Im letzten Jahr räumte EA Sports mit NHL 09 den begehrten Gamona Award ab und wischte mit der Konkurrenz die Eisfläche. Grund zur Kriktik gab es kaum, weshalb der Titel wohl bis heute in den Laufwerken aller Eishockeyfans festgefroren ist. Mit NHL 10 versuchen die Entwickler nun ihre Serie weiter zu verbessern und somit für neue Kaufreize zu sorgen.

Obwohl die Sportspielinterpretationen aus dem Hause EA Sports von verschiedenen Entwicklerteams produziert werden, gibt es gelegentlich Features, die in mehreren Titeln gleichzeitig eingeführt werden. In diesem Jahr wäre die „360 Grad Steuerung“ sicherlich als ein solches spielerisches Element zu nennen. Sowohl bei FIFA 10 als auch bei NHL 10 sorgt sie dafür, dass ihr eure Spieler noch genauer ausrichten und Pässe entsprechender exakter spielen müsst. Das sorgt nicht nur für mehr Kontrolle sondern schraubt auch den Anspruch des Spiels weiter nach oben.

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Detailverbesserungen statt grandioser Neuerungen

Anders als bei FIFA 10, das wir redaktionsintern bereits spielen durften und über das wir schon bald genauer berichten werden, wirkt sich diese erweiterte Steuerung aber auf dem Eis weniger stark aus. Auch bei den anderen Optimierungen handelt es sich eher um Detailverbesserungen. Es ist eben schwer und natürlich aus Entwicklersicht auch nicht ungefährlich, einen nahezu perfekten Vorgänger zu optimieren.

NHL 10 - Der König des Eises bittet zur Audienz

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Die geliebten Bodychecks wurden verstäkt.
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Was wir im letzten Jahr noch kritisiert haben, wurde bei NHL 10 leicht verbessert. Die Auswirkungen von Bodychecks wurden nämlich ein wenig verstärkt. So führten brachiale Checks, die ihr nur durch perfektes Timing und dem richtigen Aufprallwinkel ausführen könnt, häufig zu Verletzungen. Kommt der Spieler der einen harten Check erleiden musste ohne Verletzung davon, braucht er aber wenigstens einen Moment, um sich von der Aktion zu erholen und wieder auf die Kufen zu kommen.

Nimmt die Härte im Spiel zu, kommt es gelegentlich zu einem Handgemenge, das in der NHL Serie seit vielen Jahren Tradition hat. Anders als bisher schaltet NHL 10 dabei aber neuerdings in eine Egoperspektive, in der ihr Schläge austeilen und blocken könnt. Geschlagen wird dann, ganz im Stile der Fight-Night-Serie, mit dem rechten Analogstick. Uns hat diese Änderung ganz gut gefallen, auch wenn sie nicht als echter Mehrwert durchgeht.

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In den Handgemengen schaltet NHL 10 nun in die Egoperspektive. Das Resultat seht ihr hier.
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Apropos Schlägereien – wer mag, darf bei NHL 10 ständig seine Gegner provozieren. Sobald der Schiedsrichter das Spiel mit einem Pfiff unterbricht, gibt euch der Titel alle Freiheiten euren Gegnern eins auf die Mütze zu geben. Ihr könnt sie checken, umreißen und vieles mehr, was dann nicht selten in Schlägereien ausartet. Solltet ihr auf Krawall gebürstet sein, ist NHL 10 also euer Spiel. Fairer und effektiver ist es jedoch, spielerischen Druck auf eure Kontrahenten auszuüben. Wer durch gezielte Bodychecks und ständiges Pressing Eindruck schindet, zwingt selbst routinierte Gegenspieler zu Fehlpässen und vergebenen Torchancen.

Mehr Action an der Bande, mehr Stimmung in der Halle!

Ebenfalls interessant ist das neue Bandenspiel. Sobald ihr den Puck habt und euch das gegnerische Team in Richtung Bande abdrängt, könnt ihr die Scheibe per Tastendruck durch geschickten Körpereinsatz abschirmen. Geratet ihr dabei zu sehr in Bedrängnis, lässt sich die Hartgummischeibe ebenfalls per Knopfdruck mit dem Eishockeyschuh zu einem Mitspieler passen. Dieses Feature ist sicherlich eine sinnvolle Erweiterung eurer spielerischen Möglichkeiten, dürfte allerdings nur von echten Fans des Sports als Bereicherung angesehen werden.

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Toll: Die Zuschauerreaktionen sind - vor allem bei solch spannenden Situationen - sehr viel lebensechter.
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Was uns richtig gut gefallen hat, ist das deutlich lebendigere Publikum. Die Zuschauer fiebern mit, wie wir es noch bei keinem anderen Eishockeyspiel erlebt haben. Sobald ihr vor dem Tor einen Querpass spielt steigt der Lautstärkepegel in freudiger Erwartung eines One-Timers an. Verpasst der Mitspieler die Direktabnahme, geht ein Raunen durchs Publikum. Noch auffälliger sind die Reaktionen des wild gestikulierenden und jubelnden Publikums bei unfairen Aktionen. Holt ihr beispielsweise einen Spieler der Heimmannschaft unsanft von den Kufen, weckt das womöglich den Unmut der Zuschauer. Insgesamt wurde die hitzige Stimmung einer echten NHL-Partie nie besser auf die Konsole transportiert, als bei NHL 10.

Technisch bleibt alles wie gewohnt. Zwar wurden den Spielern und insbesondere den Torhütern ein paar neue Animationen spendiert, doch insgesamt unterscheidet sich die Präsentation kaum von der des Vorgängers. Eine Ausnahme bilden auch hier die euphorischen Zuschauer, die ihre Schals schwingen und bei gelungenen Aktionen von ihren Sitzen springen. Die Akustik profitiert in erster Linie von der stark verbesserten Atmosphäre. Der englische Spielkommentar ist erneut gelungen und in den meisten Fällen auch zutreffend. Fans der DEL freuen sich auch dieses Jahr über die Präsenz der deutschen Eishockeyliga.

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Nettes Detail: An der Bande dürft ihr nun den Puk abschirmen.
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In Punkto Spielmodi lässt EA Sports wie gewohnt nichts anbrennen. Vom Saison- über den Franchisemodus bis hin zum guten und größtenteils problemlosen Onlinespiel wird alles geboten, was Fans des Sports erfreut. Wer mag erstellt sich seinen eigenen Spieler und erobert damit die Hall of Fame. Gelungen ist auch der Trainingsmodus inklusive Tutorial, das euch die alljährlich komplexer werdende Steuerung näher bringt und somit auch Einsteigern den Gang aufs virtuelle Eis erleichtert.