey League, die insgesamt drei Jugendligen umfasst. Dies wäre nicht weiter spektakulär, wenn der beliebte Be-a-Pro-Modus nicht um diese Jugendligen erweitert wäre.

Neuerdings könnt ihr mit eurem Nachwuchstalent nämlich optional als Jugendspieler in der CHL starten, euch bis in die Hall of Fame hocharbeiten und nach dem finalen NHL–Play-off den Stanley Cup in die Luft wuchten. Somit gewinnt NHL 11 nicht nur in punkto Spielmechanik an Substanz, sondern legt auch bei den Spielmodi ordentlich zu.