Wer sich trotzdem die Zähne ausbeißt, freut sich über Zwischen- speicherpunkte innerhalb der Levels, meist kurz vor echten Zum-Haareraufen-Stellen, die den Frust der aufgezwungenen Wiederholung eindämmen. Auch beim kooperativen Multiplayer-Gejauchze hat Nintendo einiges getan, damit der Ärger weitgehend vor der Tür versauert. Als großes, brüllendes Ausrufezeichen fungiert der Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler, die gleichzeitig durch ein- und dasselbe Level hopsen, Münzen sammeln und Gegner plätten. Je nach Anzahl der Teilnehmer kommen also noch Luigi und zwei Toads als Figuren hinzu.
Scheidet einer von ihnen durch einen fatalen Fehltritt aus, schwebt er wenige Sekunden später in einer Seifenblase wieder ins Bild und durch Schütteln der Wiimote in Richtung der Mitspieler, die ihn durch eine Berührung erlösen – fair. Einige höher gelegene Stellen lassen sich nur durch vehementes Hüpfen auf den Pilzschädel des Partners erreichen, was immer wieder für Momente cleveren Zusammenspiels sorgt.
Diese Plattformen in der Unterwelt müsst ihr mit Bewegungen der Wiimote ausrichten, um den richtigen Winkel für den Absprung zu finden.Aber nicht immer ist die kooperative Jump-n-Run-Welt heil: Besonders wenn euch rotierende Plattformen in die Höhe schicken oder der Boden unter den Füßen wegbröselt, muss jeder Schritt sitzen, jeder Teilnehmer zielgerichtet und schnell agieren. Was aber selten so gut klappt, wie es soll, denn bei Berührung schiebt ihr andere Spieler vor euch her. Oder ihr verheddert euch im Sprung und einer stürzt in die ewigen Jagdgründe.
Und genau hier wird aus dem kooperativen ein kompetitives Spiel: Schubst eure Freunde ins nächste Loch und lacht hämisch über ihr langes Gesicht. Schnappt ihnen Münzen vor der Nase weg und kichert wie ein Schulmädchen, wenn sie selbige ob des Diebstahls rümpfen. Hopst ihnen in einer Tour auf dem Kopf herum und raubt ihnen damit den letzten Nerv – besonders mit vier Spielern ein chaotischer Spaß. Allerdings auch ein heilloses Gedrängel, denn alle vier Figuren unbeschadet ins Ziel zu bringen, das ist fast unmöglich. Irgendjemand rutscht immer ab, rennt ins Feuer oder kollidiert mit einer Kröte – so funktioniert die Mario-Welt eben.
Außer dem im Quartett bestreitbaren Hauptmodus gibt es nur zwei weitere Modi. Neben dem freien Modus, in dem ihr alle bereits gelösten Abschnitte übers Menü ansteuern könnt, wäre da noch die Münzenjagd. Mit nur einem Motto: „Keine Rücksicht auf Verluste“. Im Gegensatz zum kooperativen Gehüpfe braucht ihr hier nicht peinlich berührt in Richtung eurer Mitspieler zu schielen, wenn ihr sie aus Versehen ins Off kickt - genau darum geht es hier. Ihr spielt sämtliche Level gegeneinander und im stetigen Wettkampf um die wertvollen Münzen – wer am Ende die meisten auf dem Konto hat, ist … jaja, ihr wisst schon.
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